Kondensatpumpe für Heizung und Klimageräte

Eine Kondensatpumpe fängt Wasser aus verschiedenen technischen Prozessen auf. Sie sammelt die anfallende Flüssigkeit in einem integrierten Behälter und transportiert sie in regelmäßigen Abständen zu einem nahegelegenen Abwasseranschluss. Neben dem Einsatz bei Klimageräten kann eine Kondensatpumpe auch für die Heizung unerlässlich sein. Wir erklären, wann das der Fall ist, wie die Geräte funktionieren und was Kondensathebepumpen für Heizungs- und Klimaanlagen unterscheidet. 

Eine Kondensatpumpe für die Heizung  

Die moderne Heiztechnik gibt Hausbesitzern viele Möglichkeiten, die Wärme für Heizung und Warmwasser im eigenen Gebäude zu erzeugen. Eine sehr beliebte ist die Brennwertheizung, vor allem für den Einsatz von Gas und Heizöl. Denn diese kühlt die bei der Verbrennung entstehenden Rauchgase so stark, dass der enthaltene Wasserdampf kondensiert und verborgene Wärme frei wird. Während sich das Kondensat aus Kessel und Schornstein meist in den nächstgelegenen Abfluss einleiten lässt, ist dieser in einigen Fällen zu weit entfern. Für Abhilfe sorgt dann eine Kondensatpumpe. Diese sammelt das Wasser in einem Behälter und pumpt es anschließend zum nächsten Anschluss an das Abwassersystem im Haus.

Kondensatpumpe leitet Tauwasser aus Heizungs- und Klimatechnik in Abwassernetz ein
© Dmitry Naumov / Shutterstock.com

Der Aufbau der beständigen Pumpen  

Damit die Geräte zuverlässig funktionieren, müssen Hersteller bei der Materialwahl besondere Vorsicht walten lassen. Denn das Kondensat, das in einer Gas- oder Ölheizung entsteht, ist so sauer, dass es konventionelle Pumpen stark angreifen könnte. Alle Komponenten einer Kondensathebepumpe bestehen dabei nur aus geeigneten Edelstählen und Kunststoffen.

Geht es um den Aufbau, setzen sich die Geräte aus einem Auffangbehälter, einer Fördereinrichtung und einem Rückflussverhinderer zusammen. Während der Behälter die im Heizbetrieb anfallende Flüssigkeit sammelt, sorgt die Pumpeneinheit für den nötigen Antrieb. Sie fördert die Flüssigkeit bei einem bestimmten Füllstand über einen Druckschlauch zum nächsten Abfluss. Der Rückflussverhinderer sorgt dafür, dass das Wasser auch bei einem Defekt nicht ausläuft.

Neutralisation kann erforderlich sein  

Das anfallende Kondensat einer Heizung ist so sauer, dass es auch im Abwassernetz für erhebliche Schäden sorgen kann. Zumindest dann, wenn die Menge des häuslichen Abwassers nicht ausreicht, um das aggressive Medium zu verdünnen. Aus diesem Grund fordert der Gesetzgeber unter bestimmten Voraussetzungen eine Neutralisationseinrichtung. Diese befindet sich vor der Kondensatpumpe und hebt den pH-Wert der Flüssigkeit. Möglich ist das mit Granulaten aus Magnesiumoxid, Dolomit, Kalk oder Marmor. Läuft die Heizung mit Gas oder schwefelarmem Heizöl, ist die Technik in kleinen Leistungsbereichen (unter 200 Kilowatt) in der Regel nicht nötig.

Kondensatpumpe schützt vor Rückstau

Eine Kondensathebepumpe schützt außerdem vor Rückstau. Dabei könnte Abwasser infolge schwerer Niederschläge, eines Hochwassers oder Verstopfungen zurückdrücken und im Haus auslaufen. Damit das nicht passiert, heben die Pumpen das Kondensat über die sogenannte Rückstauebene. Also den höchsten Punkt, auf den das Wasser in der Anlage ansteigen kann. In der Regel ist das die Oberfläche der Straße.

Verschiedene Schutzmechanismen möglich  

Um die Funktion der Kondensatpumpe zu gewährleisten, stehen heute verschiedene Schutzmechanismen zur Auswahl. So kann ein Kontaktschalter den Kessel abschalten, wenn das Wasser aus dem Vorratsbehälter nicht mehr abläuft. Experten schätzen aber, dass die Folgen des Heizungsausfalls vor allem im Winter höher sein könnten als die des auslaufenden Wassers. Sie empfehlen daher die Kombination mit einer Alarmanlage. Diese gibt einen Ton von sich, wenn die Pumpe das Wasser aus dem integrierten Reservoir nicht mehr ordnungsgemäß abführen kann.

Kondensathebepumpe für Klimageräte  

Wie die Kondensatpumpe für die Heizung gibt es auch Systeme, die das Kondensat aus Lüftungs- und Klimaanlagen abführen. Das entsteht immer dann, wenn sich warme Luft an einem Wärmeübertrager (Wärmetauscher) abkühlt. Im Gegensatz zum Kondensat der Heizung fällt hier jedoch reines Wasser an. Dieses ist nicht aggressiv, wodurch die Kondensatpumpen deutlich geringere Anforderungen erfüllen müssen.

Kosten für moderne Kondensatpumpen  

Entscheidend für die Kosten der Geräte sind vor allem die Einsatzgebiete sowie die anfallenden Kondensatmengen. Einfache Pumpen für Lüftungs- und Klimaanlagen gibt es dabei bereits für 50 bis 80 Euro zu kaufen. Soll die Kondensatpumpe die Heizung ergänzen, muss sie geringen pH-Werten standhalten. Die Preise liegen hier bei 50 bis 150 Euro. Mit einer integrierten Granulatkammer zur Neutralisation des Kondensats können die Preise auch höher ausfallen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Eine Kondensatpumpe fördert Tauwasser aus Brennwertheizungen oder Klimaanlagen zum nächsten Anschluss an das Abwassersystem. Während die Geräte für den Einsatz in Heizungsanlagen auch sauren Flüssigkeiten standhalten müssen, sind die technischen Anforderungen zum Einsatz in der Klimatechnik geringer.

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