Wie heizt man richtig? - Fragen und Antworten

Spätestens nach der ersten hohen Jahresabrechnung stellen sich viele Verbraucher die Frage: „Wie heizt man richtig?“. Damit Sie sich diese Frage in Zukunft nicht mehr stellen müssen, liefert der folgende Beitrag wertvolle Tipps und beantwortet die häufigsten Fragen in diesem Zusammenhang. 

Gründe für richtiges Heizen

Wetterbedingt ist die Beheizung der Räume hierzulande ein Muss. Da zum Heizen immer Energie benötigt wird, dient das richtige Heizen in erster Linie dem Ziel, Energieverluste zu vermeiden. Das ist auch dringend notwendig. Denn nach Regierungsangaben ist ein Drittel aller bestehenden Heizanlagen über 20 Jahre alt. Die Wärmeerzeuger arbeiten ineffektiv und verbrauchen häufig mehr Brennstoff als nötig. Das lässt die Heizkosten in die Höhe schnellen und ist alles andere als wirtschaftlich. Werden zudem fossile Energieträger verbrannt, belastet es darüber hinaus die Umwelt. Heizt man hingegen richtig, das heißt ökologisch und ökonomisch sinnvoll, freuen sich der Geldbeutel und die Natur. 

Wie heizt man richtig? Die häufigsten Fragen

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie man richtig heizt, gibt es nicht. Dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle. Das Nutzerverhalten etwa, oder die Heizungsart. Auch der energetische Zustand des zu beheizenden Gebäudes beeinflusst maßgeblich die Heizeffizienz. Um der Antwort dennoch möglichst nahezukommen, ist es hilfreich, einen Blick auf die gängigsten Fragen zu werfen.  

Ab wann ist Heizen sinnvoll?

Eine gesetzlich festgeschriebene Heizperiode gibt es nicht. Stattdessen gelten die im Mietvertrag vereinbarten Rahmenbedingungen. In der Regel orientieren sich Mieter und Vermieter aber an die „übliche“ Zeitspanne vom 01. Oktober bis 30. April des folgenden Jahres. Während dieser Zeit muss der Vermieter von 6 Uhr morgens bis mindestens 23 Uhr abends genügend Heizleistung gewährleisten, um Wohnräume auf Mindesttemperaturen zu erwärmen. Letztere sind nicht identisch und unterscheiden sich von Raum zu Raum. So muss im Schlaf- und Wohnbereich sowie in der Küche eine Mindesttemperatur von circa 20 Grad Celsius herrschen. Im Flur oder Wohnhauseingang kann es hingegen etwas kühler zugehen. Der Richtwert hierfür liegt bei 15 Grad Celsius.

Auch außerhalb der „üblichen“ Heizperiode muss der Vermieter die Heizleistung sicherstellen: Nämlich dann, wenn es absehbar ist, dass aufgrund eines Wetterumschwungs die Zimmertemperaturen an drei folgenden Tagen unter die Grenze von 16 Grad Celsius sinken werden. Solche Wetterumschwünge sind in der Übergangszeit keine Seltenheit und vor allem für Vermieter von Bedeutung – erst recht, wenn das Warmwasser nicht elektrisch über einen Durchlauferhitzer, sondern über die Heizungsanlage erzeugt wird. Schließlich ist fehlendes Warmwasser über eine gewisse Dauer ein Grund zur Mietminderung.

Füße an den Heizkörper stellen und fragen: Wie heizt man richtig
© NinaMalyna | Fotolia

Heizkörper zeitweise komplett abschalten, um Heizkosten zu sparen?

