Kompaktheizkörper für Neubau und Modernisierung

Kompaktheizkörper sind Heizflächen aus Stahlblech, die Wärme über Strahlung und Konvektion an den Raum übertragen. Sie sind mit glatter oder profilierter Oberfläche erhältlich und erreichen auch bei geringen Heizwassertemperaturen eine hohe Leistung. Wir erklären, wie ein Kompaktheizkörper aufgebaut ist, was ihn von anderen Modellen unterscheidet und was die Heizflächen für einen Neubau oder eine Modernisierung kosten. 

Aufbau und Funktionsweise der Kompaktheizkörper  

Kompaktheizkörper sind Plattenheizkörper, die in der Regel über vier Anschlussmöglichkeiten verfügen. Diese befinden sich in doppelter Ausführung jeweils links und rechts am Heizkörper. Die Heizflächen bestehen aus mindestens einer Heizplatte, die den Raum hauptsächlich über Wärmestrahlung mit thermischer Energie versorgt. Kommen weitere Platten sowie spezielle Konvektionsbleche hinzu, steigt auch der Anteil der Konvektion. Die Heizwärme geht dann nicht mehr nur auf feste Körper, sondern auch auf die Luft im Raum über.

Heizleistung von Bauform und Baugröße abhängig  

Wie viel Wärme die Kompaktheizkörper in den Raum einbringen können, hängt grundsätzlich von deren Bauform ab. Neben der Länge und der Höhe wirkt sich dabei auch die Anzahl der wasserdurchströmten Heizplatten auf die Leistung aus. Sie steigt, je mehr Heizplatten hintereinander angeordnet sind. Gleiches gilt für die Anzahl der Konvektionsbleche, die sich jeweils zwischen den Heizplatten befinden können. Die Typ-Bezeichnung gibt Aufschluss über die Bauart.

Kompaktheizkörper Heizplatten Konvektionsbleche
Typ 1010
Typ 1111
Typ 2020
Typ 2121
Typ 2222
Typ 30
30
Typ 3330

Neben der Bauform wirkt sich auch die Vorlauftemperatur der Heizung auf die Leistung aus. Je höher sie ist, desto mehr Energie können die Heizkörper bei gleicher Größe und Bauform an den Raum übertragen.

Unterschied zwischen Ventil- und Kompaktheizkörper

Wer die Unterlagen verschiedener Hersteller studiert, stößt neben dem Kompaktheizkörper auch auf den Ventilheizkörper. Der Unterschied zwischen beiden liegt im Anschluss: Während Kompaktheizkörper über ein zusätzliches Heizkörperventil (zum Beispiel ein Heizkörpereckventil) anzuschließen sind, ist das Ventilunterteil bei einem Ventilheizkörper bereits integriert. Hier müssen Experten lediglich einen passenden Thermostatkopf installieren.

Große Auswahl bei Farben, Formen und Oberflächen

Geht es um die Einrichtung der eigenen vier Wände, spielen auch die Heizkörper eine wichtige Rolle. Denn diese sitzen sichtbar an den Wänden und haben einen großen Einfluss auf die Raumwirkung. Wer sich für Kompaktheizkörper entscheidet, hat dabei eine große Auswahl. Denn diese gibt es in unterschiedlichsten Größen und Farben. Die Heizplatten selbst sind darüber hinaus in glatter oder profilierter Form erhältlich.

Kompaktheizkörper mit Eckventil
© maho / Fotolia

Die passenden Kompaktheizkörper auswählen  

Wer sich bei einem Neubau oder einer Modernisierung für die kompakten Heizflächen entscheidet, sollte auf die passende Leistung achten. Diese muss die Wärmeverluste der einzelnen Räume selbst an knackig kalten Tagen ausgleichen. Eine Reserve ermöglicht darüber hinaus das schnelle Aufheizen nach Heizpausen, etwa während der Nachtabsenkung. Wie viel Wärme die Heizkörper abgeben, hängt wie beschrieben von ihrer Bauform und der Temperatur des Heizungswassers ab. In den Produktunterlagen informieren Hersteller über die Leistung der Kompaktheizkörper unter verschiedenen Voraussetzungen. Im Beitrag Heizkörperberechnung erklären wir, wie die Planung richtig funktioniert.

Installation unter oder neben den Fensterflächen  

Geht es um die Anordnung der Heizflächen, empfehlen Experten den Platz unter den Fenstern. Denn hier gleichen sie kalte Fallluftströmungen aus und beugen Zugerscheinungen wirksam vor. Bei bodentiefen Fenstern kommen hingegen häufig Wandheizkörper zum Einsatz. Bei diesen handelt es sich um sehr hohe und kurze Kompaktheizkörper.

Kompaktheizkörper möglichst nicht verstellen

Auch wenn die Heizflächen mit Konvektionsblechen versehen sind, geben sie dennoch einen großen Teil der Wärme in Form von Strahlung an den Raum ab. Um die Leistung nicht zu beeinträchtigen, sollten Verbraucher die Heizkörper also nicht verstellen. Die thermische Energie könnte sich dabei hinter Möbeln oder Vorhängen anstauen, sodass betroffene Räume auch bei voller Leistung nicht richtig warm werden.

Kompaktheizkörper: Typische Preise im Überblick

Wie viel ein Kompaktheizkörper kostet, hängt vor allem von der Baugröße ab. Übliche Preise liegen zwischen 50 und 300 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für Stand- oder Wandkonsolen zur Befestigung der Heizkörper. Für den Anschluss an das Heizsystem sind außerdem auch Heizkörperventile in Eck- oder Durchgangsform nötig. Diese kosten inklusive Thermostat zwischen 30 und 150 Euro, abhängig von der Art der Thermostate.  

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Kompaktheizkörper erwärmen den Raum mit Strahlung und Konvektion. Sie erreichen auch bei geringen Vorlauftemperaturen eine hohe Leistung und sind vergleichsweise günstig. Im Gegensatz zu Ventilheizkörper besitzen sie kein vorinstalliertes Ventilunterteil. Hausbesitzer müssen das Heizkörperventil separat installieren, sind dabei aber flexibel. Für die Auslegung kommt es vor allem auf die richtige Baugröße an. Länge, Breite und Bauform sind dabei so zu wählen, dass die Heizkörper die Wärmeverluste des Aufstellraumes decken können. Durch eine kleine Reserve kommen die Räume auch nach Heizpausen schneller wieder auf die gewünschten Temperaturen.

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