Wie heizen wir in der Zukunft?

Öl und Erdgas sind als Brennstoffe nur endlich vorhanden. Die Sonne ist aufgrund des Breitengrades nicht in der Lage, ein komplettes Gebäude das ganze Jahr über mit Strom und Wärme zu versorgen. Wenn, dann nur mit entsprechender Dimension. Wärmepumpen brauchen nach wie vor Strom oder Gas für den Abtrieb. Wie also könnte die Zukunft des Heizens aussehen, in der eine Heizung uns nicht nur mit Wärme versorgt, sondern dabei auch noch die Umwelt schont? In den folgenden Abschnitten finden Sie mögliche Lösungsansätze und einen Ausblick.

Heizen mit fossilen Energieträgern

Das Heizen mit fossilen Energieträgern wie Erdgas und Öl hat ausgedient. Darin sind sich viele Menschen und Experten einig. Im Zuge der Energiewende werden länderübergreifend immer strengere Maßnahmen ergriffen, um die Umwelt zu schonen. In Dänemark etwa dürfen Neubauten seit dem 1. Januar 2013 nicht mehr mit einer Öl- oder Gasheizung ausgestattet werden – sofern Fernwärme zur Verfügung steht. Auch hierzulande will die Bundesregierung mit einigen Gesetzen wie der Energiesparverordnungsgesetz (EnEV) oder der Erneuerbare-Energie-Wärmegesetz (EEWärmeG) die Nutzung fossiler Energieträger auf lange Sicht einschränken. Das Ziel ist also klar definiert: Weg von endlichen Brennstoffen! Aber wohin?

Wie könnte die Heizung der Zukunft aussehen?

Heizen mit erneuerbaren Energieträgern

Zumindest die Richtung ist klar: Auf lange Sicht müssen regenerative Technologien häufiger eingesetzt werden – und zwar auch in Bestandsgebäuden. Die Frage nach der richtigen Technologie lässt sich aber nur schwer beantworten, hat doch jede seine Stärken und Schwächen.

Heizen mit Holz

Das Heizen mit Holz wird in Deutschland immer beliebter. Der hohe Wirkungsgrad und die sehr gute Ökobilanz haben sicherlich einen erheblichen Beitrag dazu geleistet. Experten sehen darin aber nur ein Nischendasein. Schließlich braucht eine Holzheizung oder eine Pelletheizung immer ein Brennstofflager, das nicht in jedem Objekt vorhanden ist. Wenn sich die Zahl der eingesetzten Holzöfen schlagartig erhöhen würde, dann wäre eine nachhaltige Forstwirtschaft nicht mehr möglich.

Heizen mit der Umgebungswärme

Wärmepumpen und Solaranlagen nutzen die in ihrer Umgebung vorhandene Energie und wandeln sie in Strom bzw. Wärme um. Aber auch sie stellen nach dem heutigen Stand keine Dauerlösung für die Zukunft dar. Denn auch wenn eine Wärmepumpe sehr effizient arbeitet, benötigt sie für den Antrieb nach wie vor Strom. Auch Solarthermieanlagen sind geografisch nur bedingt in der Lage, ein komplettes Objekt zu beheizen. Als ergänzendes Heizsystem würde solch eine Anlage aber die Umweltbilanz stark verbessern.

Energieautark mit BHKW und Brennstoffzelle

Eine besondere Heizungsform stellen Kraft-Wärme-Maschinen wie die Brennstoffzelle und das Blockheizkraftwerk dar. Beide erzeugen neben Wärme auch Strom – wenn auch in unterschiedlichen Verhältnissen. Aber auch hier heizen die Besitzer solcher Anlage nicht ausschließlich mit erneuerbaren Energien. Denn sowohl die Brennstoffzelle als auch das Blockheizkraftwerk benötigen in der Regel fossile Brennstoffe für ihren Betrieb. Ausnahmen bilden der Stirling-Motor beim Blockheizkraftwerk und das Biogas bei der Brennstoffzelle. Ersteres ist in der Lage, Holz als nachwachsenden Stoff zu nutzen. Die Brennstoffzelle kann ebenfalls mit Biogas betrieben werden, was die Ökobilanz deutlich verbessern würde. In der Aktuell wird aber sowohl bei der Brennstoffzelle als auch beim Blockheizkraftwerk meist Erdgas als Antriebsenergie genutzt.

Lösungsansätze für das Heizen in der Zukunft

Auch wenn es zunächst nicht gerade einleuchtend klingt, sehen viele Experten im Heizen mit Strom die Lösung für die Zukunft. Anders als in den sechziger und siebziger Jahren wird der Strom nicht mehr ausschließlich von großen Atom- und Kohlekraftwerken erzeugt. Windparks sorgen in Hochzeiten dafür, dass viel mehr Strom produziert wird, als das Verteilernetz es aushalten könnte. Um das Netz nicht zu überlasten, werden Windräder teilweise angehalten. Mit dem Ausbau der Stromnetze und der Zunahme von immer leistungsstärken Stromspeichern könnte der grüne Strom eine zentrale Rolle beim Erreichen der Umweltziele einnehmen.

Damit ist natürlich nicht die Rückkehr der Nachspeicheröfen gemeint, sondern die Kombination aus grünem Strom und vorhandenen effizienten Heizungssystemen. Eine Wärmepumpe etwa könnte mit diesem erneuerbaren Strom betrieben werden, um das komplette Haus auch im Sommer mit Energie zu versorgen. Größe Stadtwerke können auch das Prinzip der Power to Heat nutzen und Überschussstrom in Wärme umwandeln. Letztere lässt sich wieder in Fernwärmeleitungen einspeisen.

Digitalisierung als Lösungsansatz

Moderne Heizungsanlage sind in der Lage, ökonomisch und ökologisch zu agieren. Mit Daten gefüttert können sie etwa das nach der Wetterlage optimale System steuern und dafür ein anderes pausieren lassen. Sie lassen sich ferner leicht und von überall aus bedienen. Das erhöht nicht nur den Komfort, sondern vermeidet auch die Verschwendung von Heizwärme.

Passive Solarenergie hilft beim Energiesparen

Einen weiteren Lösungsansatz bieten bauliche Maßnahmen. Neben Gebäudedämmung ist auch die Richtung entscheidend. Experten sprechen von der passiven Nutzung der Sonnenenergie. Demnach sollten Fenster und Türen nach Süden ausgerichtet und ausreichend groß dimensioniert sein, um im Winter die meisten Sonnenstrahlen aufzufangen. Damit die Gebäude im Sommer nicht überhitzen, werden Vordächer angebracht.

Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Der Wärmemarkt ist mit beinahe 50 Prozent weltweit der größte Energieverbraucher. Um die Erderwärmung zu bremsen, muss schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden. Nach aktuellem Stand der Technologie gibt es aber kaum ein Heizungssystem, das allein Ökonomie und Ökologie optimal in Einklang bringen kann. Und dass dieses eine Heizsystem in absehbarer Zeit auf den Markt kommen wird, ist auch sehr unwahrscheinlich. Daher gilt es, mehrere Technologien zu vereinen, um eine für den Moment optimale Heizlösung zu bekommen.

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