Was ist eine Heizung? - Die Top 3 der originellsten Fragen

Mit dem Beginn der Heizsaison rückt die Heizungsanlage mehr und mehr in den Vordergrund. Fragen zu den Themen Heizpflicht, Heizperiode und Zeitpunkt zum Heizen tauchen im Internet immer öfter auf. So manche aber werden erst gar nicht oder nur selten gestellt. Sei es, weil sie zu simpel erscheinen, oder manchmal auch zu naheliegend. Lesen Sie in den folgenden Abschnitten die drei ungewöhnlichsten Fragen zum Thema Heizung.

Was ist eine Heizung?

Zu den ungewöhnlichsten Fragen, die im Internet kursieren, zählt sicherlich die Frage, was eine Heizung ist. Diese auf den ersten Blick naiv wirkende Frage ist beim genauen Hinschauen mehr als berechtigt. Denn was eine Heizung genau ist, lässt sich kaum in einem Satz beschreiben.

Die Heizung als ein technisches Gerät

Vereinfacht gesagt ist eine Heizung ein Gerät, das dafür sorgt, dass die Räume schön warm werden - und bleiben. Oft ist eine Heizung auch für die Warmwasserbereitung verantwortlich und somit nicht nur während, sondern auch außerhalb der Heizsaison unabdingbar. Im Falle eines Blockheizkraftwerks oder einer Brennstoffzellenheizung sorgt sie neben der Wärme sogar für die Stromproduktion.

Die Heizung ist mehr als nur der Heizkörper

Vor allem Mieter verwechseln eine Heizung häufig mit dem sichtbaren Heizkörper, der in der Regel an der Wand und unter dem Fenstersims hängt. Das ist auch nachvollziehbar, denn ihnen wird der Zutritt zu der eigentlichen Heizungsanlage verwehrt. Diese befindet sich häufig im Heizraum oder Keller. Im Falle einer Gastherme kann sich der Wärmeerzeuger aber auch auf dem Dachstuhl oder in einem Wirtschaftsraum befinden. Richtig müsste es also heißen, dass eine Heizung beziehungsweise eine Heizungsanlage aus mehreren Komponenten besteht. Dazu gehören unter anderem:

  • Der Wärmeerzeuger (mit oder ohne Verbrennung)
  • Die teils unsichtbaren Rohrleitungen
  • Die meist sichtbaren Heizkörper
  • Sicherheitsrelevantes Heizungszubehör wie Pumpen, Ausdehnungsgefäße und Messinstrumente

In dem Beitrag: "Frag' den heizung.de Experten: Warum stehen Heizkörper immer unter dem Fenster?" beantworten wir Ihnen auch diese kuriose Frage. 

heizung.de Top 3 der originellsten Fragen

Was bedeutet Heizen?

Zu den originellsten Fragen zum Thema Heizung gehört auch “Was bedeutet Heizen?” - allerdings nur auf den ersten Blick. Denn Heizen lässt sich auf sehr unterschiedliche Weise realisieren.

Heizen auf Basis der Verbrennung

Die klassische Art des Heizens basiert auf der Verbrennung eines Brennstoffs. War es vor Millionen von Jahren noch das Holz, gibt es mittlerweile mehrere Energieträger, die zur Wärmeerzeugung verbrannt werden. Zu den gängigsten Brennstoffen zählen Heizöl und Erdgas. Diese werden verbrannt, wodurch sie ihre Energie in Form von Wärme freisetzen. Sie wird dazu benutzt, um das Heizwasser zu erhitzen, das anschließend mithilfe einer Pumpe zu den Heizkörpern transportiert wird.

Heizen mit solarer Energie

Dass Heizen nicht nur mit Verbrennung zusammenhängen muss, zeigt das Beispiel der Solarthermie. Diese Anlagen nutzen die kostenfreie Sonnenenergie, um eine Flüssigkeit zu erwärmen. Letztere gibt die so gewonnene Energie an einen Wärmetauscher weiter, der sie wiederum auf einen sehr gut gedämmten Wasserbehälter (Solarspeicher) überträgt. Mit diesem erwärmten Wasser lässt sich unter anderem ein Haus beheizen.

