Lüftung im Büro: Darauf ist zu achten 

Sinken die Temperaturen weit ab, breiten sich Viren und Bakterien wieder vermehrt aus. So zum Beispiel an Arbeitsplätzen, wo tagtäglich viele Menschen zusammenkommen. Die Lüftung im Büro hilft, die Ansteckungsgefahr zu senken. Denn sie reduziert die Viruslast in der Raumluft. Darüber hinaus sorgt eine angemessene Luftwechselrate im Büro für viel Sauerstoff und eine behagliche Umgebung. 

Gründe für ein optimales Lüftungsverhalten

Krankheitserreger, Feuchtigkeit, CO2 und unangenehme Gerüche: Auch bei einer sitzenden Tätigkeit geben Menschen viele Schadstoffe an ihre Umwelt ab. Diese zu beseitigen und hygienische Verhältnisse zu schaffen, ist die Aufgabe der Lüftung im Büro. Dabei geht es vor allem darum, verbrauchte Luft regelmäßig durch frische Außenluft auszutauschen. Denn das senkt die Schadstofflasten im Raum. Es hilft, Gerüche zu vertreiben und mindert sogar die Viruslast in geschlossenen Räumen.

Unser Tipp: 

Die Luftwechselrate im Büro liegt üblicherweise bei 3 bis 6 1/h.

Geringe Viruslast senkt das Infektionsrisiko

Beim Atmen, Sprechen, Niesen oder Husten sondern Menschen auch Viren an ihre Umgebung ab. Diese vermischen sich mit Luftpartikeln zu einem Aerosol, über das sie in neue Wirte gelangen. Eine ausreichend hohe Luftwechselrate wirkt dem entgegen. Denn diese spült die Krankheitserreger nach draußen und verringert die Ansteckungsgefahr in der Grippe- oder Corona-Zeit.

Geringer CO2-Gehalt steigert die Konzentration

Frische Luft ist aber nicht nur aus Gesundheitsgründen wichtig. Sie sorgt nachweislich auch dafür, dass sich Mitarbeiter besser konzentrieren können. Ein Grund dafür ist der CO2-Gehalt, der durch die Lüftung im Büro sinkt. Das Gas gelangt beim Atmen in den Raum. Steigt seine Konzentration stark an, deutet das auf einen geringen Sauerstoffgehalt hin. Dieser sorgt wiederum für Konzentrationsprobleme, Müdigkeit oder sogar Kopfschmerzen.

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© F8 - Studio / Shutterstock.com

Arbeitsstättenverordnung und der Luftwechsel

Frische Luft ist wichtig für ein gesundes Arbeitsumfeld. Aus diesem Grund fordert auch die Arbeitsstättenverordnung einen ausreichenden Luftwechsel. Die Höhe hängt von der Nutzung sowie der installierten Technik ab und ist nicht definiert. Richtwerte liefern hier jedoch die technischen Regeln für Arbeitsstätten „Lüftung“ (ASR A3.6). Auch diese fordern eine Mindest-Luftwechselrate im Büro. Wann das Lüften erforderlich ist, hängt dabei unter anderem vom CO2-Gehalt ab, wie die folgende Tabelle zeigt.

CO2-Gehalt Maßnahme
< 1.000 ppm
(Pettenkofer- oder
Behaglichkeits-Grenzwert) 
keine Maßnahmen erforderlich
1.000 bis 2.000 ppm Lüftungsverhalten prüfen, Lüftungsplan aufstellen und gegebenenfalls die Luftwechselrate erhöhen
> 2.000 ppm verstärkt Lüften oder die Personenzahl reduzieren

Quelle: ASR A3.6

Messen lässt sich die aktuelle CO2-Konzentration dabei mit einer einfachen CO2-Ampel, die die Messwerte in den Farben Grün, Gelb und Rot darstellt. Für Lüftungsanlagen im Büro dient die Tabelle als Auslegungshilfe. Denn diese sind so zu planen und einzustellen, dass der Luftwechsel ausreicht, um den Grenzwert von 1.000 ppm einzuhalten. Üblich ist dazu in aller Regel eine drei- bis sechsfache Luftwechselrate im Büro. Dabei tauscht die Anlage das gesamte Luftvolumen im Raum drei- bis sechsmal in der Stunde aus.

