Rohrbruch im Haus: Was ist zu tun? 

Der Rohrbruch ist ein besonders tückischer Schaden im Haus. Denn er entsteht oft im Verborgenen, in Wänden oder Schächten. Ehe Hausbesitzer das Problem erkennen, ist es dann meist schon zu spät. Das Wasser hat Wände beschädigt oder steht schon Zentimeter hoch im Keller. Aber wie entsteht ein Rohrbruch eigentlich und was ist im Falle eines Falles zu tun? Antworten gibt der folgende Beitrag. 

Ursachen für einen Rohrbruch im Haus

Ein Rohrbruch kann viele Ursachen haben. Geht es um die Heizungs- und Trinkwasserleitungen in einem Gebäude, sind das jedoch meist:

Materialfehler und Montage als Rohrbruch-Ursachen

Ein häufiger Grund für Leckagen (Undichtigkeiten) in häuslichen Rohleitungssystemen sind Herstellungs- und Montagefehler. Dabei kann es passieren, dass beschädigte Bauteile den Anforderungen der Anlage nicht standhalten. Ein weiterer Grund für Wasserschäden im Haus sind Fehler in der Installation. Vergessen Heimwerker zum Beispiel Pressfittings nach dem Aufstecken tatsächlich zu verpressen, können sich diese nach dem Befüllen der Anlage lösen und Wasser tritt aus. Ein Rohrbruch entsteht aber auch dann, wenn Verbraucher oder Handwerker Bauarbeiten am Haus unvorsichtig ausführen. Typisch ist hier das Anbohren einer Flächenheizung. Die Leitungen unter dem Boden oder in der Wand sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen und nicht selten Opfer vorschneller Bohrarbeiten. 

Nach einem Rohrbruch verlegt ein Handwerker neue Leitungen
© Sketchphoto / Shutterstock.com

Frostschäden und Korrosionserscheinungen als Gründe  

Frostschäden treten meist im Frühjahr auf. Und zwar dann, wenn eine Leitung nach dem Einfrieren allmählich auftaut. Hat das Eis die Rohre zum Platzen gebracht, dichtet es diese meist selbst ab. Erst nach dem Schmelzen kann dann Wasser austreten. Typische Ursachen für einen Rohrbruch dieser Art sind unter anderem nicht entleerte Leitungen in unbenutzten Häusern oder nachträgliche Dämmarbeiten. In Folge einer Innendämmung liegen Wasser- und Heizungsrohre in der Wand plötzlich in viel kälteren Bereichen. Ähnlich ergeht es Leitungen im Dachgeschoss, wenn Hausbesitzer die oberste Geschossdecke dämmen.

Korrosion tritt hingegen deutlich langsamer auf. Und zwar immer dann, wenn Luft im System auf metallische Werkstoffe trifft. Das kann sowohl innen im als auch außen am Rohr passieren. Letzteres zum Beispiel immer dann, wenn sich Kondensat an ungedämmten Kaltwasserleitungen niederschlägt. Auch Kavitation (Abreißen der Strömung durch Unterdruck) oder die Kombination ungeeigneter Rohrwerkstoffe kann in diesem Zusammenhang einen Rohrbruch hervorrufen. 

4 Schritte: Das ist bei einem Rohrbruch zu tun  

Tritt das Wasser im Haus aus, sollten Verbraucher schnell handeln. Denn nur so lassen sich hohe Folgeschäden vermeiden. Nachfolgend erklären wir, was im Falle eines Rohrbruchs zu tun ist.

Schritt 1: Schaden richtig einschätzen und Feuerwehr alarmieren  

Haben Hausbesitzer einen Wasserschaden bemerkt, müssen sie diesen im ersten Schritt einschätzen. Steht das kühle Nass bereits sehr hoch im Haus, sollten sie schnell die Feuerwehr alarmieren. Denn in solch einem Fall kann das Wasser bereits Steckdosen oder andere elektrische Anschlüsse erreicht haben. Wer dann unvorsichtig hineintritt, riskiert lebensgefährliche Stromschläge.

Äußert sich der Rohrbruch durch kleine Pfützen oder Wasserflecken an Wänden oder Böden, ist das Risiko in der Regel kleiner. In solch einem Fall sollten Verbraucher die entsprechenden Leitungsabschnitte absperren und einen Monteur bestellen.

Schritt 2: Leckagen suchen und Rohrbruch fachmännisch beheben  

Ist der Monteur im Haus, beginnt er in der Regel damit, die Bruchstelle genau zu identifizieren. Möglich ist das unter anderem mit einer Thermografie-Untersuchung, mit Kameras oder Mikrowellen. Anschließend sind die Rohrleitungen im betroffenen Bereich freizulegen. Bei Heizungs- oder Wasserleitungen kann der Installateur die defekten Stellen oft herausschneiden und durch neue ersetzen.

Schritt 3: Versicherung kontaktieren und Rohrbruch-Schaden melden  

Während der Heizungsfachmann den Schaden im Haus behebt, sollten Verbraucher ihre Heizungs-Versicherung kontaktieren. Die Experten übernehmen dabei nicht nur die Kosten einer Sanierung, sie können auch wichtige Tipps zur Schadensbeseitigung geben, weiß Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Darüber hinaus lohnt es sich, den Verlauf von Anfang an mit vielen Fotos zu dokumentieren.

Schritt 4: Wasserschäden am Gebäude fachmännisch beseitigen lassen

Ist viel Wasser ausgetreten, können Wände und Böden stark durchfeuchtet sein. Nachdem alle Leitungen wieder dicht sind, gilt es, diese Probleme zu beseitigen. Unterstützung bekommen Hausbesitzer hier von Fachfirmen. Diese untersuchen das Schadensbild und wählen dann eine passende Methode zur Trocknung.

Einem Rohrbruch im Haus vorbeugen

Vorsicht ist besser als Nachsicht. So können Hausbesitzer vielen Rohrbruch-Ursachen mit den passenden Maßnahmen vorbeugen. Neben einer fachgerechten Auswahl an Materialien sollte vor der Inbetriebnahme von Leitungsnetzen zum Beispiel eine Druckprobe erfolgen. Das schließt zumindest Fehler durch vergessene Löt- oder Pressverbindungen aus. Geht es um Dämmarbeiten an Innenwänden oder obersten Geschossdecken, sollten Verbraucher vor allem den Leitungen in Wänden und kalten Dachböden besondere Beachtung schenken. Eine entsprechende Rohrdämmung oder ein Heizkabel schützt hier vor dem Einfrieren. Wer ein altes Haus kauft, kann bestehende Korrosionserscheinungen abklären. Geben die ehemaligen Besitzer keine klare Auskunft, gibt auch eine Analyse des Heizungswassers Sicherheit.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Ein Rohrbruch tritt meist versteckt auf. Er durchfeuchtet Wände oder Böden und kann so zu teuren Folgeschäden führen. Typische Ursachen sind Material- oder Montagefehler sowie Frost- und Korrosionsschäden. Im Fall der Fälle müssen Verbraucher das Problem schnell einschätzen und die entsprechenden Leitungsabschnitte absperren. Anschließend rufen sie einen Monteur und verständigen die Versicherung. Ist der Schaden behoben, sollte ein Fachmann auch durchfeuchtete Bauteile fachmännisch trockenlegen. Die fachgerechte Montage, eine Druckprobe, Vorsicht bei Dämmarbeiten oder eine Analyse des Heizungswassers helfen, einem Rohrbruch vorzubeugen.
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