Pumpensteuerung sorgt für sinkende Stromkosten

Ältere Heizungsanlagen verfügen häufig über eine ungeregelte Heizungspumpe. Von einer Pumpensteuerung kann da keine Rede sein. Denn die Pumpen arbeiten immer mit derselben Leistung - und das unabhängig davon, ob der Wärmebedarf gestiegen oder gesunken ist. Was unter einer Heizungssteuerung zu verstehen ist und welche Vorteile sie bringt, darum geht es in den folgenden Abschnitten.

Die Aufgabe einer Heizungspumpe

Um zu verstehen, was eine Pumpensteuerung ist bzw. wofür sie benötigt wird, ist es hilfreich, die Aufgabe einer konventionellen Heizungspumpe zu kennen. Der Wärmeverteilungsprozess gleicht in etwa einem Kreislauf. 

  1. Zunächst erwärmt der Heizkessel das Heizwasser (zum Beispiel durch die Verbrennung eines Brennstoffs).
  2. Anschließend strömt dieses über Heizungsrohre zu den Heizkörpern. 
  3. Dort gibt es seine thermische Energie ab und fließt gekühlt zurück zum Heizkessel, um wieder von vorne erwärmt zu werden. 

Damit das Heizwasser die Entfernung zwischen Heizkessel (in der Regel im Heizkeller) und Heizkörpern in den darüber liegenden Heizkörpern überbrücken kann, ist der Einsatz einer Heizungspumpe notwendig. 

Unterschiedliche Arten von Heizungspumpen

Mit der Pumpensteuerung wird erreicht, dass die Pumpe sich automatisch oder manuell an den Wärmebedarf anpasst. Experten sprechen hierbei von Hocheffizienzpumpen, die meist stufenlos arbeiten. Dieser modulierende Betrieb sorgt dafür, dass die Heizungspumpe weniger Strom verbraucht. Das ist auch notwendig, denn ältere Modelle arbeiten immer mit derselben Leistung und reagieren nicht auf einen sinkenden oder steigenden Wärmebedarf. Zwar gibt es unter den älteren Modellen auch mehrstufige Pumpen. Wurden sie aber zu Beginn einmal eingestellt, laufen sie dauerhaft auf dieser Stufe. Wenn von einer Pumpensteuerung die Rede ist, dann handelt es sich dabei in der Regel um eine geregelte Hocheffizienzpumpe.

Das Bild zeigt eine elektrische Pumpensteuerung
© André Reichardt | Fotolia

Einflussfaktoren auf die Pumpensteuerung

Damit die Hocheffizienzpumpe weiß, wann sie ihre Leistung drosseln oder senken muss, benötigt sie in der Regel zwei Führungsgrößen. Je nach Hersteller und Modell kommen dabei entweder die Druckunterschiede (Differenzdruck) innerhalb der Heizungsanlage oder die Temperaturdifferenz zwischen dem Vor- und dem Rücklauf infrage.

Pumpensteuerung anhand des Differenzdrucks

Der Differenzdruck zwischen Vorlauf und Rücklauf beeinflusst die Wassermenge, die durch den Heizkörper fließt. Grundsätzlich gilt es, diesen Druckunterschied zu stabilisieren. Bei größeren Anlagen kommt häufig ein sogenannter Differenzdruckregler zum Einsatz. Bei kleineren Anlagen übernimmt diese Arbeit die Pumpe, die ihre Drehzahl in Abhängigkeit des Differenzdrucks anpasst. Experten sprechen hierbei von einer differenzdruckgeregelten Pumpe. In der Praxis bedeutet es: dass die Pumpensteuerung die Drehzahl senkt, sobald der Druck steigt und sie dann anhebt, sobald der Druck sinkt.

Pumpensteuerung anhand der Vor- und Rücklauftemperatur

Alternativ zum Differenzdruck kann die Pumpensteuerung auch anhand der Unterschiede zwischen der Vor- und der Rücklauftemperatur erfolgen. Liegen beide Werte sehr weit auseinander, ist es ein Anzeichen dafür, dass die Pumpenleistung zu niedrig ist. Liegen sie hingegen sehr nah beieinander, sollte die Drehzahl nach unten korrigiert werden. Als Vorlauftemperatur ist diejenige gemeint, die aus dem Wärmeerzeuger austritt. Die Rücklauftemperatur ist die, mit der das Heizwasser zurück zum Brenner fließt.

Fördermittel für den Pumpentausch

Eine intelligente Pumpensteuerung in Form einer Hocheffizienzpumpe hilft aktiv beim Senken der Stromkosten. So hat beispielsweise das bayrische Landesamt für Umwelt vorgerechnet, dass Anlagenbesitzer mit dem Austausch der Pumpe jährlich über 130 Euro einsparen können. Als Grundlagen haben die Experten eine veraltete Heizungspumpe mit einer Leistungsaufnahme von 90 Watt genommen. Bei 6.000 Betriebsstunden und einem Strompreis von aktuell 0,30 Euro (Stand: Februar 2018) ergeben sich jährlich Kosten in Höhe von 162 Euro (90 x 6 x 0,3 = 162). 

Würde anstelle der alten Heizungspumpe eine Hocheffizienzpumpe eingesetzt, die mit einer Leistungsaufnahme von 15 Watt auskommt, betrügen die Stromkosten am Jahresende lediglich 27 Euro (15 x 6 x 0,30 = 27). Ausgehend von den voraussichtlichen Kosten in Höhe von 300 - 400 Euro für eine neue Hocheffizienzpumpe inklusive Montage rechnet sich die Investition gemäß dieser Rechnungsgrundlage nach etwa zwei bis drei Jahren. Wer seine Heizung optimieren möchte, sollte den Pumpentausch nicht außer Acht lassen. 

Förderantrag rechtzeitig einreichen

Die hier genannten Zahlen beziehen sich auf das vom bayrischen Landesamt für Umwelt vorgerechnete Beispiel. In der Praxis können die Einsparungen in Abhängigkeit des jeweiligen Gebäudes schwanken. Was feststeht, ist die Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Hier erhalten Antragsteller für den Einbau einer Pumpensteuerung in Form einer Hocheffizienzpumpe einen Zuschuss von 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten. Wichtig ist, dass sie den Antrag einreichen, noch bevor sie die Heizungspumpe einbauen. 

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Mit der Pumpensteuerung ist es möglich, die Leistung der Hocheffizienzpumpe manuell oder automatisch an den Wärmebedarf anzupassen. Dadurch muss die Pumpe weniger leisten und verbraucht dadurch auch weniger Strom. Dass sich die Investition lohnt, hat das bayrische Landesamt für Umwelt in einem Beispiel vorgerechnet. Einen weiteren Anreiz für die Kaufentscheidung gibt es vom BAFA in Form eines Zuschusses in Höhe von 30 Prozent.  

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