Modernisierung der Heizung - Jetzt noch in Angriff nehmen!

Private Haushalte benötigen zwei Drittel der gesamten Energie für das Heizen. Dabei dominieren immer noch Gas- und Ölheizungen den Markt. Hinzukommt, dass die meisten Heizungsanlagen veraltet sind. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern zunehmend auch den Geldbeutel. Damit kann eine Modernisierung der Heizung sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll sein. Doch wann ist der beste Zeitpunkt, um die Heizung zu modernisieren? Warum eignet sich gerade der Sommer für den Umstieg und was sollten Sie dabei grundsätzlich beachten?

Warum sollte eine Heizungsmodernisierung erfolgen?

Die Gründe, eine Heizung zu modernisieren, sind vielfältig und individuell verschieden. In der Regel stehen folgende Faktoren im Mittelpunkt: den Energieverbrauch zu senken und Kosten einzusparen. Ein positiver Nebeneffekt ist , die Umwelt wesentlich weniger durch schädliche Abgas zu belasten. Denn Energieeffizienz heißt auch, dass weniger Rohstoffe zum Einsatz kommen. Eine Sanierung ist für Anlagen ab 15 Jahren und älter ratsam. Diese Heizungen entsprechen nicht mehr dem technischen Standard. Mit zunehmendem Alter nimmt nämlich der sogenannte Wirkungsgrad ab. Dieser beschreibt, wie viel der zugeführten Energie (in Form des Brennstoffs) wirklich nutzbar gemacht werden kann.

Für einige Heizungen, die älter als 30 Jahre sind, ist der Weiterbetrieb sogar gesetzlich untersagt; laut § 10 Energieeinsparverordnung (EnEV). Ob und inwieweit eine Sanierung erforderlich ist, kann ein Gutachten eines Fachmanns klären. Außerdem kann auch der Schornsteinfeger bei der Abgasprüfung feststellen, ob eine Modernisierung der Heizung durchzuführen ist. Überschreitet die Anlage die Grenzwerte für den Kohlenstoffdioxidausstoß, müssen Anlagenbesitzer handeln. 

Auf dem Bild sind Faktoren zur Planungsphase im Zuge einer Modernisierung der Heizung zu sehen.
© Marco2811 / Fotolia

Der beste Zeitpunkt für eine Modernisierung

Wer denkt im Sommer schon ans Heizen? Doch gerade die wärmsten Monate bieten den perfekten Zeitpunkt, um die Heizung warten oder prüfen zu lassen. Manchmal reicht ein hydraulischer Abgleich durch den Fachmann aus, damit sich wieder gleichmäßig Wärme in den Räumen verteilen kann. Doch manchmal ist mehr nötig, um auch noch langfristig Freude an der eigenen Heizung zu haben.

Ist die Entscheidung für eine Modernisierung der Heizung schließlich gefallen, sollte diese im Sommer erfolgen. So können Sie bereits im nächsten Winter von den Vorteilen einer neuen Heizung profitieren. Eine Modernisierung der Heizung ist eine zeitintensive Angelegenheit. Das fängt bereits bei der Suche nach dem geeigneten Fachmann an. Die Sanierung selbst kann auch länger als erwartet dauern. Unter Umständen müssen nicht nur einzelne Teile ausgetauscht werden wie der Heizkessel oder der Brenner. Sind die Arbeiten umfangreicher, kann die Heizungsmodernisierung mehr Zeit beanspruchen.

Warum sollte die Modernisierung der Heizung im Sommer erfolgen?

Früh- und Hochsommer bieten sich am besten für eine Sanierung an. Das liegt ganz praktisch daran, dass die Heizung in dieser Zeit weniger Leistung erbringen muss. Denn in der Regel sorgt sie in dieser Zeit nur für Warmwasser. Ein Ausfall der Heizung während der Modernisierungsarbeiten ist dann nicht so gravierend. Weder Komfort noch Wohnqualität müssen leiden. Deshalb sollten Hausbesitzer spätestens im Hochsommer handeln.

Denn bei der Entscheidung für ein neues Heizsystem kann es gegebenenfalls zu Verzögerungen kommen. Bei der Modernisierung der Heizung kommt es eventuell zu Problemen beim Einbau. Möglich sind ebenso Lieferschwierigkeiten. Das beschreibt nur zwei mögliche Hindernisse in diesem Prozess. 

Was ist bei der Modernisierung einer Heizung zu beachten?

Der Umfang einer Heizungsmodernisierung ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob das bestehende Heizsystem vollkommen erneuert werden muss oder nicht. Das entscheidet letztlich über den Zeit- und Kostenaufwand der Modernisierung für eine Heizung. In einigen Fällen reicht es, ein Bauteil auszutauschen oder einen hydraulischen Abgleich vornehmen zu lassen. In welchem Umfang und wann derartige Optimierungsmaßnahmen erforderlich sind, sollte ein Fachmann feststellen.

Entscheidung für ein neues Heizsystem

Vor der eigentlichen Modernisierung der Heizung steht die Planung. In diesem Zusammenhang klären Hausbesitzer und Energieberater, welche Heizung passend ist. Dabei werden örtliche Gegebenheiten ebenso berücksichtigt wie der individuelle Wärmebedarf sowie der Haustyp. Eine Heizungsanlage passt nicht zu jedem Haushalt. An dieser Stelle ist darüber zu entscheiden, ob der Brennstoff der gleiche bleibt. Denn nicht immer eignet sich die modernste Solar- oder Photovoltaikanlage. 

Nicht selten bieten auch Hybridheizungen die beste Lösung. Dies beschreibt keine eigenständige Heiztechnik, sondern eine Kombination verschiedener Energiequellen. Eine andere Möglichkeit ist es, den bewährten Brennstoff wie Erdgas oder Heizöl beizubehalten, aber hierbei auf die moderne Brennwerttechnik zu setzen. Diese hat unter günstigen Umständen einen Wirkungsgrad von mehr als 95 Prozent. Andere Alternativen, wenn Sie die Heizung im Sommer modernisieren möchten, sind:

  • Holz- beziehungsweise Pelletheizung
  • Kraftwärmekopplungsanlagen (KWK) oder Blockheizkraftwerke (BHKW)
  • Wärmepumpe

Informieren Sie sich im Vorfeld einer Modernisierung der eigenen Heizung genau, was zu tun ist und welche neue Anlage für sie die beste Lösung darstellt. Was genau bei einer Heizungsmodernisierung zu beachten ist, erfahren Sie Schritt für Schritt in der Checkliste "Heizungsmodernisierung".

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Eine Modernisierung der Heizung sollte spätestens zu hochsommerlichen Temperaturen umgesetzt werden. So können Sie bereits in der nächsten Heizperiode von den Vorteilen profitieren. Eine genaue Planung ist dabei von zentraler Bedeutung. Denn die Heizung sollte genau zu den jeweiligen Bedürfnissen passen.

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