Heizen mit Umweltwärme

Ähnlich wie Solarthermieanlagen nutzen Wärmepumpen die kostenfreie und nahezu unendlich verfügbare Umweltwärme aus der Umgebungsluft, dem Erdreich und dem Grundwasser, um ein Gebäude auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Konkret wird mit dieser Umweltenergie ein Kältemittel zum Verdampfen gebracht, wodurch Wärme entsteht. Um Letztere auf ein höheres Niveau anzuheben, verdichtet ein Kompressor das verdampfte KältemittelDie so entstandene Wärme wird mithilfe eines Wärmetauschers der Raumbeheizung bereitgestellt.

Heizen auf Basis der kalten Verbrennung

Ein anderes Beispiel dafür, was Heizen auch bedeuten kann, zeigt die Brennstoffzellenheizung. Sie verbrennt weder einen Energieträger noch nutzt sie Umweltwärme zur Wärmeerzeugung. Stattdessen teilt sie Wasserstoff in einem elektrochemischen Prozess, wodurch Wärme und Strom entstehen. Der Wasserstoff wird zuvor aus dem Erdgas reformiert. Der elektrochemische Prozess wird auch kalte Verbrennung genannt. Die gleichzeitige Nutzung von Strom und Wärme bezeichnen Fachleute Kraft-Wärme-Kopplung. Dieselbe Technik nutzen im Übrigen auch die bereits genannten Blockheizkraftwerke.

Welche Heizung habe ich?

Auch diese Antwort lässt sich nicht immer einfach beantworten. Schließlich hängt es entscheidend davon ab, wem die Frage gestellt wird: einem Mieter oder dem Anlagenbesitzer. Ähnlich wie bei der ersten Frage, was eine Heizung ist, tun sich Mieter auch in diesem Fall schwer. Denn sie haben in der Regel keinen Zutritt zu der eigentlichen Heizung. Sie können folglich nicht sagen, ob die von ihnen gemieteten Räume mit Gas, Öl, Strom oder Holz beheizt werden. Anlagenbesitzer wiederum müssen einfach nur einen Blick auf das Typenschild werfen, um die wichtigsten Informationen zum Wärmeerzeuger zu erhalten.

Ein Wärmeerzeuger steht nicht zwangsweise im Haus

In Ballungsgebieten wird die Raumbeheizung häufig nicht von einem klassischen Wärmeerzeuger übernommen, sondern von Heizkraftwerken. Die Wärme wird über Fernwärmenetze an sogenannte Fernwärmeübergabestationen abgegeben. Von dort aus gelangt sie bedarfsgerecht an die jeweiligen Abnehmer in Form von Haushalten. Welche Energieträger zur Wärmeerzeugung genutzt werden, ist häufig unklar. Infrage kommen sowohl fossile Energieträger wie Heizöl und Erdgas als auch erneuerbare Energien wie Windenergie (Windkraftanlagen) und Umweltwärme (Großwärmepumpen). In diesem Fall können sowohl Mieter als auch Anlagenbesitzer nicht spontan sagen, welche Heizung sie denn haben.

Ausnahme: Selten benutzte Räume

Eine Ausnahme bilden selten benutzte Räume wie Gästezimmer, Hobbyräume oder Besuchertoiletten. Denn diese werden häufig mit einer Zusatzheizung beheizt, um eine Mindesttemperatur zu erzielen. Diese Zusatzheizungen sind meist sichtbar und lassen sich leicht identifizieren. Hier ist also eine Unterscheidung in Einzel- und Zentralheizung im Vorfeld notwendig, bevor die Frage, welche Heizung man hat, beantwortet werden kann.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Es gibt viele Fragen, die anscheinend selbsterklärend sind - allerdings nur auf den ersten Blick. “Was ist ein Buch?”, “Was ist Liebe?” gehören ebenso dazu wie “Was ist eine Heizung?” oder “Was ist Heizen?” Beim genaueren Hinschauen stellt sich aber schnell heraus, dass die Fragen viel komplexer sind, als ursprünglich angenommen.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

News article img

Artikelbewertung