Schornstein: Anforderungen, Arten, Kosten

Der Schornstein bezeichnet den Teil der Heizungsanlage, der meist gut sichtbar aus dem Dach herausragt. Er leitet die Abgase der Verbrennung nach draußen und muss zu Haus und Heizung passen. Während die Anlagen früher hauptsächlich dem Rußbrand standhalten mussten, sind sie durch geringere Abgastemperaturen heute vor allem vor Kondensat zu schützen. 

Funktion und Anforderungen an moderne Schornsteine  

Der Schornstein ist ein Teil der Heizungsanlage, über den die Abgase sicher nach außen strömen. Er führt vom Wärmeerzeuger meist senkrecht nach oben, bis er aus dem Dach ins Freie ragt. Da die warme Luft an der Heizung eine geringere Dichte als die der Umgebung hat, strömen die Abgase in der Regel von selbst nach oben. Der sogenannte Kamineffekt sorgt für einen sicheren Betrieb und verhindert, dass Abgase in das Gebäude gelangen. Damit das richtig funktioniert, muss der Durchmesser vom Schornstein zur Abgasmenge, zur Abgastemperatur und zur Höhe der Anlage passen. Bleibt der Auftrieb durch besonders niedrige Abgastemperaturen aus, sorgen Ventilatoren für die nötige Sicherheit.

Beständigkeit gegenüber Rußbrand und Feuchtigkeit

Während Schornsteine früher vor allem Bränden standhalten mussten, entstehen mit modernen Heizsystemen immer neue Herausforderungen. So können niedrige Abgastemperaturen dazu führen, dass Wasserdampf an den kalten Rohrwänden kondensiert. Sind die Systeme feuchteempfindlich, würden Säuren entstehen, die die Schornsteine sukzessive zerstören. Experten sprechen dabei von der Versottung.

Schornstein an der Außenseite eines Gebäudes
© Rokfeler | Fotolia

Arten von Schornsteinen im Überblick  

Heute lassen sich verschiedene Schornsteinarten unterscheiden. Sie bestehen aus Edelstahl, Keramik oder Kunststoff und haben individuelle Vor- und Nachteile.

Gemauerte Schornsteine für die Heizung  

Gemauerte Schornsteine sind typisch für den Altbau. Sie bestehen aus massiven, gemauerten Wänden und kommen in der Regel ohne ein eingelassenes Rohr aus. Die Systeme eignen sich zum Betrieb von Kaminen, sind durch die raue Oberfläche jedoch häufig vom anhaftenden Ruß zu befreien. Die Bauteile sind empfindlich gegenüber Feuchte und neigen mit modernen Brennwertheizgeräten zur Versottung. Ein Vorteil: Die massiven Wände speichern die Wärme der Abgase und geben diese wie eine zusätzliche Heizfläche an die jeweiligen Räume ab.

Mehrschalige Schamottschornsteine  

Schamottschornsteine sind in der Regel durch einen dreischaligen Aufbau erkennbar. So bestehen sie aus einem keramischen Innenrohr, einer mineralischen Dämmung und einem gemauerten Mantel. Durch die Dämmung sinkt die Abgastemperatur langsamer und der Auftrieb bleibt stabil. Zudem haben die Innenrohre eine glatte Oberfläche, die weniger stark verrußt und leichter zu reinigen ist. Da auch diese Systeme nicht feuchteunempfindlich sind, eignen sie sich kaum für den Betrieb mit modernen Öl- oder Gasbrennwertheizungen.

Schornsteinsysteme aus Edelstahl  

Edelstahl ist temperaturbeständig und feuchteunempfindlich, weshalb sich Schornsteine aus dem Metall für viele Einsatzzwecke eignen. Einer ist der Betrieb mit einer modernen Gas- oder Ölheizung, die durch ihre effiziente Betriebsweise mit sehr niedrigen Abgastemperaturen arbeitet. Edelstahlschornsteine eignen sich aber auch für den Betrieb mit Öfen, Kaminen oder Holzheizungen. Ein besonderer Vorteil ist die vergleichsweise einfache Montage, durch die sich die Systeme bei einer Sanierung meist einfach nachrüsten lassen. Einen Platz finden sie dabei entweder im Innern gemauerter Schornsteine oder außen an der Fassade. Vor allem Letztere besitzen in der Regel einen mehrschaligen Aufbau, in den auch eine Dämmschicht integriert ist.

Moderne Schornsteine aus Kunststoff  

Auch Kunststoffschornsteine eignen sich besonders gut zur Sanierung, wenn alte Heizungen durch neue Brennwertanlagen ersetzt werden. Sie lassen sich in gemauerte Schornsteinsysteme einsetzen oder als Abgasleitung einer Heiztherme direkt über das Dach nach außen führen. Da die Systeme meist nur für Abgastemperaturen von bis zu 120 Grad Celsius zugelassen sind, kommen sie für Ofen, Kamin oder Holzheizung nicht infrage.

Luft-Abgas-Schornsteine für raumluftunabhängig Heizgeräte  

Besonders modern, sicher und effizient sind sogenannte Luft-Abgas-Schornsteine (LAS). Diese bestehen aus zwei ineinander verlaufenden Rohren. Während das Innere die Abgase nach außen führt, saugt die Heizung Außenluft durch das Mantelrohr an. Strömen beide Gase aneinander vorbei, geht ein Teil der Energie vom Abgas auf die Verbrennungsluft über. Diese wird vorgewärmt und der Energieverbrauch sinkt. Darüber hinaus ermöglichen die Systeme auch einen raumluftunabhängigen Betrieb, der vor allem in modernen und dichten Gebäuden besonders wichtig ist.

Die Kosten für neue Abgasanlagen  

Wer sein Haus saniert und eine neue Heizungsanlage einbauen lässt, benötigt in vielen Fällen auch einen neuen Schornstein. Die Kosten dafür hängen neben dem Material vor allem auch von der Größe und der Höhe des Gebäudes ab. Sie belaufen sich auf 500 bis 5.000 Euro und können nur mit dem Angebot von einem Installateur richtig beziffert werden.

Fördermittel senken die Schornstein-Preise  

Entscheiden sich Hausbesitzer für eine neue Brennwertheizung, fördert der Staat auch die Kosten der Schornsteinsanierung. So gibt es zinsgünstige Darlehen oder einmalige Zuschüsse in Höhe von zehn Prozent der Kosten über die Programme 152 und 430 der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Wichtig ist, dass Hausbesitzer die Mittel unbedingt vor dem Beginn der Bauarbeiten zusammen mit einem Energieberater beantragen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Der Schornstein leitet die Abgase der Heizung sicher nach außen. Damit das funktioniert, muss er zur Leistung und zur Art der Wärmeerzeuger passen. Infrage kommen einschalig gemauerte, mehrschalig gemauerte, Edelstahl- oder Kunststoffsysteme. Während Edelstahlschornsteine besonders vielfältig sind, eignen sich die günstigen Systeme aus Kunststoff vor allem für Brennwertheizungen mit niedrigen Abgastemperaturen. Staatliche Fördermittel federn die Kosten bei einer Sanierung in vielen Fällen ab.  

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