KfW-Effizienzhaus: Effizient bauen und sanieren

Das KfW-Effizienzhaus ist ein besonders energieeffizient gebautes oder saniertes Gebäude. Es erfüllt höchste technische Anforderungen und verbraucht selbst nur sehr wenig Heizenergie. Da die Häuser damit auch das Klima schützen, unterstützt der Staat Bauherren sowie Sanierer mit attraktiven Fördermitteln. Welche Anforderungen ein KfW-Effizienzhaus erfüllen muss, wie hoch die Fördermittel sind und welche Vorteile die Gebäude außerdem haben, erklären wir in den folgenden Abschnitten. 

KfW-Effizienzhaus: Standards bei Neubau und Sanierung 

KfW-Effizienzhäuser sind Gebäude, die einen sehr hohen energetischen Standard erreichen. Dieser wurde von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) definiert und ist Voraussetzung für die Beantragung attraktiver Fördermittel. Letztere gibt es in Form von Darlehen oder Zuschüssen, je nachdem, ob es sich um einen Neubau oder ein Sanierungsvorhaben handelt. Wie hoch die Fördermittel sind, hängt dabei vom erreichten Effizienzhausstandard ab. Erkennen lässt sich dieser an einer Kennzahl (zum Beispiel KfW-Effizienzhaus 70). Je kleiner diese ist, umso weniger verbraucht das Haus und die Fördermittel sind besonders attraktiv.

Diese Kennwerte gelten für KfW-Energieeffizienzhäuser 

Grundsätzlich hängen die Energieeffizienzklassen der KfW davon ab, wie sparsam ein Gebäude im Vergleich zu einem typischen Neubau (Referenzhaus nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung – EnEV) ist. Die wichtigsten Kennwerte sind dabei der Primärenergiebedarf und der spezifische Transmissionswärmeverlust.

  • Jahres-Primärenergiebedarf (Qp in kWh/a): Die Kenngröße beschreibt, wie viel Energie ein Haus tatsächlich benötigt. Sie berücksichtigt dabei nicht nur den Wärmebedarf zur Deckung der Wärmeverluste, sondern auch den Aufwand für die Förderung, Aufbereitung und den Transport der Energie. Ermitteln lässt sich der Primärenergiebedarf aus dem Produkt des Endenergiebedarfes (zum Beispiel am Gaszähler ablesbar) und einem sogenannten Primärenergiefaktor. Letzterer ist vom Brennstoff abhängig und vor allem bei regenerativen Energieträgern sehr klein.
  • spezifischer Transmissionswärmeverlust (H‘T in W/m²): Die Kennzahl beschreibt, wie viel Wärme ein Haus über seine Hüllflächen verliert. Sie ist auf die wärmeumschließende Gebäudehüllfläche bezogen und wird anhand des Wärmedurchgangskoeffizienten, auch U-Wert, eines jeden Bauteils ermittelt. Je besser die U-Werte von Wänden, Dächern, Böden sowie Fenstern sind, desto kleiner der Transmissionswärmeverlust. Außerdem sind Wärmebrücken bei der Bauplanung zu vermeiden.

Während der spezifische Transmissionswärmeverlust allein von der Bauphysik eines Gebäudes abhängt, lassen sich die Anforderungen an den Primärenergiebedarf auch mit dem Einsatz erneuerbarer Energien erreichen. Insgesamt setzen die hohen Energieeffizienzstandards jedoch ein ganzheitliches Vorgehen voraus. Dabei muss das Gebäude besonders energiesparend und die Anlagentechnik hocheffizient sein.

KfW-Effizienzhaus in moderner Architektur
© bildlove – stock.adobe.com

KfW-Haus bauen: Hohe Effizienzhausklassen im Neubau

Wer ein neues Haus baut, erhält Fördermittel für die KfW-Effizienzhäuser 55, 40 und 40 Plus. Welche Anforderungen dabei zu erreichen sind, zeigt die folgende Tabelle.

