Netzentgelte als wesentlicher Bestandteil des Strompreis

Strom und generell Energie lassen sich natürlich nicht einfach mit der Luft in die Haushalte bewegen. Nötig werden dafür umfassend angelegte Verteilernetze, die quasi eine Brücke zwischen den Kraftwerken und Grundversorgern sowie dem Endverbraucher darstellen. Damit diese Netze genutzt werden dürfen, müssen sich die Zulieferer in diese "einmieten". Die Kosten dafür werden als Basisbestandteil des Strompreises angesehen und damit vom Verbraucher getragen. Weiterhin sind Netzentgelte nie in sogenannte "Preisgarantien" inkludiert. Steigen sie an, greift diese Garantie also nicht.

Netzentgelte zum Erhalt einer nahtlosen Energieversorgung

Die Netzentgelte können im praktischen Sinne auch als eine Gebühr für den Transport und die Verteilung der Energie bezeichnet werden. Das lässt sich nämlich nur über die installierten und gepflegten Netze bewerkstelligen. Der Strom- beziehungsweise Gasanbieter entrichtet deshalb die Gebühr an den Netzbetreiber. Diese nutzen die erhaltenen Gelder einerseits zum weiteren Ausbau der Netze. Andererseits verwenden sie sie aber auch, um die Kosten in Millionen- und Milliardenhöhe wieder zu erwirtschaften, die für den ursprünglichen Bau dieser Infrastruktur investiert wurden. Zuletzt werden immer wieder Reparaturen oder Maßnahmen zum Erhalt der bestehenden Energienetze notwendig. Die Netzentgelte werden ebenfalls dafür genutzt. Das macht die Kostenposition zu einem wichtigen Faktor beim Erhalt einer modernen Energieinfrastruktur.

Die Kosten für einen Hochspannungstrommast werden durch Netzentgelte gedeckt

Wie werden solche Netzentgelte gebildet?

Um die lebensnotwendige Energielieferung nicht gänzlich in die Hände der freien Wirtschaft und damit der Netzbetreiber zu legen, gibt der Gesetzgeber die zulässigen Preise vor - genauer gesagt die Bundesnetzagentur. Die Höhe der Gebühren sind in den Verordnungen StromNEV und GasNEV festgehalten. Netzbetreiber dürfen für den Durchlass von Strom und Gas nur bestimmte Höchstpreise verlangen. Weiterhin müssen diese Unternehmen ihre eigene Kosteneffizienz in transparenter Art und Weise vorlegen. So soll sichergestellt werden, dass die Netzbetreiber vor allem hinsichtlich der laufenden Kosten bestehende ökonomische Prinzipien verfolgen und mögliche, dadurch entstandene Verluste nicht einfach durch höhere Preise auszugleichen versuchen. Im Fachjargon spricht man in dieser Situation von einer "Anreizregulierung", die durch die Bundesnetzagentur veranlasst wird.

Netzentgelte schwanken regional stark

In der Summe beziffert sich der Anteil der Netzentgelte am gesamten gezahlten Strompreis etwa in einer Höhe von 23 Prozent. Zu beachten ist jedoch, dass die Netzentgelte regional stark schwanken und dieser Wert daher nicht als bundesweiter Standard zu verstehen ist. Der Grund ist die Bevölkerungsdichte in den jeweiligen Regionen. Ländliche Regionen verfügen über weniger Abnehmer und damit weniger Personen, die die Netzentgelte begleichen würden - hier fallen sie daher höher aus. In Großstädten kommen unzählige Abnehmer auf die bestehenden Netze, wodurch die Netzentgelte geringfügiger für den einzelnen Haushalt ausfallen. Deshalb kosten Strom und Erdgas auf dem Land oftmals mehr als in Ballungszentren.

Netzentgelt-Rabatte für Großabnehmer

Damit die Wirtschaft und speziell die Industrie nicht durch die Netzentgelte behindert werden, können diese teils erhebliche Rabatte als Großabnehmer beantragen. Möglichst ist das, wenn mindestens an 7.000 Stunden im Jahr Strom abgerufen wird und die benötigte Leistung den Richtwert von zehn Gigawattstunden übersteigt. Für Privathaushalte und selbst für kleine und mittelständische Unternehmen sind solche Werte natürlich unerreichbar. Sie sprechen vor allem die produzierende Industrie an. Wichtig sind diese Rabatte dennoch, denn die Ersparnis, die den Industriellen gewährt wird, muss von Privathaushalten über einen Aufschlag getragen werden. Bei einem jährlichen Verbrauch von rund 4.000 kWh führt das zu Mehrkosten von 15 Euro p.a. bei Privatpersonen.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Um eine nahtlose Energieversorgung zu gewährleisten, erheben Netzbetreiber Gebühren in Form von Netzentgelten. Je nach Region schwankt die Höhe der zu entrichtenden Beträge. Rabatte bekommen nur Großabnehmer, sofern sie im Jahr ein vorgegebenes Minimum erreichen.

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