Sektorkopplung: Ihr Ansatz und Ihre Ziele

Die Energiewende soll eine erfolgreiche Abkehr von fossilen Energieträgern und speziell der Atomkraft sicherstellen. Damit das gelingt, muss die sogenannte Sektorkopplung helfen. Ihr Ziel ist es vorrangig, dass in vielen verschiedenen Bereichen der Energiebedarf Schritt für Schritt nicht mehr durch fossile Energieträger, sondern stattdessen durch Energie aus regenerativen Trägern gedeckt wird.

Was versteht man unter Sektorkopplung?

Aktuell wird bereits mehr als ein Drittel des Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt. Dieser Wert bezieht sich aber hauptsächlich auf den Strom. Damit die Energiewende gelingt, müssen auch andere Bereiche nachziehen, beispielsweise die der Heizenergie oder der Verkehr. In beiden Sektoren werden noch immer häufig fossile Energieträger zur Deckung verwendet. Andererseits kann eine ganzheitliche Neu-Ausrichtung im Stromsektor auch auf andere Bereiche positiv übergreifen, schließlich kommt Strom längst nicht nur im Haushalt zum Einsatz.

Die Sektorkopplung widmet sich also drei großen Bereichen: Dem Strom generell, der Wärme und dem Verkehr. Synergieeffekte sollen solch eine Kopplung begünstigen. Um den notwendigen Bedarf möglichst weitläufig durch regenerative Energieträger zu decken, verabschiedete die Politik am 8. Juli 2016 eine Novelle vom Erneuerbaren-Energien-Gesetz mit dem Zusatz 2017. Diese ist Bestandteil der Sektorkopplung, da sie einerseits den Ausbau von Solarkraft und Windenergie vorsieht, andererseits aber auch einzuhaltende Richtlinien für den Netzausbau definiert. Im Zuge dessen sollen langfristig die Netzgebühren auf bundesweiter Ebene angeglichen werden.

Hände umgreifen Zahnräder als Symbol für die Sektorkopplung

Strom soll maßgeblich bei der Wärmeerzeugung helfen

Ein wichtiger Bestandteil der Sektorkopplung ist das Verfahren Power to Heat. Ins Deutsche übersetzt bedeutet das quasi: Strom zu Wärme umwandeln. Heutzutage kommt das durchaus schon häufiger zum Einsatz, beispielsweise bei den Wärmepumpen, die zwar regenerative Energiequellen nutzen, andererseits aber mit Strom betrieben werden. Verändern sich die Anteile zwischen fossilen und erneuerbaren Energieträgern beim Strom, resultiert das in diesem Fall auch bei der Wärmeerzeugung in einem positiven Effekt. Am Beispiel der Wärmepumpen lässt sich der Grundgedanke hinter der Sektorkopplung bereits gut verstehen. Einen einzelnen Sektor auf erneuerbare Energien auszurichten ist keinesfalls ausreichend, denn eine ganzheitliche Umstellung kann nur durch eine Kopplung erfolgen.

Damit das in der Praxis funktioniert, stehen Verbraucher, Versorger und die Politik gleichermaßen in der Pflicht. Strom aus regenerativen Energiequellen muss finanzierbar bleiben, während Anschaffungskosten für umweltschonende Installationen wie die Wärmepumpe weiter reduziert werden. Erst dann lohnt sich durch diese Kopplung ein Umstieg von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energiequellen. Im Verkehr verhält es sich nicht anders. Vor allem Elektroautos stehen seit Jahren im Fokus. Wird mit Strom gefahren, statt mit fossilen Energieträgern und deren Brennstoff, wird ebenfalls ein erheblicher Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffemissionen und im Gegenzug für das Voranschreiten der Energiewende geleistet.

Sektorkopplung zum Erreichen der Ziele der Energiewende unabdingbar

Eine verstärkte Vernetzung, oder besser gesagt Kopplung, einzelner Sektoren ist unerlässlich, anderenfalls sind die ehrgeizigen Ziele der Energiewende nicht zu erreichen. Das zu Grunde liegende Ziel, den Klimaschutz in jedem einzelnen dieser Sektoren zu berücksichtigen und dank der Vernetzung einen schnelleren Wandel zu vollziehen, funktioniert indes nur unter der politischen Leitung. Für den Verbraucher hat dieser Umstand aktuell in erster Linie geringfügige Auswirkungen. Es steht aber außer Zweifel, dass eine Sektorkopplung die bei der Energiewende zu erwartenden Kosten reduzieren wird, anstatt diese anzuheben. Zudem wäre der ganze Prozess ohne solch eine Kopplung wesentlich schwieriger umzusetzen.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Biokraftstoffe spielen eine tragende Rolle, speziell der Wärmesektor wird ohne klassische Stromenergie aber nicht auskommen. Erfolgt eine Umstellung hin zu immer mehr Wärmepumpen und Alternativen, die mit Strom betrieben werden müssen, ist ein Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten ebenfalls unabdingbar. Im Sommer, wenn der Heizbedarf sinkt, müssten diese Kapazitäten aber anderweitig nutzbar bleiben, beispielsweise zur Herstellung von Synthesekraftstoffen.

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