Legionellen im Leitungswasser verhindern

Gesundheitsbehörden warnen regelmäßig vor einer zu hohen Konzentration von Legionellen im Trinkwasser. Denn diese können gefährliche Krankheiten auslösen und sogar zum Tode führen. Aber was sind Legionellen eigentlich und welche Maßnahmen beugen einer Ausbreitung wirksam vor?

Was sind Legionellen eigentlich?

Legionellen sind Bakterien, die sich fast immer im Wasser befinden. Sie sehen aus wie kleine Stäbchen und sind erst dann gefährlich, wenn ihre Konzentration eine bestimmte Grenze überschreitet. Das passiert vor allem bei günstigen Temperaturen. So vermehren sich die unscheinbaren Krankheitserreger am schnellsten in stehendem, 30 bis 45 Grad Celsius warmem Wasser. Ist das Leitungswasser hingegen kälter oder wärmer, sinkt das Risiko einer gefährlichen Vermehrung. 

Legionellen im Trinkwasser
© rgpilch | Fotolia

Welche Folgen haben Legionellen? 

Anders als vermutet, erfolgt eine Infektion mit diesen Bakterien nicht durch das Trinken, sondern durch das Einatmen. Denn immer dann, wenn die Erreger gebunden an feine Wassertröpfchen (Aerosol) in die Atemwege gelangen, können sie das gut behandelbare Pontiac-Fieber oder die gefährliche Legionärskrankheit auslösen. Möglich ist das zum Beispiel unter der Dusche, bei Zimmerbrunnen oder anderen offenen Wasserflächen im Haus.

Pontiac-Fieber ist gut behandelbar

Am Pontiac-Fieber erkranken jedes Jahr etwa 100.000 Deutsche. Es ähnelt einer Grippe und ist an Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Durchfall oder Verwirrtheit zu erkennen. Die Krankheit ist gut heilbar und hat bis heute keine bekannten Todesfälle hervorgerufen.

Legionärskrankheit durch Legionellen

Schwerwiegendere Folgen kann dagegen die sogenannte Legionärskrankheit (Legionellose) haben. Sie tritt wie eine schwere Lungenentzündung in Erscheinung und kann vor allem bei alten und geschwächten Menschen zum Tode führen. Eine Behandlung ist oft schwierig, da die ersten Symptome wie beim Pontiac-Fieber auftreten. Experten empfehlen im Zweifel eine frühzeitige Untersuchung durch einen Arzt. Um weitere Ausbrüche zu verhindern, muss dieser die Erkrankung umgehend melden.

Was hilft wirksam gegen die Bakterien?

Trinkwasser muss rein sowie genusstauglich sein und darf der menschlichen Gesundheit nicht schaden. So sieht es zumindest die Trinkwasserverordnung, die in der aktuellen Fassung vom 10.03.2016 gültig ist. In Bezug auf Legionellen gibt die Verordnung einen technischen Maßnahmenwert von 100 Kolonien bildenden Einheiten (KBE) in 100 Milliliter Flüssigkeit vor. Ist dieser überschritten, sind spezielle Maßnahmen zu treffen. Damit das nicht passiert, können Hausbesitzer aber auch vorbeugend handeln. Wichtig ist dabei:

  • eine fachgerechte Planung und Ausführung von Warmwasseranlagen
  • die Dämmung von Wasserleitungen zum Schutz vor ungünstigen Temperaturen
  • das Vermeiden von stehendem Wasser in der Leitung (Zirkulation)
  • das Aufrechterhalten hoher Temperaturen im Warmwasserspeicher
  • die Installation von einem Durchlauferhitzer oder kleinen Warmwasserspeichern

Abschalten der Warmwasserbereitung fördert Legionellen

Schalten sparsame Hausbesitzer die Heizung im Sommer ab, können sie ihren Verbrauch spürbar senken. Damit das problemlos funktioniert, haben viele Heizgeräte einen speziellen Sommermodus. Dieser schaltet die Heizfunktion ab, hält aber die Warmwasserbereitung aufrecht. Wichtig ist das vor allem dann, wenn auch Speicher in der Anlage vorhanden sind. Denn diese können zu einem Brutkasten für Legionellen werden, wenn das Wasser darin lange bei Temperaturen von 35 bis 45 Grad Celsius steht.

Nach Urlauben oder längeren Stillstandszeiten

Sind Hausbesitzer für längere Zeit verreist, sorgt der Urlaubsmodus moderner Heizungsanlagen dafür, dass der Warmwasserspeicher von Zeit zu Zeit erhitzt wird. Das tötet eventuell vorhanden Bakterien ab und beugt einer unaufhaltsamen Ausbreitung vor. Gibt es diese Einstellung nicht, sollten Hausbesitzer nach längeren Stillstandszeiten das heiße Wasser für einige Minuten laufen lassen, um einer Erkrankung durch Legionellen vorzubeugen.

Überprüfungspflichten durch die Trinkwasserverordnung

Während Ein- und Zweifamilienhäuser in der Regel nicht betroffen sind, verlangt die Trinkwasserverordnung eine regelmäßige Legionellenüberprüfung größerer Anlagen. Diese Betrifft Gebäude mit einem Warmwasserspeicher von mehr als 400 Litern und einem Leitungsinhalt von mehr als drei Litern in mindestens einem Fließweg. Die Proben sind hier in einem regelmäßigen Turnus durchzuführen und sollen die Gefahren von Legionellen vermeiden.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die sich fast immer im Wasser befinden. Während geringe Konzentrationen ungefährlich sind, kann ein höheres Vorkommen gefährliche Krankheiten auslösen. Abhilfe schafft neben der fachgerechten Planung und Ausführung von Trinkwasseranlagen auch ein optimales Verhalten. Hausbesitzer sollten dabei längere Stillstandszeiten der Warmwasseranlage vermeiden und auch den Speicher im Sommer nicht abschalten.

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