KfW-Effizienzhaus: Effizient bauen und sanieren

Das KfW-Effizienzhaus ist ein besonders energieeffizient gebautes oder saniertes Gebäude. Es erfüllt höchste technische Anforderungen und verbraucht selbst nur sehr wenig Heizenergie. Da die Häuser damit auch das Klima schützen, unterstützt der Staat Bauherren sowie Sanierer mit attraktiven Fördermitteln. Welche Anforderungen ein KfW-Effizienzhaus erfüllen muss, wie hoch die Fördermittel sind und welche Vorteile die Gebäude außerdem haben, erklären wir in den folgenden Abschnitten. 

KfW-Effizienzhaus: Standards bei Neubau und Sanierung 

Aktueller Hinweis:

Nach dem vorläufigen Förderstopp kann die Sanierungsförderung der KfW wieder zu vorherigen Bedingungen beantragt werden. Die Neubauförderung ist nur fortan nur mit Nachhaltigkeitssiegel möglich. Diese zweite Stufe der Neubauförderung kann bis 31.12.2022 genutzt werden.

KfW-Effizienzhäuser sind Gebäude, die einen sehr hohen energetischen Standard erreichen. Dieser wurde von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) definiert und ist Voraussetzung für die Beantragung attraktiver Fördermittel. Letztere gibt es in Form von Darlehen oder Zuschüssen, je nachdem, ob es sich um einen Neubau oder ein Sanierungsvorhaben handelt. Wie hoch die Fördermittel sind, hängt dabei vom erreichten Effizienzhausstandard ab. Erkennen lässt sich dieser an einer Kennzahl (zum Beispiel KfW-Effizienzhaus 70). Je kleiner diese ist, umso weniger verbraucht das Haus und die Fördermittel sind besonders attraktiv.

Diese Kennwerte gelten für KfW-Energieeffizienzhäuser 

Grundsätzlich hängen die Energieeffizienzklassen der KfW davon ab, wie sparsam ein Gebäude im Vergleich zu einem typischen Neubau (Referenzhaus nach den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes – GEG) ist. Die wichtigsten Kennwerte sind dabei der Primärenergiebedarf und der spezifische Transmissionswärmeverlust.

  • Jahres-Primärenergiebedarf (Qp in kWh/a): Die Kenngröße beschreibt, wie viel Energie ein Haus tatsächlich benötigt. Sie berücksichtigt dabei nicht nur den Wärmebedarf zur Deckung der Wärmeverluste, sondern auch den Aufwand für die Förderung, Aufbereitung und den Transport der Energie. Ermitteln lässt sich der Primärenergiebedarf aus dem Produkt des Endenergiebedarfes (zum Beispiel am Gaszähler ablesbar) und einem sogenannten Primärenergiefaktor. Letzterer ist vom Brennstoff abhängig und vor allem bei regenerativen Energieträgern sehr klein.
  • spezifischer Transmissionswärmeverlust (H‘T in W/m²): Die Kennzahl beschreibt, wie viel Wärme ein Haus über seine Hüllflächen verliert. Sie ist auf die wärmeumschließende Gebäudehüllfläche bezogen und wird anhand des Wärmedurchgangskoeffizienten, auch U-Wert, eines jeden Bauteils ermittelt. Je besser die U-Werte von Wänden, Dächern, Böden sowie Fenstern sind, desto kleiner der Transmissionswärmeverlust. Außerdem sind Wärmebrücken bei der Bauplanung zu vermeiden.

Während der spezifische Transmissionswärmeverlust allein von der Bauphysik eines Gebäudes abhängt, lassen sich die Anforderungen an den Primärenergiebedarf auch mit dem Einsatz erneuerbarer Energien erreichen. Insgesamt setzen die hohen Energieeffizienzstandards jedoch ein ganzheitliches Vorgehen voraus. Dabei muss das Gebäude besonders energiesparend und die Anlagentechnik hocheffizient sein.

KfW-Effizienzhaus in moderner Architektur
© bildlove – stock.adobe.com

KfW-Haus bauen: Hohe Effizienzhausklassen im Neubau

Wer ein neues Haus baut, erhält  Fördermittel für die KfW-Effizienzhäuser 40 und 40 Plus. Welche Anforderungen dabei zu erreichen waren, zeigt die folgende Tabelle.

KfW-Effizienzhaus

Primärenergiebedarf (% vom Referenzgebäude nach EnEV)

spezifischer Transmissionswärmeverlust (% vom Referenzgebäude nach EnEV)

40 40 55
40 Plus 40 55

Um den KfW-Effizienzhaus 40 Plus Standard zu erreichen, ist zudem ein sogenanntes Plus-Paket erforderlich. Dieses besteht aus einem Stromerzeuger (Photovoltaik, Windkraft, BHKW oder Kombinationen) samt Stromspeicher sowie einer Lüftungsanlage zur kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. 

