Klimafreundliche Heizung: Arten, Brennstoffe und Tipps

Eine klimafreundliche Heizung versetzt private Hausbesitzer in die Lage, etwas fürs Klima zu tun. Während sich Forderungen nach mehr Klimaschutz oft an die Politik und die Unternehmen richten, verursachen Haushalte rund ein Drittel der deutschen CO2-Emissionen. Eine klimafreundliche Heizung hilft, diese Zahlen drastisch zu senken. Der positive Nebeneffekt: Mit dem CO2-Ausstoß sinkt auch der Energieverbrauch. Das wiederum führt zu sinkenden Heizkosten. Im vorliegenden Artikel klären wir, welche Systeme und Brennstoffe klimafreundlich sind, und geben Tipps fürs klimafreundliche Heizen.

Klimafreundliche Heizung: Diese Gründe sprechen dafür

Eine klimafreundliche Heizung verbraucht weniger fossile Rohstoffe und lässt den Treibhauseffekt weniger stark steigen, als es herkömmliche Heizungssysteme tun. Die umweltfreundliche Technik hilft dabei, die globale Erwärmung zu begrenzen und die Folgen des Klimawandels zu mindern. Letztere sind in Form von anhaltenden Dürren, bedrohlichen Waldbränden und extremen Wetterlagen auch hierzulande zu spüren.

Von den Vorteilen der neuen Technik profitieren Nutzer ganz direkt. Denn eine klimafreundliche Heizung arbeitet immer auch effizient. Die Heizungsanlagen verbrauchen weniger Energie und verringern die Heizkosten. Hinzu kommt, dass CO2 ab diesem Jahr besteuert wird. Eine klimafreundliche Heizung stößt weniger Kohlendioxid aus. Sie senkt den CO2-Fußabdruck beim Heizen und sorgt für Einsparungen. Wenn im Jahr 2025 eine Tonne CO2 jährlich 35 Euro kostet, zahlen die Besitzer einer Gasheizung jedes Jahr rund 175 Euro mehr (247 g CO2/kWh; 20.000 kWh/a), als es Betreiber einer klimafreundlichen Heizung tun. Wer mit Öl heizt, muss sogar mit Mehrkosten in Höhe von 220 Euro rechnen.

Welche Gründe sprechen für eine klimafreundliche Heizung? Die folgende Liste gibt einen einfachen Überblick:

  • fossile Rohstoffe sind endlich; sie werden geschont
  • der Klimawandel wird verlangsamt und eingedämmt
  • der CO2-Fußabdruck vom Heizen verkleinert sich
  • Energieverbrauch und Heizkosten sinken
  • die im Klimapaket fixierten Kosten für CO2 verringern sich

Heizen für wenig Geld – Mit klimafreundlichen Heizungsanlagen

Rund 70 Prozent der Wohngebäude in Deutschland beziehen Wärme für Heizung und Trinkwasser heute aus einer Gas-Zentralheizung (40,5 Prozent) oder Öl-Zentralheizung (29,8 Prozent). Mit Blick auf die CO2-Emissionen verspricht der Wechsel hin zu erneuerbaren Wärmeerzeugern großes Einsparpotenzial. Als klimafreundliche Heizungen gelten hier explizit Heizungsanlagen, die überwiegend auf nachwachsende Energieträger setzen und dabei wenig CO2 ausstoßen. Beispielhaft seien Wärmepumpen, Holzheizungen und Brennstoffzellen. Nicht zu vergessen sind dabei allerdings auch Hybridheizungen, die fossile und erneuerbare Energieträger verbinden.

