Mietminderung Heizung: Mieterrechte im Überblick

Schon aus eigenem Interesse sollten Mieter, wenn die Heizung aus einem bis dato unbekannten Grund nicht mehr funktioniert, diesen Defekt sofort gegenüber dem Vermieter anzeigen. Das ist nicht nur die einzige Möglichkeit, um überhaupt eine Mietminderung Heizung zu erhalten und sie reparieren zu lassen. Gegebenenfalls könnten Mieter in eine prekäre Situation kommen: nämlich dann, wenn weitere Schäden durch die defekte Heizung entstehen. Wird der Defekt nicht angezeigt und es kommt zum Beispiel zu vereisten Rohren, können diese Kosten auf den Mieter umgelegt werden.

Rechtliche Richtwerte hinsichtlich der Raumtemperatur

Geht es um eine Mietminderung Heizung, müssen zwei Umstände zwingend gegeben sein: Erstens muss die Heizung tatsächlich kaputt sein und zweitens muss es in den Räumen kalt werden. Im Winter ist das kein Problem. Eine kaputte Heizung könnte man im Sommer hingegen nicht anzeigen – zumal man den Defekt meist gar nicht bemerken würde, da sie ohnehin nicht läuft. Die Mietminderung ist stets vom ersten Tag des Ausfalls an möglich, sofern der Vermieter dann auch sofort informiert wurde. Wird er erst später informiert, verschiebt sich der Zeitpunkt einer rückwirkenden Minderung der Miete. Und zwar bis zu dem Tag, an dem der Vermieter tatsächlich die Information erhielt.

Eine Mietminderung Heizung kann gelten gemacht werden, wenn die Heizung im Winter defekt ist.

Nun geht es bei der Mietminderung Heizung natürlich nicht nur darum, ob diese überhaupt gewährt wird, sondern auch in welcher Höhe sie tatsächlich gewährt wird. Hier lassen sich nur pauschale Angaben machen, einige grobe Richtlinien existieren aber dennoch. So muss es in den Räumen, bevor eine Mietminderung Heizung gewährt wird, tatsächlich kalt sein. Von „kalt“ spricht der Mieterbund dann, wenn die Temperaturen nicht auf einen Wert von über 17 bis 18 Grad Celsius angehoben werden können. Im Winter ist es mitunter sogar noch kälter, wenn die Heizung ausfällt. Bei Temperaturen von unter 14 Grad Celsius gilt eine Wohnung als „unbewohnbar“. Unbewohnbar bedeutet in diesem Zusammenhang auch, dass der Mieter das Recht hat, die komplette Miete für diesen Zeitraum zu kürzen. Wurde es hingegen mit 16 oder 17 Grad Celsius nur „kalt“, können immerhin rund 50 Prozent gekürzt werden.

Mietminderung Heizung nur auf Tagesbasis

Vor allem bei der Berechnung einer Mietminderung Heizung sollten Sie aber bedenken, dass diese auf Tagesbasis erhoben werden muss. Fällt die Heizung zum Beispiel für sieben Tage aus, können Sie auch nur sieben Tage um 20 bis 100 Prozent kürzen – je nach Abmachung. Die prozentualen Kürzungen greifen also nie auf die volle Monatsmiete, außer die Heizung funktioniert auch tatsächlich 30 beziehungsweise 31 Tage lang nicht. Ansonsten müssen Sie anhand der Tage den Anteil an der Gesamtmiete errechnen und von diesem dann die prozentuale Kürzung vollziehen.

Kleinere Störungen führen nicht zu einer Mietminderung Heizung

Bevor man den Vermieter wegen Mietminderung Heizung kontaktiert, sollte jedem Mieter aber eines bewusst sein. Dass kleinere technische Defekte oder kurzfristige Störungen bei jedem Heizsystem auftreten können. Diese kann man in Form einer Mietminderung Heizung nicht sofort dem Vermieter anlasten. Kurzfristige Heizungsausfälle aufgrund kleinerer Defekte reichen nicht für eine Mietminderung. Das hat das Oberlandesgericht Brandenburg entschieden. Hier ist es besser, den Dialog mit dem Vermieter zu suchen, statt direkt aggressiv mit einer (unberechtigten) Mietminderung Heizung zu drohen.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Wer über eine Mietminderung sein Recht sucht, sucht automatisch auch eine Konfrontation mit dem Vermieter. Deshalb sollten sich Mieter unbedingt sicher sein, dass sie tatsächlich eine Mietminderung vollziehen dürfen und falls ja, in welcher Höhe überhaupt. Die Raumtemperatur nach dem Heizungsausfall und die Dauer des Ausfalls spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

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