Änderungen und Anpassungen zum KfW-Haus 40

Mit der Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes, die noch im Jahr 2022 erfolgen soll, ändern sich die Anforderungen im Neubau- und Sanierungsbereich grundlegend. So plant die neue Bundesregierung, den aktuellen KfW 55 Standard kurzfristig zum Neubaustandard zu erklären. Die entsprechende Förderung, die ohnehin Ende Januar 2022 auslaufen sollte, wurde bereits vorzeitig gestrichen. Im gleichen Zuge stoppte der Bundesminister für Wirtschaft und Energie alle BEG-Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Alle bis zum 23.01.2022 eingegangenen Anträge, bei denen alle Fördervoraussetzungen gegeben sind, wurden laut Bundesregierung genehmigt.

Seit dem 22.02.2022 ist die Sanierungsförderung aus dem Programmteil Wohngebäude des BEG wieder wie gewohnt erhältlich. Fördermittel für Neubauten mit dem Standard 55 gibt es nur noch für Betroffene des Hochwassers. Diese können die Zuschüsse oder Kredite für den Bau oder den Kauf neuer KfW-55-Häuser (einschließlich EE- und NH-Klasse) noch bis zum 30. Juni 2022 beantragen. 

Die Effizienzhaus-40-Förderung im Neubau ist seit April 2022 wieder verfügbar. Die Mittel waren kurze Zeit nach Einführung erschöpft. Eine zweite Stufe dieser Umsetzung wurde erlassen. Damit können Effizienzhäuser mit dem Standard 40 nur noch mit Nachhaltigkeitszertifikat gefördert werden. Dieses muss bei Beantragung entsprechend nachgewiesen werden. Der Fördertopf soll bis 31.12.2022 offen sein. Nach Angabe der KfW sollen am besten keine Anträge mehr für Effizienz­haus-Stufen 40 mit Erneuerbare-Energien-Klasse und 40 Plus gestellt werden. Die Mittel sind hier vollkommen ausgeschöpft.

Mit dem Ziel, das Effizienzhaus 40 bis 2025 zum Neubaustandard zu machen, richtet der Staat die Förderung für Effizienzhäuser in Zukunft vermutlich stärker an den CO2-Einsparpotenzialen aus. 

Zum KfW-Effizienzhaus sanieren: Effizienzklassen im Bestand

Wer ein bestehendes Haus saniert, erhält Fördermittel für Denkmale sowie die KfW-Effizienzhäuser 100, 85, 70, 55 und 40. Welche Anforderungen dabei zu erreichen sind, zeigt die folgende Tabelle.

KfW-Effizienzhaus

Primärenergiebedarf (% vom Referenzgebäude nach EnEV)

spezifischer Transmissionswärmeverlust (% vom Referenzgebäude nach EnEV)

Denkmal160 -
100100115
85
85100
707085
55
5570
404055

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass es aktuell keine Förderung mehr für ein KfW-Effizienzhaus 115 gibt. Bis Juli 2021 war dies noch möglich und galt für alle Bestandsgebäude, welche die Neubauanforderungen nicht erfüllten.

Neue Klassen für eine höhere Förderung

Mit Umsetzung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) auch bei der KfW (seit Juli 2021) gibt es im Bereich des Effizienzhaus-Standards zusätzliche Klassen – die Erneuerbare-Energien-Klasse und die Nachhaltigkeits-Klasse. Damit bietet sich im Segment "Wohngebäude" Bauherrn sowie Sanierern ein zusätzlicher Förderbonus.

  • Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse): gilt für die Effizienzhäuser 40, 55, 70, 85, 100 und Denkmal (Neubau und Bestand) sowie für die Kredit- und Zuschuss-Förderung. Für den Neubau erhöht sich die Förderrate um 2,5 Prozent und für die Sanierung um fünf Prozent. Die EE-Klasse ist nicht kombinierbar mit der Nachhaltigkeits-Klasse und auch nicht für das KfW-Effizienzhaus 40 Plus. Grundsätzliche Voraussetzung für die EE-Klasse ist die Abdeckung des Wärmebedarfs von 55 Prozent mit erneuerbaren Energien. 
  • Nachhaltigkeits-Klasse (NH-Klasse): gilt für die Effizienzhäuser 40 und ist aktuell notwendige Voraussetzung für die Förderung des EH-40. Die NH-Klasse kann nur bei einem Neubau gefördert werden, wobei sich die Förderrate um zusätzlich 2,5 Prozent erhöht. Die NH-Klasse, für die Sie zum Beispiel eine DGNB-Zertifizierung benötigen, ist nicht mit der EE-Klasse kombinierbar und kann auch nicht bei einem KfW-40-Plus-Haus mit beantragt werden. Grundsätzliche Voraussetzung ist die überwiegende Verwendung von nachhaltigen Materialien beim Bau sowie ein Nachhaltigkeitszertifikat. 

