Wie viel kann eine neue Heizung kosten?

Ist ein Kessel alt, arbeitet er oft unzuverlässig und verbraucht viel mehr Energie als nötig. Geht es um einen Austausch, stellt sich dabei jedoch zunächst die Frage, was eine neue Heizung kosten darf. Neben dem Preis für Technik und Montage sollten Hausbesitzer auch die Wartungs- und Betriebskosten berücksichtigen, wenn Sie eine neue Heizung kaufen. In den folgenden Abschnitten geben wir einen Überblick über die wichtigsten Technologien und zeigen, was die neue Heizung kosten kann.

Neue Heizung: Kosten für Anschaffung, Verbrauch und Wartung

Besonders wichtig für einen transparenten Kostenvergleich verschiedener Heizungsarten ist es, alle entstehenden Ausgaben zu betrachten. Denn auch wenn die Anschaffung eines Kessels erst einmal günstig ist, kann er über einen längeren Zeitraum viel teurer sein als erwartet. Ein typisches Beispiel dafür ist die Elektroheizung. Denn diese lässt sich schon mit kleinem Budget installieren. Soll sie aber ein ganzes Haus allein mit Wärme versorgen, kommen Hausbesitzern die hohen Stromkosten von rund 28 Cent je Kilowattstunde teuer zu stehen. Denn diese sind mehr als viermal so hoch wie bei einer Gasheizung und lassen die anfänglichen Einsparungen schnell vergessen.

Das heißt neben den eigentlichen Kosten für die Anschaffung der Anlage, sind die möglichen Betriebs- und Wartungskosten mit in die Kaufentscheidung einzubeziehen. 

Was kostet eine neue Heizung? - Ein Überblick

Eine neue Heizung kostet zwischen 5.000 und 25.000 Euro. Die Spanne ist so große, da der tatsächliche Preis beziehungsweise die Kosten einer Anlage von allerlei Faktoren abhängen. Mit der folgenden tabellarischen Darstellung können Sie sich erst einmal einen Überblick zu den verschiedenen Heizsystemen verschaffen. Sie finden hier nicht nur, was eine Heizungsanlage in etwa kosten kann, sondern auch die wichtigsten Vor- und Nachteile sowie einige Heizsysteme, die zuvor nicht näher beleuchtet wurden, aber der Vollständigkeit halber hier mit aufgeführt wurden.

HeizungsartAnschaffungKosten
VorteileNachteile
Gasheizung5.000 - 8.500€
  • hohe Effizienz und niedrige Heizkosten durch Brennwert-Nutzung
  • kompakte Bauweise
  • geringe Investitionskosten durch ausgereifte Technik
  • Verbraucht fossile Energieträger
  • Ein Gas-Anschluss muss vorhanden oder möglich sein
  • Entwicklung der Gas-Preise nicht absehbar
Ölheizung6.500 - 9.000€€€
  • Hoher Wirkungsgrad
  • Sicherer Betrieb durch ausgereifte Technik
  • Ausreichend Platz für Heizöltanks 
Holzheizung7.000 - 20.000€€€
  • Betrieb mit nachwachsendem Holz
  • Automatischer Betrieb durch genormte Pellets möglich
  • Hand-Beschickung mit Scheitholz 
  • Pellet-Lagerplatz
Wärmepumpe8.000 - 20.000€€€€
  • Nutzung erneuerbarer Energien
  • Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern
  • Effizientes Haus
  • Platz für Einbindung der Umweltquelle
BHKW14.000 - 17.000€€€€
  • Erzeugung von Strom und Wärme mit hohem Wirkungsgrad
  • Eigenversorgung mit Strom
  • hoher Wärmebedarf ist Voraussetzung
  • Gasanschluss
  • Holzlager
  • Flüssiggastank
Brennstoffzellenheizung20.000 - 25.000€€€€
  • Strom- und Wärmeerzeugung mit hohem Wirkungsgrad
  • kompakte Anlagentechnik ohne Lärm
  • hohe staatliche Fördermittel
  • Gasanschluss
  • Flüssiggastank

In den folgenden Abschnitten finden Sie weitere Details zu den verschiedenen Technologien und zeigen, was die entsprechende neue Heizung kosten kann. Betrachtet werden dabei:

Stapel von Münzen zeigen, was eine neue Heizung kosten darf
© rcfotostock / Fotolia

