Stichtag 1984: Alter Kamin vor dem Aus

Ein alter Kamin, der bis einschließlich 1984 eingebaut wurde und zu viel Feinstaub ausstößt, muss noch in diesem Jahr stillgelegt oder ausgetauscht werden. Alternativ kann er auch mit einem Spezialfilter umgerüstet werden. Wer einen alten Kamin besitzt, muss sich jetzt aber nicht gleich beeilen. Denn natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Welche das sind, haben wir für Sie in den folgenden Abschnitten zusammengetragen.

In zahlreichen Haushalten findet sich noch ein alter Kamin. Kein Wunder, denn er bringt nicht nur Wärme in die eigenen vier Wände. Er macht den dazugehörigen Raum auch viel gemütlicher. Darüber hinaus ist ein Kamin sehr flexibel in der Aufstellung und im Vergleich zu anderen Heizsystemen kostengünstig. Ist sein Emissionsausstoß aber zu hoch, muss ein alter Kamin modernisiert oder ganz ersetzt werden.

Ein alter Kamin, der vor 1984 eingebaut wurde, muss Ende 2017 ausgetauscht werden.

Alter Kamin austauschen: Diese Pflicht gab es bereits

Die Idee ist nicht neu. Schon in der 2010 verabschiedeten Bundesimmissionsschutzverordnung, kurz BlmSchV, wurden Grenzwerte für Feinstaubemission und Kohlenstoffmonoxid festgelegt. Demnach muss ein alter Kamin, dessen Emissionsausstoß darüber liegt, ausgetauscht werden. Alte Kaminöfen, die vor dem 1. Januar 1975 in Betrieb genommen wurden, mussten bereits Ende 2014 stillgelegt bzw. umgerüstet werden.

Nun sind alte Kaminöfen dran, die bis einschließlich 1984 eingebaut wurden. Weitere Fristen stehen auch schon fest: So müssen Modelle der Baujahre 1985 bis 1994 am Jahresende 2020 erneuert werden. Vier Jahre später gilt die Austauschpflicht für Geräte, die zwischen 1995 und 2010 hergestellt wurden.

Nicht jeder alte Kamin muss ersetzt bzw. umgerüstet werden

Dass ein alter Kamin mehr Schadstoffe ausstößt, als ein neueres Modell dies tut, liegt auf der Hand. Für alle Geräte, die vor März 2010 in Betrieb genommen wurden, gelten daher andere Grenzwerte als für neuere Modelle. Die Grenzwerte wiederum sind das eigentliche Auswahlkriterium für die Umtauschpflicht. Es ist durchaus möglich, dass es Geräte gibt, die diese Grenze unterschreiten - und das, obwohl sie vor 1984 eingebaut wurden. Allerdings sieht die BlmSchV eine Nachweispflicht für Betreiber von alten Kaminen vor. Diese müssen selbst nachweisen, dass ihr alter Kamin den Anforderungen entspricht.

Grenzwerte sind entscheidend

Wollen Besitzer die genauen Grenzwerte ihres alten Kamins herauszufinden, gibt es zwei Möglichkeiten. Sie können einen Blick auf die Bescheinigung des Herstellers werfen. Dort sollten die Grenzwerte zu finden sein. Ist die Bescheinigung nicht mehr vorhanden, können Hausbesitzer auch einen Bezirksschornsteinfeger mit der Messung beauftragen. Anhand der ermittelten Werte wissen sie, ob sie ihren alten Kamin austauschen müssen oder nicht. Die Grenzwerte für einen alten Kamin liegen übrigens bei 4 Gramm Kohlenstoffmonoxid und 0,15 Gramm Staub pro Kubikmeter.

Alternativ lässt sich ein alter Kamin auch mit Spezialfiltern umrüsten. Diese werden aber nicht massenhaft hergestellt und sind daher noch sehr teuer. In vielen Fällen kostet ein neuer Kamin halb so viel wie der Filter plus Einbaukosten.

Ausnahmen für alte Kaminöfen

Weil ein alter Kamin die Umwelt unnötig belastet, sollte er durch einen modernen und effizienteren ersetzt werden. Wird ein Objekt aber ausschließlich mit einem alten Kamin geheizt, sind die Besitzer von der Austauchpflicht befreit. Weitere Ausnahmen sind historische Öfen, die vor 1950 hergestellt wurden sowie offene Kamine und Kochherde.

Bußgeld in Höhe bis zu 50.000 Euro möglich

Wer den alten Kamin weiterhin benutzt, obwohl dieser die Voraussetzungen nicht erfüllt, dem droht Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Bevor es soweit ist, bekommen die Kaminofenbesitzer in der Regel eine Frist zur Nachrüstung von ihrem Schornsteinfeger gesetzt. Erst bei Zuwiderhandlungen schaltet sich das Ordnungsamt ein und kann das Bußgeld verhängen. Wollen Hausbesitzer ihren alten Kamin als Dekoration nutzen, müssen sie das Rohr entfernen und die Tür abriegeln.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Ein alter Kamin stößt verhältnismäßig viel Schadstoffe aus und arbeitet darüber hinaus ineffizient. Ein moderner Kamin hingegen ist günstig in der Anschaffung und belastet die Umwelt kaum. Auf Dauer lohnt sich die Investition auch deshalb, weil ein moderner Kamin einen deutlich geringeren Verbrauch hat.

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