Lüftungstechnik - Gutes Raumklima auf Anhieb

Lüftungstechnik ist heute in fast jedem Lebensbereich zu finden. Sei es in der Industrie, in der Landwirtschaft oder im privaten Wohnbereich. Moderne Anlagen versorgen Gebäude und Räume stets mit lebensnotwendiger Frischluft. Lesen Sie in den folgenden Abschnitten über die Vielzahl an Lüftungstechniken und darüber, wo sie eingesetzt werden.

Welche Lüftungstechniken für Wohnbereiche gibt es?

Die wohl bekannteste Lüftungstechnik im Wohnbereich ist das Öffnen der Fenster, um die verbrauchte Luft abzuführen und gleichzeitig gegen frische, sauerstoffreiche Luft einzutauschen. Das ist nicht nur für die Gesundheit notwendig, sondern auch im Hinblick auf die Instandhaltung des betreffenden Hauses. Denn ohne Lüftung kann ein Objekt Feuchteschäden wie Schimmelbildung bekommen.

Ein weiteres bekanntes Beispiel für die Lüftungstechnik im Wohnbereich ist die Abzugshaube. Einmal eingeschaltet saugt sie die Gerüche und den aus den köchelnden Töpfen und Pfannen aufsteigenden Dampf auf. Je nach Bauart leitet ein Rohr oder ein Filter (meist für Fett und Geruch) diese Abluft nach außen bzw. an die Raumluft weiter.

Die Lüftungstechnik hat aber nicht nur in der Küche ihren Einsatz. Neubauten und sanierte Altbauten sind mittlerweile so luftdicht gebaut, dass die Außenluft kaum noch ins Innere eindringen kann. Die Lüftungstechnik sorgt somit für Frischluftzufuhr im gesamten Wohnbereich. Neue Lüftungstechniken sind sogar in der Lage, der Abluft Wärme zu entziehen und sie an die Zuluft weiterzugeben. Das bedeutet, die Zuluft muss weniger aufgeheizt werden. Diese sogenannte Wärmerückgewinnung hilft somit aktiv, Heizkosten zu senken.

Das Fensterlüften ist die wohl bekannteste Lüftungstechnik.

Lüftungstechniken für Industrie und andere Bereiche

Nicht nur im Wohnbereich spielt die Lüftungstechnik eine wichtige Rolle. Moderne Industriegebäude, landwirtschaftliche Ställe oder Einkaufszentren könnten ohne Lüftungstechnik kaum benutzt werden. Auch hier sorgt die Lüftungstechnik für einen gleichbleibenden Luftwechsel. Die Anforderungen an Lüftungstechniken nehmen nicht ab, sondern immer mehr zu. So sollen moderne Lüftungsanlage nicht nur Frischluft einleiten, sondern diese nach Möglichkeit im Voraus filtern. Auch Zugluft darf auf keinen Fall entstehen.

Unterschiede bei Lüftungstechniken

Primär unterscheidet man zwischen der natürlichen und der künstlichen bzw. mechanischen Lüftung. Zu den bekanntesten natürlichen Lüftungsvorgängen gehören Fugenlüftung, Fensterlüftung, Schachtlüftung und Dachaufsatzlüftung. Ermöglicht wird dieser Vorgang durch natürliche Kräfte wie den Wind, die Druckunterschiede zwischen der Innen- und Außenluft sowie durch den thermischen Auftrieb.

Häufig reicht die natürliche Lüftungstechnik nicht aus, um ein Gebäude mit ausreichend Frischluft zu versorgen. An dieser Stelle kommt die mechanische Lüftungstechnik zum Einsatz. Sie funktioniert unabhängig von äußeren Einflüssen wie Winddruck oder Temperaturen. Hier wird zwischen zentraler und dezentraler Lüftung unterschieden.

Zentrale Lüftung

Bei einer zentralen Lüftung versorgt ein Gerät alle Räume mit Frischluft. Diese wird über ein Netz von Lüftungskanälen zu ihrem vorgesehenen Einsatzort geleitet. Die zentrale Lüftungstechnik arbeitet sehr effizient, hat aber einen großen Platzbedarf. Des Weiteren ist sie in der Anschaffung teurer als eine dezentrale Lüftung.

Dezentrale Lüftung

Bei einer dezentralen Lüftung sind einzelne Geräte für den Luftwechsel in den Räumen zuständig. Diese Lüftungstechnik lässt sich meist ohne Aufwand installieren. Ihr Wirkungsgrad ist aber im Vergleich zu der zentralen Lüftungstechnik relativ niedrig. Dafür halten sich die Anschaffungskosten in Grenzen.

Mit welchen Kosten muss gerechnet werden?

Je nach Lüftungstechnik, Raumgrößen, Regionen und nicht zuletzt Strompreisen variieren die Kosten für eine Lüftungsanlage. Generell gilt, dass eine dezentrale Lüftung günstiger ist als eine zentrale Lüftung. Für ein Einfamilienhaus muss mit Kosten in Höhe von circa 1.000 bis 2.500 Euro gerechnet werden. Soll dasselbe Objekt mit einer zentralen Lüftung ausgestattet werden, steigen die Kosten auf 4.500 bis 7.000 Euro. Die genaue Höhe hängt auch von der Anzahl der Zimmer ab.

Vor- und Nachteile von Lüftungstechniken

Die natürliche Lüftungstechnik ist kostenlos, zumindest bei der Fenster- und Fugenlüftung. Das ist ihr entscheidender Vorteil. Viele Bauten und Objekte bekommen aber mit der natürlichen Lüftungstechnik nicht ausreichend Frischluft. Freie Lüftung ist außerdem keine zulässige Lösung zum Feuchteschutz. Geregelt wird das in der DIN 1946 – 6. Hier muss mit mechanischer Lüftung nachgeholfen werden. Letzteres ist zwar immer mit Kosten verbunden, auf lange Sicht überwiegen die Vorteile dieser Technik aber. Denn Frischluft ist nicht nur notwendig, Frischluft ist auch eine Voraussetzung für gute Lebensqualität.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Moderne Gebäude und Häuser sind ohne Lüftungstechniken kaum bewohnbar. Ob natürlich oder mechanisch, für jedes Objekt gibt es auf dem Markt die passende Lüftungstechnik. Um Fehlplanung oder sogar Fehlinvestitionen zu vermeiden, empfiehlt es sich, von Beginn an die Expertise eines Fachmannes in Anspruch zu nehmen.

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