Rücklauftemperaturbegrenzer für die Heizung

Mit einem Rücklauftemperaturbegrenzer lassen sich Fußbodenheizflächen in gemischten Hoch- und Niedertemperaturheizkreisen regeln. Die Bauteile sitzen dabei im Rücklauf des Flächenheizkreises und sperren diesen ab, sobald eine voreingestellte Temperatur überschritten ist. Wir erklären, wie das funktioniert und welche Vorteile ein Rücklauftemperaturbegrenzer für die Flächenheizung hat. 

Aufgabe und Einsatz der Rücklauftemperaturbegrenzer 

Während Bauherren neue Häuser meist komplett mit einer Flächenheizung ausstatten lassen, möchten viele Sanierer eine Fußbodenheizung nachrüsten. Und das vor allem in einzelnen Räumen wie Badezimmern. Denn hier sorgen die warmen Böden für deutlich mehr Behaglichkeit und einen höheren Wohnkomfort. Da Heizkörper- und Flächenheizkreise mit ganz unterschiedlichen Vorlauftemperaturen arbeiten, sind dazu theoretisch zwei getrennte Heizkreise nötig:

  • einer für die Heizkörperheizung mit höheren Vorlauftemperaturen
  • einer für die Fußboden- oder Wandheizung mit geringeren Vorlauftemperaturen

Da beide aus Mischer, Heizungspumpe, Armaturen und Rohrleitungen bestehen, ist die Nachrüstung mit einem hohen technischen und finanziellen Aufwand verbunden. Rücklauftemperaturbegrenzer sorgen hier für Abhilfe. Denn sie sitzen im Rücklauf der Flächenheizung und begrenzen die Heizmitteltemperatur auf ein bestimmtes Maß. Auf diese Weise lässt sich ein Flächenheizkreis genauso einfach wie ein Heizkörper an den zentralen Vor- und Rücklauf anschließen. Und zwar so, dass der Boden nicht überhitzt.

Weitere Einsatzbereiche der speziellen Ventile

Rücklauftemperaturbegrenzer gibt es nicht nur für die Einzelraumregelung von Fußboden- und Wandheizflächen. Auch Heizkörper sowie Wärmetauscher von Trinkwasserspeichern, Schwimmbädern, Lufterhitzern und sonstigen raumlufttechnischen Anlagen lassen sich mit dem Bauteil ausstatten.

Fußbodenheizung nachrüsten und mit Rücklauftemperaturbegrenzer an den Heizkörperkreislauf anbinden
© Frédéric Massard– stock.adobe.com

Aufbau, Funktion und Bauarten der Ventile

Rücklauftemperaturbegrenzer (kurz RTB oder aus dem englischen RTL) funktionieren wie ein typisches Heizkörperthermostat. Dazu bestehen sie aus einem Ventil und einem Thermostatkopf. Anders als am Heizkörper misst letzterer hier allerdings die Temperatur des Rücklaufwassers. Diese überträgt das Ventilunterteil durch eine starke thermische Kopplung. Steigt die Rücklauftemperatur an, dehnt sich ein spezielles Material im Thermostatkopf aus und verschließt das Ventil.

Im Gegensatz zu typischen Zweipunkt-Reglern, die Fußbodenheizkreise nur ein- oder abschalten, arbeiten Rücklauftemperaturbegrenzer dynamisch. Je höher die Rücklauftemperatur ansteigt, umso weiter verschließt sich das Ventil. Der Heizwasserdurchsatz sinkt und die Heizflächen geben Schritt für Schritt weniger Wärme ab. Um die Regelbarkeit zu erhalten, lassen Rücklauftemperaturbegrenzer immer einen kleinen Teil des Rücklaufwassers hindurchströmen. Sie sperren den Heizkreis also nie zu 100 Prozent ab.

Rücklauftemperaturbegrenzer schützen Heizkreise vor der Überhitzung

Die Funktion der speziellen Ventile basiert auf der Selbstregelfähigkeit der Flächenheizung. Denn diese gibt weniger Wärme ab, je geringer der Unterschied zwischen Oberflächen- und Raumtemperatur ist. Indem der Rücklauftemperaturbegrenzer einzelne Heizkreise bei zu hohen Heizmitteltemperaturen absperrt, strömt auch kein Vorlaufwasser mehr nach. Die Flächenheizung bekommt keine Wärme mehr von der Zentralheizung und überhitzt nicht.

Verschiedene Bauarten der speziellen Regelventile

Rücklauftemperaturbegrenzer sitzen im Rücklauf, bevor der Flächenheizkreis wieder auf den zentralen Rücklauf trifft. Typisch ist dabei der Einbau in vorgefertigten Kästen zur Montage unter dem Putz. Einige Geräte sind dabei mit einem zweiten Thermostat ausgestattet. Dieses misst die Temperaturen der Raumluft und sperrt den Heizkreis ab, sobald diese eine voreingestellte Temperatur überschritten hat. Der Fühler kann dabei im thermisch-hydraulischen Thermostatkopf oder frei im Raum untergebracht sein. Im zweiten Fall befindet sich am Rücklauftemperaturbegrenzer ein motorisches Stellventil, das auf die elektrischen Signale des Raumthermostats reagiert. Die Datenübertragung kann dabei via Kabel oder Funk erfolgen.

Die Vorteile der Rücklauftemperaturbegrenzer 

RTL-Ventile haben zahlreiche Vorteile. So ermöglichen sie die einfache Kombination aus Heizkörpern und Flächenheizungen in einem Heizkreis. Darüber hinaus arbeiten sie thermisch-hydraulisch. Das heißt: Sie funktionieren ohne den Anschluss an eine externe Stromquelle zuverlässig. Zum Einsatz kommen meist vorgefertigte Unterputzkästen, die durch eine passgenaue und elegante Abdeckung im Raum nicht zu sehen sind. Die Montage ist außerdem einfach und fast überall möglich.

Typische Kosten für die speziellen Ventile

Rücklauftemperaturbegrenzer ersetzen eine teurere Mischerstation, wenn Hausbesitzer einzelne Räume mit einer Flächenheizung ausstatten möchten. Die Kosten der Ventile belaufen sich dabei je nach Ausführung auf etwa 20 bis 30 Euro. Zusammen mit einem Wandeinbaukasten liegen die Preise zwischen 50 und 100 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für die Montage durch einen Fachhandwerker. Wie hoch diese ausfallen, erfahren Hausbesitzer aus einem individuell erstellten Heizungsangebot.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Rücklauftemperaturbegrenzer (RTB oder RTL) ermöglichen den Einbau einzelner Fußbodenheizkreise in ein Heizkörpersystem. Denn sie messen die Rücklauftemperatur und sperren den Flächenheizkreis ab, sobald dieser eine bestimmte Temperatur überschreitet. Der Boden überhitzt nicht und zusätzliche Niedertemperaturheizkreise sind nicht erforderlich. Geht es hingegen um das großflächige Nachrüsten einer Flächenheizung, ist ein eigener Heizkreis die bessere Lösung.
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