Kosten einer Fußbodenheizung im Überblick

Die Kosten einer Fußbodenheizung setzen sich aus Anschaffungs- und Betriebskosten zusammen. Während die Kosten pro m2 vor allem von der Verlegeart abhängen, variieren die Betriebskosten vom System und den installierten Wärmeerzeugern. Wir geben einen Überblick und zeigen, wie Sanierer mit staatlichen Fördermitteln sparen können.

Kosten einer Fußbodenheizung bei der Anschaffung

Wer sich für eine neue Bodenheizung interessiert, hat heute verschiedenste Systeme zur Auswahl. Während einige vor allem im Neubau üblich sind, gibt es andere, die sich besonders gut für eine Sanierung eignen. Geht es um die Kosten einer Fußbodenheizung, spielt die Verlegeart eine wichtige Rolle. Zu unterscheiden sind dabei:

  • Nasssysteme unter dem Heizestrich
  • Dünnbettsysteme über dem Estrich
  • Trockenbau-Fußbodenheizungen
  • Flächenheizungen zum Einfräsen
  • Elektrische Systeme zur Bodenheizung
Kosten einer Fußbodenheizung zur Sanierung
© jörn_buchheim | Fotolia

Nasssysteme zur Verlegung der Heizflächen

Eine Fußbodenheizung im Nasssystem besteht aus Heizleitungen, die auf speziellen Dämmplatten liegen. Sie werden vom Heizestrich überdeckt und bilden so einen massiven und schweren Boden. Während die Systeme im Neubau Standard sind, kommen sie bei Sanierungen eher weniger zum Einsatz. Grund dafür ist der große Aufwand: Denn hier muss der alte Oberboden zunächst herausgerissen werden, bevor der neue ins Haus kommt. Die Kosten einer Fußbodenheizung im Nasssystem hängen demnach davon ab, ob es sich um eine Sanierung oder einen Neubau handelt.

  • Nasssystem-Fußbodenheizung: Kosten von 50 bis 70 Euro pro m²
  • Herausreißen und Entsorgen des alten Estrichs: 20 Euro pro m²

Kosten einer Dünnbett-Fußbodenheizung

Bei einer Flächenheizung im Dünnbett-Verfahren liegen die Heizleitungen über einer schlanken Trägerplatte auf dem alten Boden. Eine Ausgleichsmasse verteilt die Lasten aus dem Raum auf den Boden und leitet die Wärme nach oben. Die Systeme eignen sich für den Altbau und verursachen im Vergleich meist geringere Anschaffungskosten als konventionelle Nasssysteme.

  • Dünnbett-Fußbodenheizung: Kosten von 30 bis 60 Euro pro m²

Trockenbau-Fußbodenheizung: Kosten pro m²

Auch die Trockenbau-Fußbodenheizung ist für den Altbau geeignet. Denn hier liegen Heizleitungen auf speziellen Trägerplatten. Den Abschluss nach oben bildet der sogenannte Trockenestrich, auf dem Sanierer schon nach kurzer Zeit den Bodenbelag verlegen können.

  • Kosten einer Fußbodenheizung mit Trockenbau-System: 30 bis 60 Euro pro m²

Kosten einer Fußbodenheizung zum Einfräsen

Wer schnell zur neuen Flächenheizung kommen möchte, kann sich für ein System zum Einfräsen entscheiden. Dabei schneiden Experten schmale Kanäle in den vorhandenen Boden und verlegen anschließend die Heizleitungen darin. Bevor der neue Bodenbelag kommen kann, sind die Kanäle mit einer speziellen schnelltrocknenden Ausgleichsmasse zu verfüllen. Damit das funktioniert, müssen Sanierer lediglich den alten Fußbodenbelag entfernen. Eine weitere Voraussetzung: Der Estrich muss in Takt und stark genug sein.

  • Kosten einer Fußbodenheizung zum Einfräsen: 40 bis 70 Euro pro m²

Elektroheizflächen als günstige Alternative

Elektrische Heizsysteme sind der konventionellen Warmwasserheizung deutlich überlegen. Zumindest dann, wenn es um die Installationskosten geht. Denn diese sind im Gegensatz zu den späteren Betriebskosten sehr gering. Grund dafür ist die einfache Montage der Elektroheizung. So bestehen mit Strom betriebene Flächenheizsysteme meist aus einer einfachen Matte, die direkt unter dem Bodenbelag zu verlegen ist.

