Röhrenheizkörper richtig auswählen

Röhrenheizkörper bestehen aus einzelnen Elementen, die horizontal oder vertikal angeordnet sind. Sie werden von Heizungswasser durchflossen und sorgen so für kuschelige Wärme. Ihre Form kommt ohne überflüssige Ecken und Kanten aus, wodurch sie sich stilvoll in viele Raumstrukturen integrieren lassen. Was einen Röhrenheizkörper auszeichnet, wie er zu dimensionieren ist und für welche Einsatzgebiete er sich eignet, zeigen wir in den folgenden Abschnitten.

Röhrenheizkörper sind flexibel und elegant

Röhrenheizkörper bestehen genau wie Gliederheizkörper aus vielen einzelnen Elementen. Diese sind nebeneinander oder übereinander angeordnet und werden von warmem Heizungswasser durchflossen.

Durch die Fertigung aus Stahlblech lassen sich die Heizflächen heute in vielen Formen und Größen herstellen. So schmiegen sie sich dezent und geradlinig in moderne Einrichtungsstile oder unterstreichen mit geschwungenen Röhren das detailreiche Ambiente orientalischer Räume. Aber auch in Bezug auf Leistung und Größe eignen sich die Heizkörper für viele Einsatzgebiete.

Röhrenheizkörper in einem Badezimmer

Angenehme Wärmeabgabe an den Raum

Je nach Bauart können Heizflächen die Wärme entweder in Form von Strahlung oder Konvektion an den Raum übertragen. Vor allem die Strahlung sorgt dabei häufig für ein wohliges Gefühl. Denn genau wie die Wärme der Sonne, wird die Energie dabei erst auf der Haut spürbar. Bei der Wärmeübertragung über Konvektion wird diese dagegen direkt auf die umgebende Luft übertragen.

Röhrenheizkörper können die Heizwärme je nach Bauform zu unterschiedlichen Teilen in Form von Strahlung und Konvektion an den Raum abgeben. Sie sorgen dabei für warme Luft und ein angenehmes Gefühl auf der Haut.

Größe und Leistung richtig wählen

Geht es um die Dimensionierung, sind verschiedene Punkte zu beachten.

Bestimmung der Leistung vom Röhrenheizkörper

So müssen alle Heizflächen in einem Raum mindestens so viel Wärme abgeben, dass die Verluste über Wände, Decken, Böden, Fenster oder Türen ausgeglichen werden. Am besten ist außerdem ein kleiner Puffer. Denn der ermöglicht ein schnelles Aufheizen nach kurzen Pausen und hilft die Zugluft an Fensterflächen besser auszugleichen.

Wie hoch die Leistung der Heizflächen im Detail sein muss, hängt dabei von der Größe der Räume, dem energetischen Zustand des Gebäudes sowie der gewünschten Innentemperatur ab. Für einen ersten Überschlag können Hausbesitzer mit folgenden Zahlen rechnen. Liegt das Baujahr eines Gebäudes:

  • vor 1970, beträgt die Leistung 150 bis 170 Watt je Quadratmeter
  • zwischen 1970 bis 1980, beträgt die Leistung 100 bis 150 Watt je Quadratmeter
  • im Zeitraum von 1980 bis 1990, beträgt die Leistung 75 bis 100 Watt je Quadratmeter
  • zwischen 1990 bis 2000, beträgt die Leistung 50 bis 75 Watt je Quadratmeter
  • nach 2000, beträgt die Leistung 15 bis 50 Watt je Quadratmeter

Wichtig zu wissen ist, dass der spezifische, also auf die Wohnfläche bezogene Wärmebedarf sinkt, je größer das Haus ist. Auch dann, wenn eine energetische Sanierung durchgeführt wurde, sinkt der Wert.

Die passende Größe der Heizflächen

Die Baugröße ergibt sich in Abhängigkeit der Systemtemperaturen. Dabei gilt: Je niedriger die Temperaturen im Heizsystem sind, desto größer ist der Röhrenheizkörper zu wählen. So kann ein und derselbe Wandheizkörper bei Systemtemperaturen von 70/55 Grad Celsius (Vorlauf-/ Rücklauftemperatur) etwa 1.100 Watt abgeben, während seine Leistung bei Anlagen mit 55/45 Grad Celsius mit nur 600 Watt auf etwas mehr als die Hälfte fällt.

Einsatzbereiche der Heizkörper

Röhrenheizkörper eignen sich aufgrund ihrer variablen Bauform heute in vielen verschiedenen Bereichen. Besonders günstig sind sie zum Beispiel in Bädern, in denen sie gut zum Trockenen von Handtüchern oder Kleidung genutzt werden können.
Vor allem dann, wenn die Abstände zwischen den einzelnen Röhren etwas größer sind, eignen sie sich aber auch in Krankenhäusern, Heimen oder Sanatorien. Denn auf diese Weise können sie besonders einfach gereinigt werden, was der Ausbreitung von Keimen und Krankheitserregern entgegenwirkt.

Als Wandheizkörper im dezenten oder verspielten Design findet man die Heizkörper oft auch in Fluren oder Wohnbereichen. Hier wirken sie nicht nur als platzsparende Wärmequelle, sondern auch als echter Hingucker.

Die richtige Heizung für Röhrenheizkörper

Röhren- oder Gliederheizkörper können generell mit jeder denkbaren Heizungsanlage betrieben werden. Vor allem dann, wenn es um den energiesparenden Einsatz von Umweltwärme geht, sind sie aber oft besonders groß auszulegen. Der Grund dafür ist, dass Umweltheizungen wie die Wärmepumpe nur dann effizient arbeiten, wenn die Vorlauftemperaturen im System niedrig sind. In diesen Bereichen gibt ein Röhrenheizkörper jedoch nur wenig Wärme ab.

Eine Alternative stellt hier zum Beispiel der Elektro-Mischbetrieb dar. Dabei wird die Heizfläche mit einer Elektro-Heizpatrone betrieben, die bei Bedarf für ausreichende Temperaturen und eine hohe Wärmeabgabe sorgt.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Röhrenheizkörper sind elegant und flexibel einsetzbar. So eignen sie sich dank ausgefallener Formen nicht nur als Badheizkörper, sondern auch in Fluren oder Wohnbereichen. Vor allem bei geringen Systemtemperaturen müssen sie aber oft sehr groß ausgelegt werden.

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