Die Wärmepumpe ist (oft) eine klimafreundliche Heizung 

Reichen im Haus bereits niedrige Vorlauftemperaturen, um die Räume wohlig warm zu bekommen, ist die Wärmepumpe eine besonders klimafreundliche Heizung. Die innovative Technik gewinnt mehr als zwei Drittel der Heizwärme aus der Luft, der Erde oder dem Wasser. Den fehlenden Betrag liefert ein strom- oder gasbetriebener technischer Prozess. aktuelle Neubauzahlen belegen, dass sich viele Verbraucher für die klimafreundliche Heizung interessieren: 2018 kam die Wärmepumpe in 42,8 Prozent aller neuen Gebäude zum Einsatz. Im Bestand sehen die Zahlen etwas anders aus. Hier hielten Elektrowärmepumpen 2018 einen Anteil von 3,4 Prozent. Grund ist die Funktionsweise der Wärmepumpe. Die Technik verbraucht mehr Strom, je höher die Vorlauftemperaturen im Haus sein müssen. Durch große Heizflächen und Maßnahmen wie einen hydraulischen Abgleich können sich die Systeme aber auch in älteren Häusern lohnen. Vor allem, wenn eine Altbausanierung diese auf den neuesten energetischen Stand gebracht hat.

Holzheizung: CO2-neutral und umweltfreundlich 

Bei einer Holzheizung kommt es weniger auf die Vorlauftemperaturen als auf den Platz im Haus an. Dieser ist nötig, um Kessel, Wärmespeicher und Brennstofflager unterzubringen. Wer viel Zeit und im besten Falle auch eigenen Wald hat, findet im Holzvergaserkessel eine klimafreundliche Heizung. Können oder wollen Verbraucher die Scheite nicht täglich nachlegen, finden sie im Pelletkessel eine interessante Alternative. Denn die Wärmeerzeuger verbrennen genormte Stäbchen aus Sägespänen. Das funktioniert vollautomatisch und ist somit sehr komfortabel. Ob Pellets oder Scheitholz, der Brennstoff Holz ist nachwachsend, regional verfügbar und verbrennt nahezu CO2-neutral. Denn die Menge an CO2, die eine Holzheizung im Betrieb abgibt, haben Bäume zuvor in Sauerstoff umgewandelt. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass Verbraucher mit einem Scheitholz- oder Pelletkessel nicht ausnahmslos klimafreundlich heizen. Denn die Technik stößt mehr Feinstaub aus als Gas- oder Ölheizanlagen.

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© coldwaterman – stock.adobe.com

Die Brennstoffzellenheizung erzeugt Strom und Wärme

Ganz ohne Feinstaub kommt die Brennstoffzellenheizung aus. Zumindest dann, wenn sie Wasserstoff aus erneuerbaren Energieanlagen nutzt, um Strom und Wärme zu erzeugen. Die Funktionsweise der Brennstoffzelle setzt auf die kalte Verbrennung, wobei Sauerstoff und Wasserstoff unter kontrollierten Bedingungen miteinander reagieren. Der Wasserstoff lässt sich mithilfe der Elektrolyse aus Wasser und elektrischer Energie (Solar- oder Windstrom) gewinnen und in speziellen Tanks bevorraten. In der Praxis arbeitet die klimafreundliche Heizung aber auch ohne Photovoltaik und Spezialspeicher. Denn sie kann Erdgas verarbeiten, um Strom und Wärme zu erzeugen. Die selbst produzierte elektrische Energie lässt sich genau wie die thermische im eigenen Haus verbrauchen. Anlagenbesitzer müssen weniger Strom aus dem öffentlichen Netz zukaufen und profitieren von einer hohen Unabhängigkeit. Zudem können sie klimafreundlich heizen, indem sie mit der Technik ihre CO2-Emissionen senken.

Hybridheizung – klimafreundlich kombinieren

Nicht immer eignen sich die hier vorgestellten Systeme für den Altbau. Während sich Wärmepumpen nur unter bestimmten Voraussetzungen effizient nutzen lassen, ist der Platz für eine Pelletheizung oft nicht vorhanden. Wer dennoch klimafreundlich heizen möchte, kann Solartechnik nachrüsten und seine alte Anlage in eine moderne Hybridheizung verwandeln. Besonders beliebt ist die Kombination aus Gas- oder Ölheizung und Solarthermie. Thermische Solaranlagen wandeln kostenfreie Strahlungsenergie der Sonne in thermische Energie um und können so das Trinkwasser oder sogar das Haus erwärmen. Wer die Technik nachrüstet, kann damit auch eine alte Anlage in eine sparsame und klimafreundliche Heizung verwandeln.