Ausgaben für die Gas- und Ölheiztechnik

Geht es um einen Heizungstausch, entscheiden sich viele Deutsche für eine neue Gas- oder Ölheizung. Das liegt zum einen an der hohen Effizienz der platzsparenden Technik, zum anderen aber auch an den Anschaffungskosten. Denn diese sind im Vergleich zu anderen Kesselarten niedrig. Dabei entstehen folgende Kosten für die neue Heizung:

  • 6.500 bis 9.000 Euro für eine Ölheizung
  • 5.000 bis 8.500 Euro für eine Gasheizung

Etwas teurer kann es sein, wenn auch ein neuer Gasanschluss, ein Öltank oder eine neue Abgasanlage nötig ist. Hier müssen Hausbesitzer mit 2.000 bis 4.000 Euro extra rechnen. Geht es hingegen um den Verbrauch, schwanken die Kosten der neuen Heizung mit den Rohstoffpreisen. Aktuell zahlen Hausbesitzer:

  • für die Gasheizung rund 5,69 Cent je Kilowattstunde (Stand: Januar 2019)
  • für die Ölheizung rund 6,2 Cent je Kilowattstunde (Stand: Januar 2019)

Geht es um die Frage, was eine neue Heizung kosten darf, hilft ein Vergleich anhand des Energieverbrauchs. Bezogen auf einen jährlichen Heizenergieverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entstehen dabei Gesamtkosten von 1.120 Euro für die Gasheizung und 1.200 Euro für die Ölheizung. Die Ausgaben für die Wartung liegen mit 100 bis 250 Euro in einem ähnlichen Bereich.

Neue Heizung: Kosten für die Holzheizung

Die Holzheizung gehört zu den klassischen Heizsystemen. Aber auch hier stellt sich die Frage: Was darf eine neue Heizung kosten? Entscheidend für einen Vergleich ist dabei zunächst die Art des Brennstoffs. So lässt sich die Holzheizung mit Scheiten oder Pellets betreiben. Während die Scheitholzheizung in der Regel aus Kessel und Pufferspeicher besteht, kommt bei der Pelletheizung eine aufwendige Lager- und Transporttechnik hinzu. Diese ist nötig, um die Holzpresslinge automatisch zur Verbrennung zu transportieren. Geht es um einen Preisvergleich, entstehen dabei überschlägig folgende Kosten:

Anders als bei der Gas- und Ölheiztechnik, sind die Preise für Holz als Brennstoff seit langer Zeit relativ konstant. Dabei ergeben sich überschlägig folgende Brennstoffkosten:

  • für die Scheitholzheizung rund 5,9 Cent je Kilowattstunde (Stand: April 2017)
  • für die Pelletheizung rund 5,11 Cent je Kilowattstunde (Stand: April 2018)

Bezogen auf einen Energiebedarf von 20.000 Kilowattstunden im Jahr, summieren sich die Brennstoffkosten dabei auf 1.180 Euro für die Stückholzheizung und 1.022 Euro für die Pelletheizanlage. Geht es um die Frage danach, was eine neue Heizung kosten darf, spielen auch die Ausgaben für die Wartung eine wichtige Rolle. Diese schlagen dabei mit rund 200 bis 300 Euro im Jahr zu Buche.

Das kostet eine Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist eine Umweltheizung, die Energie aus der Luft, der Erde oder dem Wasser gewinnt. Sie kommt mit günstigen Heizkosten aus, ist in der Anschaffung aber oft teuer. Entscheidend ist dabei die Art der Wärmequelle. Während eine Luftwärmepumpe günstig aufgestellt werden kann, verursachen großflächige Kollektoren, tiefe Bohrungen oder Brunnenanlagen bei Erd- und Wasser-Wärmepumpen höhere Ausgaben. Was die neue Heizung kosten darf, zeigt der folgende Überblick:

  • 8.000 bis 12.000 Euro für eine Luft-Wärmepumpe
  • 12.000 bis 20.000 Euro für eine Erd- oder Wasser-Wärmepumpe

Da eine Wärmepumpenanlage rund zwei Drittel der Energie aus der Umwelt bezieht, sind die Brennstoffkosten vergleichsweise niedrig. Zumindest dann, wenn die Anlage in einem effizienten Bereich läuft. Während eine genaue Angabe hier nur für ein einzelnes Gebäude möglich ist, können Hausbesitzer überschlägig mit Brennstoffkosten von 4,0 bis 9,0 Cent je Kilowattstunde rechnen. Der breite Bereich zeigt, wie wichtig die passgenaue Auslegung der Technik ist. Bezieht man die Ausgaben auf einen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr, entstehen dabei Brennstoffkosten von 800 bis 1.800 Euro. Die Wartung einer Wärmepumpenheizung ist einfach und günstig. So verursacht sie Kosten von rund 50 bis 100 Euro im Jahr.