Bei der Frage „Wie heizt man richtig“ schwingt häufig auch die Annahme mit, dass eine Nachtabsenkung dazu beitragen kann, die Heizkosten zu reduzieren. Diese Methode ist bis heute umstritten und nur in seltenen Fällen empfehlenswert. Bei der Nachtabsenkung drehen Hausbewohner die Heizkörper während der Nachtruhe komplett ab und machen sie erst morgens wieder an. Wirklich sparsam ist diese Maßnahme aber nicht. Denn sind die Räume erst einmal ausgekühlt, muss die Heizungsanlage viel Energie aufbringen, um sie wieder auf Wohlfühltemperatur zu bringen. Unter Umständen führt diese Methode zur Heizkostensteigung anstatt Heizkosteneinsparung. Und nicht zuletzt besteht die Gefahr der Schimmelbildung. Deshalb sollten die Temperaturen nie unter die Grenze von 15 bis 16 Grad Celsius sinken.

Viele Menschen stellen nicht nur nachts, sondern auch tagsüber die Heizung komplett ab. Aber auch hier gilt: Unter Umständen bewirkt eine temporäre Abschaltung der Heizungsanlage keine Einsparung, sondern eher das Gegenteil. 

Thermostate auf höchster Stufe heizen schneller, stimmt das? 

Beim Wiederbetreten eines kalten Hauses greifen viele Menschen zu den Thermostaten und drehen diese voll auf. Doch statt der schnelleren Erwärmung der Räume werden die Heizkörper nur unnötig erhitzt. Es liegt daran, dass die Thermostate nur die Heiztemperatur und nicht die Schnelligkeit regeln, mit der die Heizkörper die Räume erwärmen. Besser ist es, die Heizungsanlage optimal auf die persönlichen Bedürfnisse einzustellen. Eine weitere Alternative bieten intelligente Thermostate. Einige sind in der Lage, das Heizverhalten der Bewohner zu analysieren und ermöglichen eine äußerst komfortable Wärmezufuhr.    

Heizkessel austauschen und gut ist?

Ein Großteil der hierzulande laufenden Heizkessel ist veraltet und ineffizient. Eine Modernisierung sollte in solchen Fällen schnell erfolgen – allerdings nur von einem Fachmann. Denn zu einer optimalen Wärmeverteilung gehören nicht nur der Heizkessel, sondern auch die Heizkörper, das Verteilersystem sowie verschiedene Druckgefäße und Ventile. Entscheidend für die effiziente Wärmeverteilung ist also das Zusammenspiel aller Komponenten eines Heizsystems. Passen sie nicht zusammen, kann eine Heizungsmodernisierung den gewünschten Effekt nicht erzielen. Der erste Ansprechpartner bei einem Kesseltausch sollte daher der Installateur sein. Er erkennt die Sachlage schnell und kann das Einsparpotenzial am besten einschätzen. 

Weitere Tipps für richtiges Heizen

Es gibt noch einige Tipps, die zeigen, wie man richtig heizt. Eine kleine Auswahl davon haben wir hier für Sie zusammengefasst: 

Richtig lüften

Richtig lüften ist einfach und effizient zugleich. Denn dadurch gelangt ausreichend Frischluft nach innen, während schadstoffreiche Abluft nach außen abtransportiert wird. Wie das im Detail funktioniert, erklärt der Beitrag „Richtig Lüften“. 

Heizkörper nicht verdecken

Werden Heizkörper durch Möbel verdeckt oder sogar zum Trocknen von Wäsche benutzt, sinkt ihre Effizienz. Schließlich kann sich die Heizwärme nicht richtig im Raum verteilen. Unter Umständen bleiben die Räume weiterhin kalt, während die Heizkosten steigen.

Rolläden und Vorhänge zuziehen

Scheint tagsüber die Sonne, sollten die Vorhänge bzw. Rollläden zurückgezogen werden. Die Räume werden auf diese Weise erwärmt, ohne dass Heizkosten entstehen. Mit dem Einbruch der Dunkelheit sollten sie aber wieder zugezogen werden, um die tagsüber gewonnene Heizwärme drinnen zu behalten.  

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie man richtig heizt. Allerdings sorgen viele oft sehr kleine Maßnahmen dafür, dass Hausbesitzer und Hausbewohner ihre Heizkosten auf einem niedrigen Niveau halten können, ohne dass dabei Komforteinbuße entstehen. 

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