Wie funktioniert Smart Home? 

Unter Smart Home verstehen die meisten Menschen die intelligente Vernetzung von technischen Geräten innerhalb eines Haushalts. Doch wie sieht diese „Vernetzung“ im Detail aus? Welche Voraussetzungen sind im Vorfeld zu erfüllen? Welche Standards gibt es? Kurzum: Wie funktioniert Smart Home? Lesen Sie in den folgenden Abschnitten die Antwort auf diese Frage.

Was bedeutet Smart Home? 

Eine einheitliche Definition, was Smart Home genau bedeutet, gibt es nicht. Vereinfacht ausgedrückt, steht Smart Home als Oberbegriff für eine Wohnumgebung, in der wichtige Gegenstände wie Beleuchtung, Heizkörper und Haushaltselektrogeräte miteinander vernetzt und über ein Endgerät steuerbar sind. Beim Endgerät handelt es sich häufig um ein Smartphone. 

Wie funktioniert Smart Home in der Praxis?

Hausbesitzer oder Hausbewohner können via Smartphone ihre Heizungsanlage so steuern, dass diese die Räume noch vor ihrem Eintreffen auf die gewünschte Temperatur erwärmt. Sie können ebenfalls via Smartphone die Musikanlage im Wohnzimmer bedienen und dabei im Schlafzimmer liegen bleiben. Ihr smarter Kühlschrank ist in der Lage, Lebensmittel wie Milch oder Käse zu bestellen, bevor diese komplett verbraucht sind. Und die intelligente Waschmaschine meldet sich per SMS bei ihren Besitzern, sobald die Wäsche fertig ist und nur noch darauf wartet, aufgehängt zu werden. 

Es gibt noch etliche Beispiele dafür, wie Smart Home in der Praxis funktioniert. Etwa programmierbare Thermostate, die mit Wetterdaten gefüttert werden und die Heizkörper somit wetterabhängig steuern, oder einbruchsichere Fenster, die den Alarm auslösen, wenn sie unerwartet geöffnet werden. Experten teilen die Funktionen von Smart Home in drei große Bereiche: Komfort, Energiesparen und Sicherheit. Dazu gleich mehr.    

Eine Hand mit einem Smartphone symbolisiert die Frage: Wie funktioniert Smart Home 
© NicoElNino | Fotolia

Wie Smart Home technisch funktioniert

Vereinfacht ausgedrückt, funktioniert Smart Home nach dem Prinzip Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe. Die Eingabe erfolgt in vielen Formen: So kann der Befehl durch das Drücken einer Taste, durch einen Bewegungssensor, durch Gesten oder durch Sprachen ausgeführt werden. Die Verarbeitung findet in einer Einheit, einer Smart Home-Schaltzentrale statt. Hier sind alle smarten Endgeräte über teils mehrere Übertragungswege miteinander verbunden. In ihrer ursprünglichen Form sorgen Kabel für die Kommunikation unter den Geräten. Daneben gibt es noch andere Übertragungsstandards via Funk wie WLAN, Bluetooth, ZigBee, Z-Wave oder KNX.     

Warum unterschiedliche Übertragungsstandards?

Da es auf dem freien Markt nicht nur einen, sondern mehrere Hersteller und Anbieter für Smart Home-Geräte gibt, existieren unterschiedliche Übertragungsstandards. Um zu verstehen, wie Smart Home funktioniert, lohnt es sich, die Vor- und Nachteile der gängigsten Standards zu kennen.