Fenster oder maschinelle Lüftung im Büro

Büros lassen sich mithilfe der freien Lüftung (zum Beispiel über die Fenster) oder mit maschinellen Anlagen belüften. Ersteres erfordert dabei regelmäßiges Stoßlüften, wobei Arbeiter alle Fenster im Stundentakt für drei bis zehn Minuten öffnen. In Besprechungsräumen ist sogar ein 20-Minutentakt zu empfehlen. Die ASR A3.6 gibt dabei vor, welche Öffnungsflächen insgesamt erforderlich sind, um den Mindestluftwechsel zu sichern. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

System
 
Maximale
Raumtiefe 
Gesamt-Öffnungsfläche
für kontinuierliche Lüftung (m²/Person) 
Gesamt-Öffnungsfläche
für Stoßlüftung (m²/Person)
Einseitige Lüftung
(System 1 lt. ASR A3.6) 
2,5 x lichte Höhe, maximal 10 Meter 
0,35 1,05
Gegenüberliegende Lüftungsöffnungen (Querlüftung; System 2 lt. ASR A3.6)5,0 x lichte Höhe, maximal 20 Meter0,20 0,60

Quelle: ASR A3.6

Alternative: Die Lüftungsanlage im Büro

Eine Lösung, mit der Sie komfortabel und automatisch im Büro Lüften ist die Lüftungsanlage. Diese besteht aus Ventilatoren, die bedarfsgerecht für eine ausreichend hohe Luftwechselrate sorgen. Die Systeme lassen sich dabei mit Filtern, Schalldämpfern oder Wärmerückgewinnung ausstatten, um für eine hohe Luftqualität zu sorgen. So übertragen Letztere Wärme von der verbrauchten Abluft auf die frische Außenluft. Das spart Kosten und hilft, Zugerscheinungen zu verhindern. Weitere Informationen zur Technik geben wir im Beitrag Lüftungsanlagen.

Lüftungsanlagen für öffentliche Gebäude fördern lassen? Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag über die RLT-Anlagen Förderung

Einfache Tipps für Gesundheit und Komfort 

Die Lüftung im Büro soll ein gesundes und behagliches Arbeitsumfeld schaffen. Damit das funktioniert, sind allerdings einige Punkte zu beachten. Für die freie Lüftung gilt dabei:

  • regelmäßig alle 60 Minuten zum Lüften die Fenster öffnen
  • in Besprechungsräumen alle 20 Minuten stoßlüften
  • im Winter drei Minuten, im Sommer 10 Minuten lüften
  • CO2-Ampel zur Messung der Luftqualität verwenden

Ist eine Lüftungsanlage im Büro, sind ebenfalls einige Punkte zu beachten. Diese betreffen Planung, Betrieb und Wartung, wie die folgende Übersicht zeigt:

  • Lüftungsanlagen mit hoher Außenluftrate betreiben (wenig bis keine Umluft)
  • Lüftungssystem zu Büroarbeitszeiten mit Nennleistung betreiben
  • nach Feierabend und am Wochenende reicht abgesenkte Leistung
  • Lüftungsanlage in Büroräumen nicht für längere Zeit ausschalten
  • Klimageräte, Heizlüfter und Ventilatoren nur in Einzelbüros nutzen
  • hochwertige Luftfilter verwenden und regelmäßig reinigen/tauschen
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Mit der richtigen Lüftung im Büro sorgen Sie für eine behagliche Atmosphäre. Die Anlagen steigern die Konzentrationsfähigkeit und mindern das Risiko, sich an ansteckenden Krankheiten zu infizieren. Während die freie Lüftung über Fenster dabei viel Zeit in Anspruch nimmt, funktionieren Lüftungsanlagen automatisch, komfortabel und zuverlässig. Letztere sind allerdings regelmäßig zu warten.
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