Sinnvoll ist übrigens auch die Kombination von Wärmepumpe und Solar. Während thermische Solaranlagen für warmes Trinkwasser und eine bessere Systemeffizienz sorgen, produzieren Photovoltaikanlagen eigenen Strom für die Wärmepumpenheizung. Verbraucher müssen weniger aus dem Netz beziehen und schonen neben dem Klima auch ihren Geldbeutel.

Moderne Brennstoffe für die klimafreundliche Heizung 

Wer eine klimafreundliche Heizung haben möchte, muss nicht immer viel investieren. So können Verbraucher auch mit bestehenden Gas- und Ölheizanlagen das Klima entlasten. Voraussetzung ist der Bezug zumindest teilweise regenerativ hergestellter Brennstoffe. Welche das sind, zeigt die folgende Tabelle.

Brennstoffe Beschreibung
Biogas Biogas ist ein nachwachsender Rohstoff, der aus pflanzlichen Reststoffen entsteht. Er lässt sich in Biogasanlagen herstellen, wo Bakterien die Ausgangsmaterialien vergären und Methan produzieren. Das brennbare Gas kann direkt verbraucht oder nach einer umfangreichen Aufbereitung ins Gasnetz eingespeist werden. Kaufen Verbraucher Biogas ein, verwandeln sie ihre alte Anlage einfach in eine klimafreundliche Heizung.
EE-Gas (Gas aus Power-to-Gas-Anlagen) EE-Gas lässt sich mithilfe von elektrischer Energie herstellen. Diese stammt aus Photovoltaik-, Wind- sowie Wasserkraftwerken und spaltet Wasser bei der Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff. Bereiten Produzenten den Wasserstoff auf, entsteht synthetisches und regeneratives Erdgas, das Hausbesitzer über die öffentlichen Versorgungsleitungen beziehen können.
Bio-Flüssiggas (Bio-LPG) Bio-Flüssiggas lässt sich aus industriellen Abfällen (Altölen) und pflanzlichen Ausgangsstoffen herstellen. Der Brennstoff senkt den CO2-Ausstoß bilanziell um bis zu 90 Prozent und verwandelt eine alte Anlage ohne Umstellung der Technik in eine klimafreundliche Heizung.
Bioheizöl Bioheizöl ist in der Regel ein Gemisch aus schwefelarmem Standardheizöl und einer Biokomponente. Letztere hat einen Anteil von fünf bis zehn Prozent und besteht aus Energiepflanzen wie Raps, Soja oder Sonnenblumenkernen. Da der Anteil der Biokomponenten vergleichsweise klein ist, können Verbraucher mit Bioheizöl nur bedingt klimafreundlich heizen.

Klimafreundlich heizen: Diese einfachen Tipps helfen

Mit einfachen Tipps lassen sich auch bestehende Anlagen in eine klimafreundliche Heizung verwandeln. Eine große Wirkung hat dabei das bereits beschriebene Nachrüsten einer Solaranlage. Denn die Technik nutzt kostenfreie Solarenergie zum Heizen und stößt dabei selbst keine Schadstoffe aus. Sinnvoll sind darüber hinaus auch folgende Punkte:

Wer umwelt- und klimafreundlich heizen möchte, sollte darüber hinaus auch die optimale Raumtemperatur wählen und vor allem richtig Lüften im Winter. Denn auch auf diese Weise lassen sich die Wärmeverluste reduzieren. Die Heizung verbraucht weniger und stößt damit geringere Mengen CO2 aus. Positive Nebeneffekte: Der Komfort steigt und die Heizkosten sinken.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Eine klimafreundliche Heizung hilft, die CO2-Emissionen zu reduzieren und die globale Erwärmung zu begrenzen. Wer einen neuen Wärmeerzeuger einbauen möchte, kann auf Wärmepumpen, Holzheizungen oder Brennstoffzellenheizungen setzen. Im Altbau kommen auch Hybridheizungen infrage. Auch ohne einen Heizungstausch können Verbraucher klimafreundlich heizen, u. a. mit der richtigen Dämmung der Rohre, einem Austausch der Pumpe oder einfach mit der Wahl der richtigen Raumtemperatur.
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