Wohnraumlüftung im Sommer – darauf kommt es an

Warum kommt es vor allem im Sommer auf die richtige Wohnraumlüftung an? Und warum ist es unter Umständen nicht immer empfehlenswert, nur auf die Fensterlüftung zu setzen? Im Folgenden finden Sie verschiedene Möglichkeiten, während der Sommermonate Frischluft und Kühle in die Innenräume zu bekommen. Darüber hinaus zeigen wir Ihnen, worauf es beim Kauf einer Lüftungsanlage ankommt. 

Was spricht generell für eine Wohnraumlüftung?

Grundsätzlich meint Wohnraumlüftung, häufig auch als kontrollierte Wohnraumlüftung bezeichnet, die automatisierte Be- und Entlüftung von Räumen. Dabei bringt deren Einsatz viele gute Gründe mit sich. Einer davon betrifft die Luftqualität. Verbrauchte Raumluft enthält nur noch wenig Sauerstoff, der wiederum für den einzelnen Menschen lebensnotwendig ist. Ein anderer Grund für die regelmäßige Wohnraumlüftung ist die Lebensqualität. Je reiner die Luft ist, desto wohler fühlen wir uns. Nicht zuletzt trägt eine hohe Luftqualität wesentlich zur körperlichen und geistigen Leistungssteigerung bei.

Wohnraumlüftung vermeidet Schimmelbildung

Ein anderer Anlass für die Wohnraumlüftung ist der Bautenschutz: Eine unzureichende Wohnraumlüftung im Allgemeinen kann zu erheblichen Feuchteschäden führen. Schließlich werden in einem 4-Personenhaushalt täglich bis zu 15 Liter Wasser an die Raumluft abgegeben. Wird dieses in Form von Wasserdampf entstandene Wasser nicht abgeführt, kann es an kalten Wandoberflächen auskondensieren und die Schimmelbildung begünstigen. Ausführliche Informationen zum Thema Feuchteschäden liefert der Beitrag „Wohnraumlüftung gegen Schimmel“.

Eine Hand öffnet ein Fenster und symbolisiert damit die Wohnraumlüftung im Sommer
© quadshock | Shutterstock

Gute Gründe für die automatisierte Wohnraumlüftung im Sommer

Da die Fenster in den warmen Monaten oft geöffnet bleiben, ist der Luftaustausch in der Tat intensiver. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Luftqualität auch höher ist. Denn unangenehme Gerüche aus den sogenannten Ablufträumen wie Küche, Bad oder WC können nach wie vor in den Wohnbereich durchdringen. Denn nicht immer reicht das händische Lüften im Sommer. Besonders, wenn man die Fenster nur eine begrenzte Zeit lang öffnen will. Abhilfe schafft hier eine kontrollierte Ab- und Zuluftanlage, die die Abluft aktiv ansaugt und nach außen abführt. 

Filter verhindern Allergene und Pollen am Eindringen

Denn neben den innerräumlichen Gerüchen gelangen durch offene Fenster auch Staubpartikel aus der Luft ungehindert ins Haus. Handelt es sich dabei um Pollen, haben es Allergiker besonders schwer. Wer bei der Wohnraumlüftung vor allem im Sommer auf eine Anlage mit entsprechenden Pollenfiltern setzt, mindert dadurch seine Leiden merklich. Achten Sie hier darauf, die Filter regelmäßig zu wechseln. 

Vermeidung von Lärm und Einbruchgefahr

Die Wohnraumlüftung im Sommer hat noch einen entscheidenden Vorteil gegenüber der klassischen Fensterlüftung: Denn eine kontrollierte Wohnraumlüftung sichert einen konstanten Luftwechsel, ohne dass die Fenster geöffnet werden müssen. Störende Geräusche und Straßenlärm werden abgeschirmt, während die Innenräume ruhig bleiben. 

Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Ein weiterer Grund für die Wohnraumlüftung im Sommer ist die effiziente Nutzung der Wärme. Denn einige Geräte, etwa eine Abluftwärmepumpe, sind in der Lage, die in der Abluft enthaltene Wärme zu entziehen und diese zum Beispiel für die Warmwasserbereitung zu verwenden. Das wiederum senkt die Heizkosten und entlastet dazu die Umwelt, da weniger Energie verschwendet wird. Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Beitrag zur Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Verschiedene Lüftungstechniken für den Wohnraum

Entscheiden sich Hausbesitzer für den Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüftung im Sommer, stehen ihnen mehrere Geräte und Modelle zur Auswahl. Es gibt grundsätzlich zwei Unterscheidungen: die zentralen und die dezentralen Lüftungsgeräte. 

  • die zentrale Lüftungsanlage versorgt mithilfe eines zentralen Schaltgeräts und eines Luftverteilsystems das komplette Haus mit Frischluft. 
  • Dezentrale Lüftungsgeräte werden hingegen direkt in die Wand der zu versorgenden Räume installiert. Sie arbeiten von dort aus raumweise. Ein Luftverteilsystem wie bei der zentralen Variante ist aus dem Grund nicht notwendig. 

Ausführliche Informationen zu den Unterschieden und Funktionsweisen einzelner Lüftungstechniken liefert der Beitrag „Lüftungsanlage“.

Die passende Wohnraumlüftung für den Sommer finden

Damit das Lüftungssystem auch wirklich zum Objekt passt, sind fachliche Beratung und die Wahl der passenden Geräte unabdingbar. In der Praxis haben sich zentrale Lüftungsgeräte in Neubauten bewährt. Im Vergleich dazu kommen dezentrale Lüftungsgeräte bei Sanierungsarbeiten von Altbauten häufiger zum Einsatz. Das hängt vor allem mit dem unterschiedlich hohen Planungsaufwand der beiden Techniken zusammen. Welche Technik für welches Objekt am ehesten infrage kommt, kann ein erfahrener Installateur vor Ort schnell herausfinden.

