Mieterstrom: Strom vom eigenen Dach nutzen

Mieterstrom ist elektrische Energie, die Mieter einer Wohnung von ihrem Vermieter beziehen. Der Strom stammt dabei in der Regel aus Photovoltaikanlagen oder einer stromerzeugenden Heizung und fließt nicht erst durch das öffentliche Netz. Der Staat vergibt einen Zuschlag für sogenannte Mieterstrom-Modelle. Was das für Verbraucher bedeutet, erklären wir im folgenden Beitrag. 

EEG-Förderung für Mieterstrom vom eigenen Dach  

Erzeugt eine Solaranlage elektrische Energie, lohnt es sich im Einfamilienhaus, diese selbst zu verbrauchen. Geht es um den Einsatz der Technik in größeren Gebäuden, speisen viele Betreiber den Strom in das öffentliche Netz ein. In Zukunft könnte sich das jedoch ändern. Denn der Staat fördert den sogenannten Mieterstrom über einen finanziellen Zuschlag. Diesen bekommen Vermieter für jede Kilowattstunde Strom, die ihre Mieter im eigenen Haus verbrauchen. Bleibt elektrische Energie übrig, fließt diese nach wie vor gegen eine Einspeisevergütung in das öffentliche Versorgungsnetz. Rund 3,8 Millionen Wohnungen könnten den Mieterstrom nutzen, heißt es in einer Analyse des Bundeswirtschaftsministeriums.

Höhe der Förderung für den selbst verbrauchten Strom  

Mieterstrom fließt nicht durch das öffentliche Netz, wodurch viele Strompreisbestandteile entfallen. So zum Beispiel die Stromsteuer, die KWK-Umlage, Netzentgelte oder spezielle Konzessionsabgaben. Darüber hinaus gibt es einen staatlichen Zuschlag (EEG-Zuschlag) für jede Kilowattstunde Strom, den Mieter selbst verbrauchen. Dieser liegt 8,5 Cent pro Kilowattstunde unter den gewöhnlichen Fördersätzen für eingespeisten Solarstrom. Der Mieterstromzuschlag hängt also auch von der Größe der Photovoltaikanlage ab und liegt zwischen 2,18 und 3,73 Cent pro Kilowattstunde.

Voraussetzungen für den Verkauf von Mieterstrom

Damit Anlagenbetreiber den EEG-Zuschlag für Mieterstrom bekommen, darf der Strom nur aus einer Photovoltaikanlage vom eigenen Dach oder aus räumlicher Nähe zum Haus stammen. Diese darf maximal eine Leistung von 100 Kilowatt peak haben und muss nach dem 25. Juli 2017 in Betrieb genommen worden sein. Außerdem muss der Strom im Haus verbraucht werden, ohne das Netz der allgemeinen Versorgung zu nutzen. Ist der Strombedarf einmal höher, liefert der Mieterstrom-Anbieter elektrische Energie aus dem öffentlichen Stromnetz. Er kümmert sich also um die sichere und zuverlässige Energieversorgung.

Verschiedene Anbieter von Mieterstrom möglich

Den Mieterstrom können grundsätzlich nicht nur Vermieter eines Hauses oder einer Wohnung an ihre Mieter liefern. Infrage kommen hier Einzelpersonen, Genossenschaften, Unternehmen oder spezielle Dienstleister. Letztere können zum Beispiel Energieversorgungsunternehmen oder Stadtwerke sein.

Photovoltaikanlage liefert Mieterstrom für das Mehrfamilienhaus
© Light Impression / Fotolia

Der Mieterstromvertrag: Das Wichtigste im Überblick  

Alles Wichtige zur Mieterstromlieferung ist in einem Vertrag zwischen Mieter und Mieterstrom-Lieferant geregelt. Um den EEG-Zuschlag zu bekommen, müssen sich Stromanbieter dabei jedoch an einige Grundregeln halten, durch die das Mieterstrommodell auch für Verbraucher interessant werden soll. So darf der Vertrag grundsätzlich nicht mit dem Mietvertrag gekoppelt sein. Außerdem muss der Strompreis zehn Prozent unter dem Grundversorgungstarif im jeweiligen Netzgebiet liegen. Verträge gibt es maximal für ein Jahr, wobei die Kündigungsfrist maximal drei Monate betragen darf.

Sie setzt sich der Preis für Mieterstrom zusammen  

Der Strom vom eigenen Dach fließt nicht erst durch das öffentliche Netz. Aus diesem Grunde entfallen wichtige Preisbestandteile, durch die Vermieter die elektrische Energie grundsätzlich günstiger anbieten können. Zahlen müssen Verbraucher lediglich für:

  • die Beschaffungs- und Gestehungskosten
  • den Messstellenbetrieb zur Abrechnung
  • die Mehrwertsteuer
  • die EEG-Umlage

Letztere fällt an, da es sich auch bei Mieterstrom um eine Stromlieferung handelt. Aus Gründen der Fairness und zum Anreiz der besonderen Modelle darf der Strompreis 90 Prozent der üblichen Kosten des Grundversorgungstarifs nicht überschreiten. Er ist also immer mindestens zehn Prozent günstiger als elektrische Energie aus dem öffentlichen Netz.

Sichere Energieversorgung auch bei solaren Flauten

Photovoltaik-Strom fällt nicht konstant an. Während es an sonnenreichen Tagen oft Überschüsse gibt, kann die Versorgung an trüben Tagen knapp werden. Damit Verbraucher immer elektrische Energie haben, liefern Anbieter diese bei Flauten aus dem öffentlichen Netz. Mieter selbst bekommen das in der Regel nicht mit. Interessieren sie sich für die Herkunft und die Zusammensetzung des Netzstroms, finden sie die nötigen Informationen in der jährlichen Abrechnung. Diese unterscheidet sich im Übrigen nicht von der bei konventionellen Stromverträgen.

Mieter müssen den hauseigenen Strom nicht nutzen  

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass Mieter ihren Stromanbieter nach wie vor frei wählen können. Das heißt: Sie müssen den Mieterstrom vom eigenen Dach nicht nutzen und können sich stattdessen für einen beliebigen anderen Stromanbieter entscheiden. Ausnahmen gibt es nur dann, wenn Verbraucher

  • eine Wohnung nur vorübergehend mieten
  • eine möblierte Wohnung zur Untervermietung vorübergehend mieten
  • in ein Alters-/Pflegeheim oder Studenten- und Lehrlingsheim einziehen

In den beschriebenen Fällen können sich Mieter nicht gegen den Mieterstrom entscheiden. Der Vertrag endet dabei automatisch mit der Rückgabe der Wohnung.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Mieterstrom ist Strom vom eigenen Dach. Er wird von Vermietern oder speziellen Dienstleistern angeboten und fließt nicht durch das öffentliche Netz. Durch den Wegfall einiger Preisbestandteile und durch eine Förderung über das EEG ist der Strom günstiger, als elektrische Energie konventioneller Anbieter. Die Förderung von Mieterstrommodellen soll grüne Energie lukrativer machen und den Ausbau erneuerbarer Energieanlagen vorantreiben. 

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