Neue Heizung: Kosten der Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle ist die jüngste und außergewöhnlichste Technik im Vergleich. Denn sie erzeugt neben der Wärme für Heizung und Warmwasser auch Strom, der den Bedarf im eigenen Haus deckt. Das senkt die Ausgaben für elektrische Energie und sorgt für eine zunehmende Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen. Aber was kann solch eine neue Heizung kosten? Kauft man heute eine Brennstoffzellenheizung, zahlt man 20.000 bis 25.000 Euro dafür. Durch die hohe Effizienz der Technik gibt der Staat jedoch mehr als 40 Prozent dazu.Im Vergleich der Brennstoffkosten ist eine einheitliche Aussage nicht möglich. Denn während eine Brennstoffzelle mit Gas arbeitet, spart sie einen großen Teil der Stromkosten ein. Die Betriebskosten liegen dabei in einem Bereich von 4,0 bis 6,0 Cent je Kilowattstunde. Bezogen auf einen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr, ergibt das Brennstoffkosten von 800 bis 1.200 Euro.

Die Wartung der Brennstoffzellenheizung schlägt noch einmal mit 400 bis 700 Euro im Jahr zu Buche. Da der Wartungsvertrag zu den Fördervoraussetzungen zählt, ist er in den meisten Fällen nötig.

Das kostet ein Blockheizkraftwerk

Möchten sich Hausbesitzer selbst mit Energie versorgen, können sie neben der Brennstoffzellenheizung auch auf ein Blockheizkraftwerk setzen. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) besteht in seiner einfachsten Form aus einem Motor, einem Generator und einem Wärmerückgewinner. Während der Motor die Energie von festen und flüssigen Brennstoffen in eine Bewegung umwandelt, erzeugt der Generator daraus elektrische Energie. Ein Wärmeübertrager fängt die dabei entstehende Abwärme auf und speist diese in das Heizsystem. Da BHKWs im Vergleich zur Wärme nur wenig Strom erzeugen, müssen sie lange laufen, um wirtschaftlich zu arbeiten. Zum Einsatz kommen die Geräte daher vor allem in Altbauten oder größeren Gebäuden mit kontinuierlichem Wärmebedarf. Fragen Hausbesitzer, wie viel die Heizung kosten kann, antworten Experten mit Richtwerten von 14.000 bis 17.000 Euro.

Ähnlich wie bei der Brennstoffzelle ist hier eine genaue Kostenangabe kaum möglich, da ein Blockheizkraftwerk je nach Technik mehrere Brennstoffe (Gas, Öl oder Holz) verbrennen kann. Auch die elektrische Leistung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Verbrauchskosten. Nicht zuletzt muss der Nutzen durch den selbst erzeugten Strom mit einbezogen werden. Überschlägig lassen sich die Betriebskosten dennoch in einem Bereich von 4,0 bis 6,0 Cent je Kilowattstunde beziffern. Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr ergibt das Brennstoffkosten von 800 bis 1.200 Euro. Die Wartungskosten für ein BHKW hängen stark von den geleisteten Betriebsstunden ab und werden überschlägig mit 2 bis 3 Cent pro Kilowatt erzeugtem Strom angegeben. Bei einer Jahreslaufzeit von 2.000 bis 4.000 Stunden sind mit Kosten von 400 bis 800 Euro zu rechnen. 

Die anfänglichen Kosten mit einer Förderung senken

Alle der hier aufgeführten Heizungsanlagen sind heute förderfähig. So bekommen Hausbesitzer Darlehen oder Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), wenn sie eine neue Öl- oder Gas-Brennwertheizung installieren. Für Wärmepumpen und Holzheizungen gibt es unterdessen hohe Zuschüsse, die Bauherren und Sanierer über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen können. Brennstoffzellen werden von BAFA und KfW gefördert – hier bekommen Hausbesitzer mehr als 40 Prozent der Anschaffungskosten erstattet. Weitere Informationen zum Thema gibt der Beitrag "Förderung für die neue Heizung".

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Was kann eine neue Heizung kosten? Diese Frage stellen sich viele Bauherren und Hausbesitzer bei der Entscheidung für die richtige Heiztechnik. Damit der Vergleich unterschiedlicher Heizungsarten jedoch transparent ist, sollten nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Brennstoff- und Wartungskosten berücksichtigt werden.
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