KfW-Effizienzhaus

Primärenergiebedarf (% vom Referenzgebäude nach EnEV)

spezifischer Transmissionswärmeverlust (% vom Referenzgebäude nach EnEV)

55 55 70
40 40 55
40 Plus 40 55

Um den KfW-Effizienzhaus 40 Plus Standard zu erreichen, ist zudem ein sogenanntes Plus-Paket erforderlich. Dieses besteht aus einem Stromerzeuger (Photovoltaik, Windkraft, BHKW oder Kombinationen) samt Stromspeicher sowie einer Lüftungsanlage zur kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. 

Zum KfW-Effizienzhaus sanieren: Effizienzklassen im Bestand

Wer ein bestehendes Haus saniert, erhält Fördermittel für Denkmale sowie die KfW-Effizienzhäuser 100, 85, 70, 55 und 40. Welche Anforderungen dabei zu erreichen sind, zeigt die folgende Tabelle.

KfW-Effizienzhaus

Primärenergiebedarf (% vom Referenzgebäude nach EnEV)

spezifischer Transmissionswärmeverlust (% vom Referenzgebäude nach EnEV)

Denkmal160 -
100100115
85
85100
707085
55
5570
404055

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass es aktuell keine Förderung mehr für ein KfW-Effizienzhaus 115 gibt. Bis Juli 2021 war dies noch möglich und galt für alle Bestandsgebäude, welche die Neubauanforderungen nicht erfüllten.

Neue Klassen für eine höhere Förderung

Mit Umsetzung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) auch bei der KfW (seit Juli 2021) gibt es im Bereich des Effizienzhaus-Standards zusätzliche Klassen – die Erneuerbare-Energien-Klasse und die Nachhaltigkeits-Klasse. Damit bietet sich im Segment "Wohngebäude" Bauherrn sowie Sanierern ein zusätzlicher Förderbonus.

  • Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse): gilt für die Effizienzhäuser 40, 55, 70, 85, 100 und Denkmal (Neubau und Bestand) sowie für die Kredit- und Zuschuss-Förderung. Für den Neubau erhöht sich die Förderrate um 2,5 Prozent und für die Sanierung um fünf Prozent. Die EE-Klasse ist nicht kombinierbar mit der Nachhaltigkeits-Klasse und auch nicht für das KfW-Effizienzhaus 40 Plus. Grundsätzliche Voraussetzung für die EE-Klasse ist die Abdeckung des Wärmebedarfs von 55 Prozent mit erneuerbaren Energien. 
  • Nachhaltigkeits-Klasse (NH-Klasse): gilt für die Effizienzhäuser 40 und 55. Die NH-Klasse kann nur im Zusammenhang eines Neubaus gefördert werden. Wobei sich die Förderrate um zusätzlich 2,5 Prozent erhöht. Die NH-Klasse ist nicht mit der EE-Klasse kombinierbar und kann auch nicht bei einem KfW-40-Plus-Haus mit beantragt werden. Grundsätzliche Voraussetzung ist die überwiegende Verwendung von nachhaltigen Materialien beim Bau sowie ein Nachhaltigkeitszertifikat. 

Zuschüsse und Kredite für KfW-Effizienzhäuser

Wie attraktiv die Fördermittel der KfW tatsächlich sind, hängt vom erreichten Effizienzhausstandard ab. Während es im Neubau keine Einschränkungen gibt, sind Mittel für eine Sanierung nur dann abrufbar, wenn die Bauanzeige oder der Bauantrag für das Haus bereits vor dem 01. Februar 2002 gestellt wurde. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Wichtig zu wissen ist, dass es Zuschüsse bei einer Sanierung zum KfW-Energieeffizienzhaus nur in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Wohnungseigentümergemeinschaften aus Privatpersonen gibt. Für alle anderen Sanierungsvorhaben stehen Darlehen zur Verfügung. Die maximale Darlehens- und Tilgungszuschusshöhe bezieht sich dabei jeweils auf eine Wohneinheit. 