  • WLAN: Die meisten Menschen kennen WLAN entweder am Arbeitsplatz oder in den eigenen vier Wänden. Als Übertragungsstandard für Smartphone und Computer hat es sich zwar durchgesetzt. Für die Vernetzung intelligenter Haushaltsgegenstände eignet es sich aber nur bedingt. Es zieht einerseits sehr viel Strom und ist andererseits oft überlastet. Man könnte das WLAN auch mit einer ständig befahrenen Autobahn vergleichen, auf der es häufig zu Staus kommt.
  • Bluetooth: Wer einmal zwei Endgeräte via Bluetooth miteinander verbunden hat, kennt es: Die Reichweite ist sehr beschränkt. Auch wenn dieser Übertragungsstandard wesentlich weniger Strom benötigt als das WLAN. Für die Verwendung in einem Smart Home ist es dennoch ungeeignet.
  • ZigBee: Viele Hersteller haben extra für Smart Home spezielle Übertragungsstandards entwickelt. Diese sind nicht nur stromsparender. Sie wechseln sogar bei Nicht-Gebrauch automatisch in einen sogenannten Tiefschlafmodus und arbeiten dadurch sehr energieeffizient. Einer dieser Übertragungsstandards ist ZigBee.
  • Z-Wave: Auch Z-Wave wurde extra für den Einsatz in einem Smart Home entwickelt und zeichnet sich durch seinen energiesparenden Betrieb aus. Ähnlich wie ZigBee kann es bei Z-Wave zu Kompatibilitätsproblemen mit Geräten kommen, die einen anderen Übertragungsstandard verwenden.
  • KNX: Den drahtgebundenen Übertragungsstandard gibt es mittlerweile auch als Funk-Variante. Grundsätzlich gilt KNX als sicher und störungsfrei. Allerdings ist die Installation verhältnismäßig teuer und aufwendig.  

Die unterschiedlichen Ausgaben-Geräte

Wie eingangs erwähnt, funktioniert Smart Home nach dem Prinzip Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe. Da der Begriff Smart Home mittlerweile eine große Bandbreite abdeckt, gibt es dementsprechend viele Formen von Ausgaben. Diese lassen sich grob in drei große Bereiche Komfort, Sicherheit und Energiesparen einteilen:

  1. Komfort: Darunter fallen Smart Home-Geräte, die das Leben „einfacher“ machen sollten. Dazu gehören unter anderem die ortsungebundene Steuerung von Musikanlagen, das Ein- und Ausschalten sowie Dimmen von (Stimmungs-)Lichtern und Rollladen sowie das Auf- und Abdrehen von Heizkörper- und Raumthermostaten.
  2. Energiesparen: Komfort und Energieeffizienz gehen häufig Hand in Hand. So tragen intelligente Heizkörperthermostate nicht nur zur Steigerung der Lebensqualität bei. Sie helfen auch aktiv, Heizkosten zu senken. Das Gleiche gilt übrigens für die Steuerung aller stromhungrigen Entertainmentanlagen.
  3. Sicherheit: Nicht zuletzt können Hausbesitzer und Hausbewohner ihr Zuhause sicherer machen. Sei es mit eingebautem Bewegungsmelder, Tür- und Fenstersensor, Leckage-Schutz vor Wasserschäden oder mit installierten Überwachungskameras, die mit den beiden erst genannten Gegenständen interagieren.  

Diese Vor- und Nachteile gibt es

Wie funktioniert Smart Home? Wer sich diese Frage stellt, möchte in der Regel auch wissen, ob sich die Anschaffung lohnt oder nicht. Im Folgenden haben wir die Vor- und Nachteile von Smart Home zusammengefasst:

Vorteile von Smart Home

  • Erhöhung der Lebensqualität durch gesteigerten Komfort
  • Energieeinsparungen durch intelligente Steuerung wichtiger Geräte
  • Einbruchsicherheit lässt sich deutlich erhöhen
  • Technisch auf dem neuesten Stand
  • Nachträglicher Einbau in Bestandsgebäuden problemlos möglich
  • Einige Maßnahmen werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert

Ausführliche Informationen zum Thema finanzielle Anreize finden Sie auch im Beitrag Förderung für Smart Home.

Nachteile von Smart Home

  • Anschaffungskosten können je nach Hersteller und Geräteanzahl hoch ausfallen
  • Inkompatibilitätsprobleme bei einigen Herstellern vorhanden
  • Datenschutz nicht immer transparent und gewährleistet
  • (Sicherheits)Technisch zum Teil noch nicht ausgereift
Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Wie Smart Home im Detail funktioniert, hängt unter anderem auch davon ab, was Hausbesitzer und Hausbewohner erreichen wollen. Grundsätzlich sind aber immer drei Komponenten notwendig. Dazugehören das Eingabegerät, die Schaltzentrale sowie smarte Endgeräte, die die Befehle ausführen.  

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