Schimmelsanierung: So funktioniert es richtig

Treffen feuchte Wände, organische Materialien und hohe Temperaturen aufeinander, fühlen sich Schimmelpilze besonders wohl. Sie vermehren sich schnell und immer mehr Sporen schweben durch die Luft. Gelangen diese mit der Atemluft in den Körper, sind Kopfschmerzen, Ausschläge oder schlimmere Erkrankungen häufig die Folge. Eine fachgerechte Schimmelsanierung hilft, das zu vermeiden. Doch wie lässt sich Schimmel fachgerecht entfernen und wie viel kann eine Schimmelsanierung kosten? Wir geben Antworten und informieren über vorbeugende Maßnahmen.

Die drei häufigsten Gründe für Pilzbefall und Schimmelsanierung

Verschiedene Ursachen lassen Schimmel in der Wohnung entstehen. Ein Beispiel dafür sind Baumängel wie Wärmebrücken. Dabei handelt es sich um Stellen mit einer geringeren energetischen Qualität, durch die viel Wärme nach außen strömt. Das führt zu sinkenden Oberflächentemperaturen an der Innenseite der Bauteile und dazu, dass Wasser aus der Luft kondensiert.

Aber auch falsches Heizen und Lüften kann zu Schimmel führen. Denn ein ungenügender Luftaustausch und zu geringe Raumtemperaturen begünstigen die Kondensation ebenfalls.

Ein dritter Grund liegt häufig in der falschen Möblierung. Stehen Schränke sehr dicht an der Wand, zirkuliert dahinter keine Raumluft. Die Bereiche kühlen sich stark ab und Feuchtigkeit breitet sich aus.

In der Praxis ist die Schimmelsanierung meist durch eine Kombination der Ursachen erforderlich.

Gefährdungsbeurteilung: Wann sollten Sie fachgerecht sanieren?

Wann eine Schimmelsanierung notwendig ist, hängt davon ab, wie stark sich die Pilze bereits ausgebreitet haben. Die folgende Tabelle zeigt verschiedene Gefährdungsstufen, Merkmale und Risiken im Überblick.

Gefährdungsstufe Anzeichen Gefahren
Schimmel oder Stockflecken treten an einzelnen Stellen im Allgemeinen keine
Dichter Schimmel auf etwa 100 cm² oder vereinzelter Bewuchs auf insgesamt mehr als 0,5 m² allergische Reaktionen oder leichte Symptome; Bauphysikalisch unbedenklich
Dichter Schimmel auf etwa 0,5 m² oder vereinzelter Bewuchs auf bis zu 10 m² sowie Schimmelgeruch ohne sichtbare Probleme. Gesundheitliche und bauphysikalische Probleme erfordern eine Sanierung wegen Schimmel
Dichter Schimmel auf mehr als 2,0 m² oder vereinzelter Bewuchs auf über 10 m² akute Gefährdung der Gesundheit; Schimmel entfernen durch Firma

Wichtig zu wissen ist, dass Sie Räume bei der Gefährdungsstufe drei nicht mehr betreten werden sollten, ohne die Art des Schimmels festzustellen. Auch wenn nicht alle Pilze giftig sind, besteht dabei doch ein enormes Gesundheitsrisiko.

Schimmelsanierung: Der Ablauf Schritt für Schritt erklärt 

Kleine Schimmelflecken können Sie in der Regel problemlos selbst beseitigen, indem Sie die betroffenen Flächen mit hochprozentigem Alkohol oder Wasserstoffperoxid reinigen. Hat sich das Problem bereits ausgebreitet, hilft nur eine professionelle Schimmelsanierung. Die folgende Übersicht zeigt, wie diese Schritt für Schritt durchgeführt wird.

Schritt 1: Problem analysieren und bewerten

Im ersten Schritt prüfen Sachverständige, wie stark sich der Schimmel ausgebreitet hat. Sie bestimmen die Pilzart und bewerten die Situation. Die Ergebnisse helfen dabei, die Ursache zu finden und ein Konzept für die anstehende Schimmelsanierung aufzustellen.

Schritt 2: Ursachen für den Schimmel aufspüren

Haben sich Sachverständige ein Bild von der Situation verschafft, spüren sie die Ursachen der Probleme auf. Das ist wichtig, damit sich der Pilz nach der fachgerechten Sanierung nicht erneut ausbreitet.

Schritt 3: Sanierungskonzept aufstellen

Nun geht es darum, die Schimmelsanierung zu planen. Sachverständige und Fachhandwerker stellen Maßnahmen zusammen, welche vorhandene Problem sowie identifizierte Ursachen beheben.

Schritt 4: Fachgerechte Schimmelsanierung

Die eigentliche Sanierung stellt den letzten Schritt dar. Hierbei entfernen Fachfirmen das kontaminierte Material. Sie trocknen Wände, desinfizieren Oberflächen sowie Möbel (sofern möglich) und führen Sanierungsarbeiten am Haus durch. Nach der Feinreinigung erfolgt zusätzlich eine mikrobiologische Untersuchung. Diese zeigt, ob der Schimmel endgültig beseitigt und die Schimmelsanierung damit abgeschlossen ist.

Schimmelsanierung im Haus
© Burdun Iliya / Shutterstock.com

Kosten zum Schimmel entfernen und vorbeugende Maßnahmen

Üblich sind Preise von 30 bis 100 Euro für das fachgerechte Entfernen und reinigen kontaminierter Oberflächen. Hinzu kommen Sanierungsmaßnahmen zur Ursachenbekämpfung und Arbeiten, um den wohnlichen Zustand befallener Räume, Wohnungen oder Häuser wieder herzustellen.

Diese Maßnahmen schützen vor einem Schimmelbefall

Günstiger und gesünder ist es, Schimmelrisiken von vornherein auf ein Minimum zu begrenzen. Dazu sollten Sie richtig heizen und lüften sowie optimale Raumtemperaturen wählen. Stellen Sie Schränke nicht zu dicht an die Wände und lassen Sie Türen zu nicht oder weniger beheizten Räumen stets geschlossen. Geht es um Sanierungsarbeiten wie die Dämmung von Wänden (insbesondere Innendämmung) oder den Einbau von Fenstern und Türen sind Fachfirmen zu empfehlen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Bei deutlichem Schimmelgeruch oder großflächigem Pilzbefall ist eine fachgerechte Schimmelsanierung ratsam. Experten bewerten dabei erst die Situation, bevor sie die Ursachen aufspüren, die Maßnahmen zusammenstellen und diese letztlich umsetzen. Günstiger und gesünder ist es jedoch, Schimmel mit den richtigen Tipps vorzubeugen.
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