KfW-Effizienzhaus Förderart Konditionen
Denkmal Zuschuss
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
25 Prozent der Kosten
(bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 25 Prozent
(bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit)
100Zuschuss
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/261)
27,5 Prozent der Kosten
(bis zu 33.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 27,5 Prozent
(bis zu 33.000 Euro pro Wohneinheit)
85Zuschuss
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
30 Prozent der Kosten
(bis zu 36.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 30 Prozent
(bis zu 36.000 Euro pro Wohneinheit)
70Zuschuss
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
35 Prozent der Kosten
(bis zu 42.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 35 Prozent
(bis zu 42.000 Euro pro Wohneinheit)
55
(Sanierung)
Zuschuss
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
40 Prozent der Kosten
(bis zu 48.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 40 Prozent
(bis zu 48.000 Euro pro Wohneinheit)
55 
(Neubau)
Zuschuss 
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
15 Prozent der Kosten
(bis zu 18.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 15 Prozent
(bis zu 18.000 Euro pro Wohneinheit)
40
(Sanierung)
Zuschuss 
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
45 Prozent der Kosten 
(bis 54.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 45 Prozent 
(bis zu 54.000 Euro pro Wohneinheit)
40
(Neubau)
Zuschuss 
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
20 Prozent der Kosten 
(bis 24.000 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 20 Prozent
(bis zu 24.000 Euro pro Wohneinheit)
40 Plus
Zuschuss 
(KfW-Programm 461)

Darlehen
(KfW-Programm 261/262)
25 Prozent der Kosten
(bis zu 37.500 Euro pro Wohneinheit)

120.000 Euro Kreditbetrag mit
Tilgungszuschuss von 25 Prozent
(bis zu 37.500 Euro pro Wohneinheit)

Zuschüsse und Kredite für EE-Klassen

Wie bereits erwähnt können Sie auch eine EE-Klasse mit beantragen, erfüllen Neubau und Sanierung die entsprechend hohen Anforderungen. Auch hier erfolgt wie bei den Standards die Zuschuss-Förderung über das Programm 461 und die Kreditförderung über das Programm 261/262.

Im Neubau gilt:

  • für 40 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 22,5 Prozent mit Kosten von bis zu 33.750 Euro
  • für 55 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 17,5 Prozent mit Kosten von bis zu 26.250 Euro

Bei der Sanierung im Gebäudebestand gilt:

  • für 40 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 50 Prozent mit Kosten von bis zu 75.000 Euro
  • für 55 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 45 Prozent mit Kosten von bis zu 67.500 Euro
  • für 70 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 40 Prozent mit Kosten von bis zu 60.000 Euro
  • für 85 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 35 Prozent mit Kosten von bis zu 52.500 Euro
  • für 100 EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 32,5 Prozent mit Kosten von bis zu 48.750 Euro
  • für Denkmal EE ein Zuschuss bzw. Tilgungszuschuss in Höhe von 30 Prozent mit Kosten von bis zu 45.000 Euro

Fördermittel für ein KfW-Haus beantragen

Wer ein KfW-Effizienzhaus bauen oder ein bestehendes Gebäude zum Energieeffizienzhaus sanieren möchte, muss die Fördermittel unbedingt vor dem Beginn der Maßnahme beantragen. Während dabei immer auch ein Energieberater zu beauftragen ist, wenden sich Antragsteller für Zuschüsse an das Zuschussportal der Förderbank. Darlehensanträge stellen sie hingegen bei ihrer Hausbank.

KfW-Energieeffizienzhaus: Vorteile im Überblick 

Wer sich für den Bau eines KfW-Effizienzhauses entscheidet oder ein bestehendes Gebäude zu einem solchen umbaut, profitiert von mehr als attraktiven Fördermitteln. Denn die Energiesparhäuser verbrauchen nur sehr wenig Energie. Sie schonen das Klima und entlasten das eigene Portemonnaie. Darüber hinaus ermöglichen hohe Effizienzhausstandards auch eine hohe thermische Behaglichkeit. So sind Böden und Wände durch schützende Dämmstoffe immer warm, während es durch dichte Fenster nicht mehr zieht.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Das KfW-Effizienzhaus ist ein Gebäude, das sehr hohe Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllt. Es verbraucht wenig Energie und schont somit das Klima und den eigenen Geldbeutel. Um den Bau der Energiesparhäuser zu forcieren, vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau hohe Fördermittel für alle, die Effizienzhaus errichten oder ein bestehendes Haus zum Energieeffizienzhaus sanieren.
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