Wissenswertes zur Energiesteuer in Deutschland

Die Energiesteuer ist eine vom Bund geregelt Abgabe, die bei dem Verkauf verschiedener Rohstoffe anfällt. Sie wird als indirekte Steuer vom Verbraucher getragen und spielt jedes Jahr etwa 40 Milliarden Euro in den deutschen Staatshaushalt. Warum es sie gibt, für welche Kraft- und Heizstoffe sie gilt und wie hoch die Energiesteuer ist, erklären wir im folgenden Beitrag.

Energiesteuer für Kraft- und Heizstoffe

Die Abgabe wird fällig, wenn Rohstoffe aus fossilen oder nachwachsenden Rohstoffen in den freien Verkehr überführt werden. Auch wenn Händler die Abgaben an den Staat abführen, ist die Last doch von Verbrauchern zu tragen. Denn über einen Preisaufschlag zahlen sie die sogenannten indirekten Steuern.

Ordner mit der Aufschrift Energiesteuer
© Coloures-Pic / Fotolia

Ziele der Steuerabgabe

Mit einem Aufkommen von fast 40 Milliarden Euro im Jahr erreicht die Energiesteuer einen Anteil von rund 5,9 Prozent der gesamten Steuereinnahmen Deutschlands. Auch wenn sie damit eine große Bedeutung für Staat und Wirtschaft hat, verfolgt die Abgabe ein weiteres Ziel. Sie soll den Verbrauch fossiler Rohstoffe unattraktiv machen und die Nutzung erneuerbarer Energieträger sowie effizienter Technologien wie der Kraft-Wärme-Kopplung fördern.

Höhe der Energiesteuer

Die Höhe der Abgabe ist im §2 des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) geregelt. Sie richtet sich unter anderem nach der Art der Rohstoffe und beträgt zum Beispiel für:

  • leichtes Heizöl: 25 Euro für 1.000 Kilogramm
  • Erdgas und andere gasförmige Kohlenwasserstoffe: 5,50 Euro pro Megawattstunde
  • Flüssiggas zum Heizen: 60,60 Euro für 1.000 Kilogramm

Wirft man einen Blick auf die Einsatzgebiete der Rohstoffe, fällt auf, dass sich die Höhe der Energiesteuer auch nach diesem unterscheidet. So ist zum Beispiel für Erdgas, das nicht zum Heizen genutzt wird, eine Abgabe von 31,80 Euro je Megawattstunde zu zahlen. Die Steuer ist hier fast um das 6-Fache höher.

Ausnahmen, Vergünstigungen und Befreiungen

In einer Reihe von Fällen, können Energieerzeugnisse entweder ohne oder mit einer vergünstigten Energiesteuerabgabe genutzt werden.

Steuerfreie Verwendung von Rohstoffen

Befreiungen von der Energiesteuer kommen Industriebetrieben und den erneuerbaren Energien zugute. So fallen beim Eigenbedarf selbst erzeugter Rohstoffe keine Abgaben an. Gleiches gilt für einige gasförmige Biokraftstoffe und Kraftstoffen für den See- und Luftverkehr.

Ermäßigungen bei der Energiesteuer

Die Höhe der Abgabe ist nicht nur an das Energieerzeugnis als solches, sondern auch an seinen Verwendungszweck gebunden. So sieht das EnergieStG für Rohstoffe zum Verheizen oder zum Einsatz in begünstigten Anlagen wie der Stromerzeugung mit KWK Ermäßigungen vor. Um das unrechtmäßige Verwenden zu verhindern, sind Gasöle zum Beispiel mit einem Farb- oder Markierstoff versehen.

Möglichkeiten der Steuerentlastung

Immer dann, wenn Rohstoffe in ortsfesten Stromerzeugungs-Anlagen eingesetzt werden, lässt der Staat eine Entlastung zu. Das gilt zumindest dann, wenn die Nennleistung der Anlage mehr als zwei Megawatt beträgt. In diesem Fall sind die Energieerzeugnisse nicht zu versteuern.

Eine vollständige oder teilweise Entlastung gibt es außerdem bei der Verwendung der Rohstoffe in Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Auch Unternehmen des produzierenden Gewerbes oder der Land- und Forstwirtschaft können eine Entlastung beantragen. Voraussetzung ist hier, dass die Rohstoffe zu betrieblichen Zwecken verheizt oder in sogenannten begünstigen Anlagen verwendet werden.

Energiesteuergesetz und Durchführungsverordnung

Rechtsgrundlagen für die Abgabe sind das Energiesteuer-Gesetz (EnergieStG) und die Durchführungs-Verordnung zur Energiesteuer (EnergieStV). Das Gesetz, zuletzt geändert am 03. Dezember 2015, enthält insgesamt 67 Paragrafen. Es regelt, für welche Energieerzeugnisse Steuern fällig werden, wie hoch diese sind und wie mit der Abgabe umzugehen ist. Die Verordnung zur Durchführung, zuletzt geändert am 04. Mai 2016, enthält weitere 112 Paragrafen. Sie regelt die Umsetzung des Gesetzes in der Praxis.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Energiesteuer ist eine Abgabe, die bei dem Verkauf verschiedener Energieerzeugnisse in den freien Verkehr fällig wird. Sie wird vom Verbraucher getragen und hat eine große Bedeutung für Wirtschaft und Staat. Darüber hinaus soll sie den vermehrten Einsatz regenerativer Energien fördern.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 21. Juli 2018

Durchlauferhitzer oder Boiler? Wir geben einen Überblick über die Funktionsweisen der Geräte und zeigen, welche Vor- und Nachteile sie haben. Außerdem erklären wir, wann welches System zum Einsatz kommt. weiterlesen

Vom 15. Juli 2018

Anders als in den kalten Monaten sprechen ganz andere Gründe für den Einsatz einer kontrollierten Lüftung. Warum die Wohnraumlüftung im Sommer so wichtig ist, erklärt dieser Artikel. weiterlesen

Vom 11. Juli 2018

Wann ist eine Schornstein-Sanierung nötig, wie läuft sie ab und welche Arten gibt es eigentlich? Wir informieren über die verschiedenen Möglichkeiten und Kosten beim Schornstein Sanieren. weiterlesen

Vom 09. Juli 2018

Wohnungsstationen verteilen die Wärme einer zentralen Heizungsanlage bedarfsgerecht, effizient und komfortabel in den angebundenen Wohnungen. Wir informieren über Funktion, Vorteile und Einsatzgebiete. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung