Mit einer Energieberatung zum Sanierungsfahrplan 

Eine Energieberatung informiert über den energetischen Zustand von Gebäuden. Sie ist das Ergebnis einer umfassenden Untersuchung und zeigt, welche Maßnahmen wirklich beim Sparen helfen. Die Möglichkeiten erstrecken sich dabei über Arbeiten an der Hülle und der Technik. Wer die energetische Sanierung jedoch nicht sofort umsetzen möchte, erhält mit dem Sanierungsfahrplan eine individuelle Schritt-für-Schritt-Empfehlung. 

Die Energieberatung: Der Ablauf in 3 Schritten

Wer sich für eine standardisierte Energieberatung entscheidet, bekommt viele Informationen über sein Gebäude. Denn neben einem umfassenden Zustandsbericht geht es bei der Untersuchung auch um mögliche Sanierungsmaßnahmen. Die Beratung erfolgt dabei in der Regel in drei Schritten.  

Auswertung der Energieberatung bei einem Verbraucher
© KorArkaR / Shutterstock.com

Ist-Analyse durch den Energieberater vor Ort  

Zu Beginn einer jeden Energieberatung untersucht ein Experte das Gebäude vor Ort. Er begutachtet den energetischen Zustand der Hülle und nimmt die wichtigsten Daten zur Anlagentechnik auf. Hier geht es im Wohnbereich unter anderem um die Qualität der Gebäudehülle und den Zustand der Anlagentechnik.

Auswertung der Ergebnisse und Konzepterstellung

Hat der Experte die wichtigsten Daten zur Raumgeometrie, den einzelnen Bauteilen und der technischen Anlage aufgenommen, wertet er alles im Büro aus. Dazu berechnet er den Energiebedarf und analysiert Einsparpotenziale. Passend zu diesen erstellt er dann ein individuelles Sanierungskonzept zur Energieberatung.

Bericht zum Abschluss der Energieberatung

Nachdem alle Arbeiten abgeschlossen sind, erstellt der Energieberater einen umfassenden Bericht. Dieser enthält Angaben zum Gebäude, zum aktuellen Energiebedarf und zu den möglichen Sanierungsmaßnahmen. Auch Sanierungskosten und Einsparungen gehen aus dem Dokument hervor. Um Missverständnissen vorzubeugen, erläutert der Experte zum Abschluss der Energieberatung alle Punkte in einem persönlichen Gespräch mit dem Hausbesitzer.

Wichtig: Auf die Qualifikation der Berater achten

Energieberater ist kein geschützter Beruf, sodass erst einmal jeder diesen Titel führen kann. Eine hohe Qualität der Energieberatung liefern jedoch nur zertifizierte Experten. Wer einen Energieberater finden möchte, sollte dabei auf die Zulassung für die BAFA-Vor-Ort-Beratung oder die Auszeichnung als Experte für Förderprogramme des Bundes achten.  

Der Sanierungsplan als Ergebnis der Energieberatung  

Wer sich für eine Energieberatung interessiert, plant in der Regel auch eine energetische Sanierung. Um die Ausgaben klein zu halten, muss diese jedoch nicht in einem Zug erfolgen. Auch mehrere kleine und über einen längeren Zeitraum verteilte Schritte sind dabei möglich. Wichtig ist nur, dass Verbraucher die richtige Reihenfolge der Maßnahmen einhalten. Wie diese aussieht, zeigt der individuelle Sanierungsfahrplan. Der standardisierte Bericht geht dazu auf folgende acht Kriterien eines Wohngebäudes ein:

  • Wände
  • Dach
  • Lüftung
  • Fenster
  • Warmwasser
  • Boden
  • Heizung
  • Wärmeverteilung

Das Dokument stellt den Ist-Zustand farblich dar, wobei rot sehr schlecht und grün sehr gut bedeutet. Anschließend sind die Maßnahmen nach ihrer Dringlichkeit in verschiedenen Paketen zusammengestellt. In der Regel gibt es dabei vier Stufen, zu denen der Bericht jeweils Kosten, anteilige Ausgaben für Instandhaltung und Fördermittel ausweist. Als Ergebnis der Energieberatung erhalten Verbraucher somit einen Fahrplan, der sie sicher vom alten Gebäude zu einem neuen und energiesparenden Haus führt.

Kosten und Fördermittel für die fachliche Beratung  

Wie viel kann eine Energieberatuer kosten? Eine generelle Antwort auf diese Frage ist leider nicht möglich. Denn sowohl Aufwand als auch Stundensätze können sich von Objekt zu Objekt unterscheiden. Im Allgemeinen ist die Energieberatung im Einfamilienhaus jedoch günstiger als im Mehrfamilienhaus. Sie liegt hier bei 500 bis 1.300 Euro. Eine genaue Auskunft erhalten Hausbesitzer mit dem Angebot eines Experten aus ihrer Region.

BAFA-Förderung für die Energieberatung im Wohnhaus  

Wer sich für eine standardisierte BAFA-Vor-Ort-Beratung entscheidet, bekommt hohe Fördermittel für die Dienstleistung. So gibt es in Ein- und Mehrfamilienhäusern einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent. Während dieser für Ein- und Zweifamilienhäusern auf 800 Euro begrenzt ist, liegt die Höchstsumme bei größeren Wohngebäuden bei 1.100 Euro. Soll der Experte den Bericht der Energieberatung außerdem auch bei einer Wohnungseigentümerversammlung erläutern, gibt es noch einmal 500 Euro vom Staat. Die Beantragung der Förderung für die Energieberatung übernimmt der beauftragte Energieberater.

Günstig: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale  

Eine Alternative zur teuren Vor-Ort-Beratung bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Denn über diese können sich Hausbesitzer für nur 40 Euro im eigenen Heim beraten lassen. Je nach Bedarf, untersucht ein erfahrener Berater dabei die Heizung oder die Gebäudehülle und erstellt erfolgversprechende Sanierungsempfehlungen.

Die Vorteile einer standardisierten Energieberatung  

Wer ohne Energieberatung mit einer energetischen Sanierung beginnt, läuft Gefahr, Geld in die falschen Maßnahmen zu investieren. Denn nur ein ganzheitlicher und neutraler Ansatz hilft, die ökologisch und ökonomisch sinnvollsten Arbeiten zu identifizieren. Auf diese Weise lassen sich außerdem auch Synergieeffekte nutzen, die in der Regel zu sinkenden Sanierungskosten und steigenden Einsparungen führen. Darüber hinaus sorgt eine neutrale Energieberatung natürlich auch für ein hohes Maß an Transparenz.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Eine Energieberatung informiert über den aktuellen Zustand eines Gebäudes. Sie zeigt Schwachstellen auf und gibt Hinweise zur Sanierung. Diese kann dabei in einem Ruck oder Schritt-für-Schritt erfolgen. Im zweiten Falle gibt ein individueller Sanierungsfahrplan die Richtung vor. Denn er definiert verschiedene Maßnahmenpakete, die Verbraucher dann über einen längeren Zeitraum umsetzen können. Die Kosten lassen sich nicht pauschal angeben. Sie liegen im Einfamilienhaus bei etwa 500 bis 1.300 Euro und werden mit einem Zuschuss von bis zu 60 Prozent staatlich gefördert. Wer weniger ausgeben möchte, kann sich zunächst auch für eine Energieberatung der Verbraucherzentrale entscheiden. Diese gibt es für einzelne Themenbereiche bereits für 40 Euro. 

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