Schornstein-Sanierung: Gründe, Arten, Kosten

Wenn der alte Kamin auseinanderfällt oder Hausbesitzer eine neue Heizung installieren, kommen sie um eines meist nicht herum: Eine Schornstein-Sanierung. Denn nur so lassen sich die Abgase der Wärmeerzeuger sicher nach außen transportieren. Wir erklären, wann Verbraucher den Schornstein sanieren sollten, welche Möglichkeiten sie dazu haben und was die Schornsteinsanierung eigentlich kostet. 

Typische Gründe für eine Schornstein-Sanierung  

Der Schornstein leitet die Abgase der Heizung sicher nach außen. Er sorgt für eine gesunde Atmosphäre im Haus und nicht zuletzt auch dafür, dass der Wärmeerzeuger richtig läuft. Ist der Kamin defekt oder für eine neue Heizung ungeeignet, steht in der Regel eine Schornstein-Sanierung an.

Schornstein Sanierung bei einem Kesseltausch
© januszt / Shutterstock.com

Versottung als Grund für Arbeiten am Abgassystem  

Bei der Versottung dringt Feuchtigkeit aus den Verbrennungsabgasen in die Mantelsteine des Kamins. Durch die enthaltenen Säuren ist das Wasser dabei so aggressiv, dass es das Mauerwerk empfindlich zerstören kann. Die ganze Konstruktion kann dabei erhebliche Schäden davontragen, sodass Hausbesitzer eine Schornstein-Sanierung in Auftrag geben müssen. Aber keine Sorge: Verbraucher müssen nicht selbst in den Schlot schauen. Diese Aufgabe übernimmt der zuständige Kaminkehrer bei der regelmäßigen Kontrolle der Anlage.

Alte Schornsteine passen nicht zur neuen Heizung   

Ein zweiter und weitaus häufigerer Grund für eine Schornsteinsanierung ist der Heizungstausch. Kommt zum Beispiel eine moderne Brennwertanlage zum Einsatz, arbeitet diese mit sehr niedrigen Abgastemperaturen. Alte Schornsteinquerschnitte sind dafür in der Regel zu groß, sodass die Gefahr der Kondensatbildung im Abgassystem steigt. Wie im vorherigen Punkt erklärt, könnte das Tauwasser in die Wandungen eintreten und diese Schritt für Schritt zersetzen. Um das zu verhindern, prüft ein Heizungsfachmann die gesamte Anlage, bevor er einen neuen Kessel anschließt.

Den Schornstein sanieren: Diese Möglichkeiten gibt es  

Steht die Schornstein-Sanierung an, gibt es heute unterschiedliche Möglichkeiten. Neben Edelstahl-Systemen kommen dabei auch Elemente aus Keramik oder Kunststoff zum Einsatz. Welches das Richtige ist, entscheidet sich nach der Art und der Leistung der angebundenen Heizung.

Die Schornsteinsanierung mit Edelstahl  

Edelstahl ist ein robustes und wasserundurchlässiges Material, das für viele Heizsysteme geeignet ist. Es lässt sich in der Regel einfach von oben in den alten Kamin einziehen und ohne viel Schmutz verlegen. Zum Einsatz kommt Edelstahl zum Beispiel dann, wenn Verbraucher eine neue Scheitholz- oder Pelletheizung installieren möchten. Ein besonderer Vorteil: Durch flexible Rohre lassen sich auch Sprünge in der Kaminführung ohne großen Aufwand realisieren.

Übrigens: Auch Hausbesitzer, die einen Kamin nachrüsten möchten, entscheiden sich häufig für Edelstahlsysteme. Denn diese lassen sich auch dann installieren, wenn kein freier Schornsteinzug in der Nähe ist. Die Komplettsysteme führen die Abgase dabei entweder direkt über das Dach oder durch die Außenwand und dann an der Fassade nach oben.

Keramik zum Schornstein sanieren  

Auch Keramik ist ein robustes Material. Es hält hohen Temperaturen stand und nimmt selbst bei der Kondensation der Rauchgase keinen Schaden an. Somit eignet es sich für alle erdenklichen Heizungsarten und bietet auch langfristig gesehen eine hohe Flexibilität. Die Schornsteinsanierung mit Keramik erfolgt vom Keller und vom Dach aus. Bei Sprüngen in der Abgasführung müssen Handwerker die alten Wandungen jedoch aufstemmen. Anders lassen sich die Formteile zur Richtungsänderung nicht montieren. Bei bestimmten Heizsystemen ist außerdem eine Wärmedämmung einzubringen.

Kunststoffsysteme für Brennwertheizung  

Eine Brennwertheizung arbeitet naturgemäß mit sehr niedrigen Abgastemperaturen. Folglich kann es wie im Kessel auch im Abgassystem dazu kommen, dass die Rauchgase kondensieren. Der Hochleistungskunststoff hält dem jedoch stand und ist somit perfekt für die Abgasführung von Heizungen mit Brennwerttechnik geeignet. Nicht kompatibel sind die Elemente allerdings mit Holz- oder Pelletanlagen, da diese mit sehr hohen Abgastemperaturen arbeiten.

Schornsteinsanierung: Typische Kosten im Überblick

In vielen Ein- und Zweifamilienhäusern stellt die Schornstein-Sanierung heute kaum ein Problem dar. Experten lassen die nötigen Bauteile in der Regel vom Dach aus in den alten Schlot hinab und schaffen die Arbeiten meist an einem Tag. Lediglich zum Anschluss an die Heizung sind häufig Stemmarbeiten nötig.

Aber wie viel kann das Schornstein Sanieren eigentlich kosten? Eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt es leider nicht. Denn die Preise hängen neben regionalen Unterschieden auch von den Gegebenheiten vor Ort ab. Ein Installateur kann alles individuell prüfen und ein zuverlässiges Angebot erstellen. Grob überschlagen liegen die Kosten für die Schornsteinsanierung bei 500 bis 1.500 Euro. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Schornstein-Sanierung steht immer dann an, wenn der alte Kamin beschädigt ist oder eine neue Heizung zum Einsatz kommt. Zur Auswahl stehen dabei Systeme aus Edelstahl, Keramik oder Kunststoff. Experten schaffen die Arbeiten in der Regel schon an einem Tag. Die Kosten der Schornsteinsanierung für Ein- und Zweifamilienhäuser liegen bei 500 bis 1.500 Euro. 

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