Wissenswertes zur Wohnraumlüftungsanlage

Studien belegen, dass ein Mensch in etwa 30 Kubikmeter Luft benötigt, um sich rundum wohlzufühlen. Durch regelmäßiges Lüften entsteht vor allem in der kalten Jahreszeit ein hoher Verlust an Heizwärme. Während dieser bei herkömmlichen Gebäuden bis zu 50 Prozent beträgt, weisen moderne Passivhäuser sogar einen Heizwärmeverlust von bis zu 70 Prozent auf. Durch den Einsatz von kontrollierten Wohnraumlüftungsanlagen können Wärmeverluste in dieser Größenordnung vermieden werden. Hinzu kommt, dass durch eine Wärmepumpe oder einen Wärmetauscher sogar eine Rückgewinnung der Abluftwärme möglich ist.

Die Themen im Überblick:

Wohnraumlüftungsanlage: Die Techniken der kontrollierten Wohnraumlüftung

Im Allgemeinen wird der Begriff „Kontrollierte Wohnraumlüftung“ verwendet, wenn die Be- und Entlüftung der Wohnräume über ein ventilatorengestütztes System, also eine Wohnraumlüftungsanlage, erfolgt. Diesbezüglich wird zwischen zentralen und dezentralen Wohnraumlüftungssystemen auf der einen Seite sowie den unterschiedlichen Funktionsarten, d.h. Zu- und Abluftanlagen oder einer Kombination derselben, auf der anderen Seite differenziert.

Dezentrale Geräte eignen sich auch für den Einsatz in Feuchträumen

Grundsätzlich empfiehlt sich die dezentrale Wohnraumlüftung vor allem für die Belüftung einzelner Wohnräume. Eine entsprechende Wohnraumlüftungsanlage kann in den Fenstern, Wänden sowie den Stürzen oder der Brüstung implementiert werden. In Kombination mit einer Wärmerückgewinnung sind dezentrale Geräte auch für die Installation in Feuchträumen geeignet.
Verfügt ein Gebäude über eine zentrale Ablufttechnik, dann wird die Abluft zentral aus den Wohnräumen hinausgeleitet, während die Zuluft dezentral in die Wohnräume geführt wird.

Ein Arbeiter bringt eine Wohnraumlüftungsanlage an

Gebäude mit zentraler Ab- und Zulufttechnik benötigen zwei differente Rohrsysteme

Werden die belasteten Räume, d.h. in der Regel Küche, Bad und WC, entlüftet, kommt es in den Wohnräumen zu einem leichten Unterdruck. Dieser wird allerdings durch die von außen zugeführte Zuluft – beispielsweise über Außenwandventile – wieder ausgeglichen. Auf diese Weise ist der notwendige Luftaustausch garantiert. Ein Gebäude, das über eine zentrale Ab- und Zulufttechnik verfügt, benötigt dagegen zwei differente Rohrsysteme, um die Be- und Entlüftung der Wohnräume sicherzustellen.

Ein Blower-Door-Test macht undichte Stellen sichtbar

Damit eine Wohnraumlüftungsanlage installiert werden kann, ist es wichtig, dass die Außenhülle des Gebäudes winddicht ist. Gleiches gilt für den Betrieb einer Wohnraumlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Denn nur, wenn die Gebäudehülle dicht ist, können Energieeinsparungen erzielt werden. Um die Dichtheit der Gebäudeaußenhülle zu überprüfen, kann ein Blower-Door-Test durchgeführt werden. Im Rahmen dieses Tests wird unter Zuhilfenahme eines Gebläses in den Wohnräumen ein Über- bzw. Unterdruck erzeugt, so dass undichte Stellen lokalisiert und die Menge der ausströmenden Luft gemessen werden können.

Zentrale versus dezentrale Wohnraumlüftungsanlage

Zentrale Wohnraumlüftungsanlagen arbeiten – dem Namen entsprechend – im gesamten Haus, wobei die Steuerung zentral erfolgt. Während bei Abluftanlagen lediglich ein Abluftkanal nötig ist, wird bei der Installation sogenannter Zu- und Abluftanlagen ein spezifisches Luftkanalsystem implementiert. Zentrale Wohnraumlüftungsanlagen sind vor allem dann empfehlenswert, wenn der Neubau eines Passiv- oder Niedrigenergiehauses geplant ist. Soll eine zentrale Wohnraumlüftungsanlage nachträglich installiert werden, gehen damit hohe Kosten einher. Denn auch das Luftkanalsystem muss im Nachhinein in das Gebäude implementiert werden.

Dezentrale Anlagen eignen sich für den nachträglichen Einbau

Einfacher gestaltet sich der nachträgliche Einbau eines dezentralen Lüftungssystems. Denn in den jeweiligen Wohnräumen werden die nötigen Luftdurchlässe in die Außenwände eingebaut. Die Installation einer dezentralen Wohnraumlüftungsanlage ist auch dann empfehlenswert, wenn lediglich in einzelnen Räumen wie der Küche, dem Badezimmer oder WC, sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht.

Die Vor- und Nachteile einer Wohnraumlüftungsanlage

Wohnraumlüftungsanlagen bringen diverse Vorteile mit sich: Neben einer Verbesserung der Luftqualität wird der Bildung von Schimmel und zu hoher Luftfeuchtigkeit vorgebeugt. Zudem kommt es zu einem Gewinn an Komfort, denn das manuelle Lüften ist nicht mehr notwendig. Darüber hinaus sorgt eine Wohnraumlüftungsanlage für einen besseren Schallschutz und der Verlust von Heizwärme wird minimiert.

Pollen- und Staubbelastung fällt deutlich geringer aus

Aufgrund der Tatsache, dass Wohnraumbelüftungsanlagen in der Regel über einen Luftfilter verfügen, fällt auch die Pollen- und Staubbelastung für Allergiker deutlich geringer aus. Der Nachteil einer Wohnraumbelüftungsanlage besteht jedoch darin, dass sie regelmäßig gewartet werden muss und meist auch ein jährlicher Filterwechsel notwendig ist.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Erfolgt die Lüftung über ein ventilatorengestütztes System, wird von kontrollierter Wohnraumlüftung gesprochen. Eine Wohnraumlüftungsanlage bringt zahlreiche Vorteile mit sich und steigert durch eine Verbesserung der Raumluft den Wohnkomfort enorm.

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