Zuschüsse und Kredite für KfW-Effizienzhäuser

Wie attraktiv die Fördermittel der KfW tatsächlich sind, hängt vom erreichten Effizienzhausstandard ab. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick. 

KfW-Effizienzhaus Förderart Konditionen
Denkmal 
(Sanierung)
Zuschuss
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
25 Prozent der Kosten
(bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 25 Prozent
(bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit)
100
(Sanierung)
Zuschuss
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/261)
27,5 Prozent der Kosten
(bis zu 33.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 27,5 Prozent
(bis zu 33.000 Euro pro Wohneinheit)
85
(Sanierung)
Zuschuss
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
30 Prozent der Kosten
(bis zu 36.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 30 Prozent
(bis zu 36.000 Euro pro Wohneinheit)
70
(Sanierung)
Zuschuss
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
35 Prozent der Kosten
(bis zu 42.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 35 Prozent
(bis zu 42.000 Euro pro Wohneinheit)
55
(Sanierung)
Zuschuss
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
40 Prozent der Kosten
(bis zu 48.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 40 Prozent
(bis zu 48.000 Euro pro Wohneinheit)
40
(Sanierung)
Zuschuss 
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
45 Prozent der Kosten 
(bis 54.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 45 Prozent 
(bis zu 54.000 Euro pro Wohneinheit)
40
(Neubau)
Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
150.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent
(bis zu 18.750 Euro pro Wohneinheit)

Zuschüsse und Kredite für EE-Klassen

Wie bereits erwähnt, können Sie auch eine EE-Klasse mit beantragen, erfüllen Neubau und Sanierung die entsprechend hohen Anforderungen. Auch hier erfolgt wie bei den Standards die Zuschuss-Förderung über das Programm 461 und die Kreditförderung über das Programm 261/262. Bei der Sanierung im Gebäudebestand gilt:

  • für 40 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 50 Prozent mit Kosten von bis zu 75.000 Euro
  • für 55 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 45 Prozent mit Kosten von bis zu 67.500 Euro
  • für 70 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 40 Prozent mit Kosten von bis zu 60.000 Euro
  • für 85 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 35 Prozent mit Kosten von bis zu 52.500 Euro
  • für 100 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 32,5 Prozent mit Kosten von bis zu 48.750 Euro
  • für Denkmal EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 30 Prozent mit Kosten von bis zu 45.000 Euro

Im Neubau gilt für die Nachhaltigkeitsklasse, da eine EE-Klasse nicht mehr beantragt werden kann ein Tilgungszuschuss in Höhe von 12,5 Prozent mit Kosten von bis zu 18.750 Euro bei dem KfW-Haus 40 NH.

Fördermittel für ein KfW-Haus beantragen

Wer beispielsweise ein Nullenergiehaus bauen oder ein bestehendes Gebäude zum Energieeffizienzhaus sanieren möchte, muss die Fördermittel unbedingt vor dem Beginn der Maßnahme beantragen. Während dabei immer auch ein Energieberater zu beauftragen ist, wenden sich Antragsteller für Zuschüsse an das Zuschussportal der Förderbank. Darlehensanträge stellen sie hingegen bei ihrer Hausbank.

KfW-Energieeffizienzhaus: Vorteile im Überblick 

Wer sich für den Bau eines KfW-Effizienzhauses entscheidet oder ein bestehendes Gebäude zu einem solchen umbaut, profitiert von mehr als attraktiven Fördermitteln. Denn die Energiesparhäuser verbrauchen nur sehr wenig Energie. Sie schonen das Klima und entlasten das eigene Portemonnaie. Darüber hinaus ermöglichen hohe Effizienzhausstandards auch eine hohe thermische Behaglichkeit. So sind Böden und Wände durch schützende Dämmstoffe immer warm, während es durch dichte Fenster nicht mehr zieht.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Das KfW-Effizienzhaus ist ein Gebäude, das sehr hohe Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllt. Es verbraucht wenig Energie und schont somit das Klima und den eigenen Geldbeutel. Mit der Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes und der Richtlinien zur Bundesförderung für effiziente Gebäude ist sowohl in Bezug auf technische Anforderungen als auch auf die Förderung der Gebäude mit grundlegenden Änderungen zu rechnen. Wie diese im Detail aussehen, bleibt aktuell noch abzuwarten. 
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