Normnutzungsgrad - effizientes Heizen im Blick

Der Normnutzungsgrad setzt die einem Heizsystem zugeführte Heizenergie mit dem tatsächlichen Verbrauch an Brennstoffenergie in Beziehung. Er ist daher ein Instrument für die Bestimmung der Energieeffizienz einer Anlage. Dieser Überblick zeigt auf, wie der Normnutzungsgrad berechnet wird, was er festlegt und wie seine Informationen genutzt werden können.

Der Normnutzungsgrad in der Heiztechnik

Ein Nutzungsgrad setzt allgemein einen tatsächlich erreichten Wert in Beziehung zu einem maximal möglichen Wert. Zur besseren Vergleichbarkeit werden die Werte immer über einen bestimmten Zeitraum betrachtet. Man bezeichnet den Wirkungsgrad eines Kessels mitunter auch als Feuerungswirkungsgrad. Er trifft die Aussage darüber, wie viel Prozent der mit dem Brennstoff zugeführten Energie vom Kessel auch tatsächlich für die Erzeugung von Wärme genutzt wird. Der bekannteste und auch am meisten verwendete Nutzungsgrad ist der klassische Jahresnutzungsgrad. Auf dem Gebiet der Heiztechnik wird mit dem Normnutzungsgrad zudem die Effizienz eines Heizkessels angegeben.

Genormter Nutzungsgrad

Die Angabe des Normnutzungsgrads unterliegt, wie es der Name schon aussagt, einer Norm. In der DIN 4702 Teil 8 wird genau festgelegt, wie die Berechnung des Normnutzungsgrades erfolgt. Die Bestimmung des Grades wird vom Produzenten auf dessen Prüfständen durchgeführt. Nach der Ermittlung des Wertes wird dieser anschließend in den Hersteller-Unterlagen des jeweiligen Gerätes festgehalten. Er dient somit der Information der Heizungsfachbetriebe und als Orientierung für den Verbraucher.

Ineinandergreifende Zahnräder - Normnnutzungsgrad

Die Berechnung des Wirkungsgrades

Der Normnutzungsgrad wird nach festen Vorgaben ermittelt. Laut DIN 4702 T8 wird der Grad auf Basis von fünf verschiedenen Teillastnutzungsgraden bestimmt. Dies dient dazu, über die Werte des herkömmlichen Jahresnutzungsgrads hinaus, auch die Tatsache zu erfassen, dass die neuen modulierenden Brenner auch im Teillastbereich überzeugende Ergebnisse liefern können. Außerdem ist die Betrachtung in fünf Teilbereichen sinnvoll. Denn dadurch lässt sich die realistische Funktionsweise des jeweiligen Wärmeerzeugers besser abbilden. Für die Gesamtheit des Normnutzungsgrades werden daher folgende Betriebspunkte zur Werteermittlung herangezogen:

  • Kesselleistung von 12,8 Prozent, von 30,3 Prozent, von 38,8 Prozent, von 47,6 Prozent sowie von 62,6 Prozent

Bei jedem Teilnutzungsgrad werden zwei Faktoren miteinander in Beziehung gesetzt. Zum einen wird die Wärme ermittelt, die genutzt wird. Zum anderen die Feuerungswärme, die dafür aufgebracht werden muss. Anschließend wird aus den fünf Teilwerten ein Mittelwert gebildet, der dem Normnutzungsgrad entspricht.

Abbildung Normnutzungsgrad_Oberflächenverluste

Hilfe bei der Kaufentscheidung

Der Normnutzungsgrad ist ein Wert, mit dem auch der informierte Verbraucher vor dem Kauf erkennen kann, wie es um die Leistungsfähigkeit eines Kessels bestellt ist. Konkret bedeutet das: Je höher der Normnutzungsgrad, umso besser ist ein Heizsystem in der Lage, die Brennstoffenergie auch zu nutzen. Der Jahresnutzungsgrad liefert diese Information jedoch nicht in diesem Ausmaß. Denn es kann beispielsweise in den Sommermonaten sein, dass eine Heizung aufgrund der Bereitstellung von Energie nur für den Betrieb viel Energie verschwendet.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Der Normnutzungsgrad informiert darüber, wie viel der zugeführten Wärme von einem Kessel oder einer Therme tatsächlich als Nutzwärme zur Verfügung gestellt wird. Er wird als Mittelwert aus fünf Teilbereichen ermittelt. Seine Werte können vom klassischen Jahresnutzungsgrad der Heizung abweichen. Der Normnutzungsgrad ist ein realistisches Maß für die Effektivität eines Wärmeerzeugers (Therme oder Kessel) und kann in die Kaufentscheidung rund um eine Heizungsanlage einbezogen werden.

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