  • Kosten einer elektrischen Fußbodenheizung: 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter

Nicht behandelt werden an dieser Stelle die Kosten für eine Rasenheizung, die vereinfacht ausgedrückt eine überdimensionierte Fußbodenheizung ist.

Die jährlichen Betriebskosten einer Flächenheizung  

Neben den anfänglichen Fußbodenheizungs-Kosten pro qm interessieren sich Bauherren und Sanierer natürlich auch für die laufenden jährlichen Heizkosten. Diese entstehen durch den Brennstoffverbrauch. Neben dem energetischen Zustand des Gebäudes sind sie also auch von der Art der Heizung und den Komfortansprüchen der Verbraucher abhängig. Ausschlaggebend für den nachfolgenden Vergleich ist der errechnete Energieverbrauch, für den wir einen Wert von 20.000 Kilowattstunden im Jahr annehmen. 

Kosten einer Fußbodenheizung mit Warmwassersystem

Warmwasserheizsysteme lassen sich mit zahlreichen Heiztechnologien betreiben. Neben Standard-Lösungen wie der Öl- oder Gasheizung gibt es dabei auch Holzheizungen, Wärmepumpen oder moderne Brennstoffzellen. Geht es um die jährlichen Kosten einer Fußbodenheizung, entscheiden dabei die Preise der eingesetzten Brennstoffe. Die nachfolgende Liste zeigt einen Vergleich von Gas, Öl und Pellets. Demnach betragen die jährlichen Verbrauchskosten bei:

  • Gas (5,92 ct/kWh*) rund 1.184 Euro
  • Heizöl (6,33 ct/kWh*) rund 1.266 Euro
  • Pellts (5,05 ct/kWh*) rund 1.010 Euro

* Quelle: Deutscher Energieholz- & Pellet-Verband e. V. Preisstand April 2018

Da die Verbrauchskosten von Wärmepumpen und Brennstoffzellen sehr stark von der individuellen Auslegung abhängen, sind diese im Vergleich nicht enthalten. Ein Installateur kann die Kosten jedoch abschätzen und den Vergleich an die Bedingungen eines speziellen Projektes anpassen.

Zu berücksichtigen sind hier außerdem die Stromkosten der Heizungspumpe, die bei modernen Geräten bei etwa 15 bis 40 Euro im Jahr liegen.

Hohe Betriebsausgaben bei einer Elektrofußbodenheizung  

Soll ein Haus ausschließlich über eine elektrische Fußbodenheizung mit Wärme versorgt werden, liegen die Kosten in der Regel deutlich höher als bei einer Warmwasserheizung. Zumindest dann, wenn der Strom aus dem öffentlichen Netz kommt.

  • Jährliche Kosten einer Fußbodenheizung mit Strom (28,02 ct/kWh*) rund 5.604 Euro

* Quelle: Verivox Preisstand April 2018

Wer den Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage bezieht, kann bei den Betriebskosten sparen. Da auch hier die individuelle Auslegung von Bedeutung ist, haben wir diese Variante im Vergleich nicht berücksichtigt. Eine Möglichkeit, die Betriebskosten zu senken, ist die temporäre Abschaltung der Heizung. Ob sich diese Methode wirklich rentiert, lesen Sie im Artikel "Nachtabsenkung der Fußbodenheizung: Ja oder nein?"

Fördermittel senken die Kosten einer Fußbodenheizung

Wer eine neue Flächenheizung installieren möchte und gleichzeitig auch den Kessel tauscht, hat Glück: Denn er profitiert von der KfW-Förderung der Heizung. Dabei gibt es günstige Kredite und einmalige Zuschüsse in Höhe von mindestens zehn Prozent auch für die Bodenheizung. Voraussetzung: Sanierer ersetzen eine alte Gas- oder Ölheizung durch eine neue Brennwertheizung. Außerdem sind die Fördermittel rechtzeitig zu beantragen. Wann das ist, erklären wir im Beitrag Förderung für eine Gasheizung.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Kosten einer Fußbodenheizung unterteilen sich in Anschaffungs- und Betriebskosten. Während erstere je nach Art der Heizung variieren, hängen die jährlichen Ausgaben vom Energieträger, der Energieeffizienz des Gebäudes und den Komfortbedürfnissen der Bewohner ab. Im Vergleich zeigt sich, dass elektrische Fußbodenheizungen in der Anschaffung deutlich günstiger sind. Sie kosten im laufenden Betrieb dafür oft mehr. Grund dafür ist der Preis für Strom, der weit über denen von Gas, Öl oder Holz liegt.

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