Investitionskosten und Fördermittel

Je nachdem, ob eine zentrale oder eine dezentrale Lüftungsanlage zum Einsatz kommt, ergeben sich unterschiedliche Preise für die Wohnraumlüftung im Sommer. Auch die Technik, der Hersteller, die Wohnfläche sowie der beauftragte Installateur haben einen direkten Einfluss auf die Preisbildung. Eine exakte Kostenangabe ist daher kaum möglich. 

Beispiel: Die Richtwerte für ein circa 120 großes Einfamilienhaus liegen bei 1.000 bis 2.500 Euro, wenn es sich dabei um eine einfache dezentrale Lüftungsanlage handelt. Soll dasselbe Haus mit einer zentralen Variante inklusive Wärmerückgewinnung belüftet werden, steigen die Kosten auf 4.500 bis 7.000 Euro.

Wohnraumlüftung für den Sommer fördern lassen – so einfach geht es

 Konkret fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit den Programmen 152 und 430 den Kauf einer solchen Lüftungsanlage mit 20 Prozent der förderfähigen Kosten. Die maximale Fördersumme ist allerdings auf 10.000 Euro begrenzt. Welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und worauf Hausbesitzer beim Beantragen achten sollten, zeigt der Beitrag „Wohnraumlüftung kaufen“.

Wichtig: Ab Juli 2021 werden die genannten Förderprogramme der KfW in die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) integriert. Anträge können aus diesem Grund nur noch bis zum 30.06.2021 eingereicht werden. Im Anschluss sind die neuen Förderkredite der Kreditanstalt verfügbar. 

Bereits jetzt können Hausbesitzer die Zuschüsse über die BEG beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen. Das BAFA fördert die Erstinstallation und die Erneuerung von Lüftungsanlagen als sogenannte Einzelmaßnahme, wenn diese die Energieeffizienz des Bestandsgebäudes verbessert. Der Fördersatz beträgt 20 Prozent. Voraussetzung ist jedoch, dass die Antragstellung noch vor Umsetzungsbeginn und zusammen mit einem Experten für Energieeffizienz erfolgt. 

Alternativ zu den Förderprogrammen von KfW und BAFA können Hausbesitzer auch den Steuerbonus nutzen. Denn die Kosten für Maßnahmen einer energetischen Sanierung lassen sich über drei Jahre von der Einkommensteuer absetzen. In Abhängigkeit von der Steuerschuld reduzieren sich die Gesamtkosten so um bis zu 20 Prozent.    

Kann mit einer Wohnraumlüftung während des Sommers auch gekühlt werden?

Vor allem im Sommer heißt Frischluft nicht unbedingt kühlere Luft. Daran ändert zunächst auch eine Wohnraumlüftung nichts. Sie können aber unter Berücksichtigung einiger Tipps dafür sorgen, dass es in den eigenen vier Wänden angenehm kühl bleibt. Zunächst achten Sie am besten darauf, die Wohnraumlüftung im Sommer während der Mittagszeit bestenfalls auszuschalten. Tagsüber sind die Außentemperaturen so hoch, dass Sie sich ansonsten diese Wärme in die Räume holen. Nutzen Sie zum Herunterkühlen eher die angenehmeren Abend- und Nachtstunden. 

Abseits der Lüftungsanlage sollten Sie darauf achten, morgens und in der Nacht stoß- und querzulüften. Tagsüber empfiehlt es sich, die Fenster und Türen eher geschlossen zu halten oder die Lüftungsintervalle eher kurz zu halten. Richten Sie dies auch eher nach der direkten Sonneneinstrahlung und damit der Ausrichtung der Fenster. Dabei gilt es, auf den optimalen Sonnenschutz zu setzen – entweder mit Rollläden, Jalousien, Markisen oder einer Sonnenschutzverglasung

Sommerbypass und Erdwärmetauscher

Um mit einer Wohnraumlüftung die Temperaturen in den Wohnräumen merklich zu reduzieren, haben Sie zwei Möglichkeiten: die Sommerbypass-Funktion und den Erdwärmetauscher. Vor allem für die Nächte im Hochsommer ist es sinnvoll, beim Kauf einer Anlage auf die Funktion des Sommerbypass zu achten. Dabei wird die Außenluft am Wärmerückgewinner vorbeigeleitet. Die Luft nimmt keine Energie von den aufgeheizten Räumen auf. Schalten Sie diese Funktion am besten in den Nächten ein, da die Außenluft-Temperaturen dann wesentlich geringer sind. Mit der Sommernachtskühlung können Sie über die gesamte Nacht das Haus etwas herunter kühlen. Ein Absenken der Raumtemperatur wie mit einer Klimaanlage lässt sich damit in der Regel aber nicht erreichen. 

Alternativ zur Sommernachtskühlung können Sie bei der Planung einer Wohnraumlüftung auch einen sogenannten Erdwärmetauscher berücksichtigen. Darüber lässt sich nicht nur die Außenluft im Winter gleichmäßig vorwärmen, sondern im Sommer auch kühlen. Über den Wärmetauscher wird die Außenluft auf etwa 20 Grad Celsius reduziert und sorgt damit in den Räumen für angenehme Temperaturen.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Mit der Wohnraumlüftung im Sommer stellen Hausbesitzer sicher, dass der Luftaustausch weiterhin stattfindet und dass Lärm und Verschmutzungen nicht ins Hausinnere gelangen. Verfügt die Lüftungsanlage über Wärmerückgewinnung, können Hausbesitzer staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen.
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