KfW Effizienzhaus 115: Die Anforderungen

Wer ein altes Haus energetisch modernisiert, senkt seinen Heizenergieverbrauch, entlastet die Umwelt und spart Kosten. Erreichen Hausbesitzer dabei den Standard „KfW Effizienzhaus 115“, profitieren sie außerdem von hohen Fördermitteln in Form von Zuschüssen oder Darlehen. Wir informieren über die Konditionen der Förderung für das KfW Effizienzhaus 115 und zeigen, welche Anforderungen bestehen. 

KfW Effizienzhaus 115: Anforderungen an das Haus  

Die Bezeichnung „KfW Effizienzhaus 115“ beschreibt einen Baustandard, dessen Kriterien einheitlich geregelt sind. Gebäude, die diesem Standard entsprechen, haben eine hohe energetische Qualität. Sie verbrauchen wenig Energie, kommen mit geringen Heizkosten aus und schonen die Umwelt. Geregelt sind die speziellen Anforderungen in den Merkblättern der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die damit Voraussetzung zur Förderung der nötigen Sanierungsmaßnahmen definiert.

Energieeffizienz im KfW Effizienzhaus 115
© chawalit khamsuk / Shutterstock.com

Grenzwerte für die Förderung eines Effizienzhauses  

Grundsätzlich darf die energetische Qualität eines KfW Effizienzhauses 115 genau 15 Prozent unter der eines Neubaus nach EnEV liegen. Grenzwerte gelten dabei in Bezug auf den Jahresprimärenergiebedarf und den Transmissionswärmeverlust über die Gebäudehülle.

Der Primärenergiebedarf beschreibt, wie viel Energie ein Haus in einer bestimmten Zeit (üblicherweise in einem Jahr) benötigt. Dabei schließt er den Energieaufwand zur Gewinnung, zur Aufbereitung und für den Transport der eingesetzten Brennstoffe ein. Der Wert ist also abhängig von der Beschaffenheit der Gebäudehülle, der Qualität der Heizung und der Art der eingesetzten Energieträger (Erdgas, Heizöl, Holz oder Strom).

Der Transmissionswärmeverlust beschreibt, wie viel Wärme ein Haus über seine Gebäudehülle an die Umwelt verliert. Er ist damit abhängig von der Dichtheit, der Konstruktion und dem Wärmedämmstandard der Gebäudehülle.

Beide Kennzahlen dürfen um 15 Prozent schlechter sein, als bei einem neuen, nach EnEV errichteten Gebäude. Bei einem KfW-Effizienzhaus 115 beziehen sich die Anforderungen dabei auf die Ergebnisse eines sogenannten EnEV-Referenzgebäudes. Dabei handelt es sich um ein theoretisches Gebäude, das dem eigenen Haus in Geometrie, Nutzfläche und Ausrichtung gleicht. Für Anlagentechnik, Gebäudedichtheit und Nutzungsbedingungen gelten jedoch einheitlich festgelegte Referenzwerte.

Weitere Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 115  

Neben den genannten Grenzwerten für das KfW Effizienzhaus 115 gelten weitere Anforderungen. So muss die neue Heizung mindestens mit Brennwerttechnik arbeiten. Ist bereits eine Niedertemperaturheizung vorhanden, muss ein Energieberater diese bei der energetischen Bewertung berücksichtigen. Nicht zu berücksichtigen sind hingegen Kaminöfen ohne Wassertasche. Unterstützen die Einzelöfen die zentrale Heizungsanlage, lassen sie sich zu zehn Prozent anrechnen. Während Experten auch den Strom aus einer Photovoltaikanlage berücksichtigen dürfen, ist ein hydraulischer Abgleich der Heizung Pflicht.

Beispielhafte Maßnahmen für ein KfW Effizienzhaus 115

Die KfW nennt beispielhafte Sanierungsmaßnahmen, mit denen sich der KfW Effizienzhaus 115 Standard vermutlich erreichen lässt. Dabei schlägt die Förderbank Folgendes vor:

  • Installation einer Gasbrennwerttherme mit Solaranlage für Warmwasser
  • Außendämmung in einer Stärke von 14 Zentimetern
  • Dachdämmung mit einer Stärke von 20 Zentimetern
  • neue Fenster mit Doppelverglasung (Wärmeschutzverglasung)

Welche Maßnahmen tatsächlich nötig sind, hängt vor allem von der Art und der Qualität des Gebäudes ab. Ein Energieberater kann diese beurteilen und aufzeigen, wie Hausbesitzer den Standard KfW Effizienzhaus 115 erreichen.

Fördermittel in Form von Zuschüssen und Darlehen

Wer sich dazu entschließt, sein altes Gebäude zu einem KfW Effizienzhaus 115 umzubauen, profitiert von hohen Fördermitteln der KfW. So gibt es einmalige Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschuss. Die folgende Liste zeigt die Details:

  • Zuschüsse in Höhe von 15 Prozent (maximal 15.000 Euro je Wohneinheit) über das KfW-Programm 430
  • Zinsgünstige Darlehen mit einem Effektivzins von 0,75 Prozent und einem Tilgungszuschuss in Höhe von 12,5 Prozent (maximal 12.500 Euro je Wohneinheit) über das Programm 151 der KfW

Während es den Zuschuss in der ersten Variante nach der Baufertigstellung gibt, bekommen Hausbesitzer das Darlehen vor dem Baubeginn. Den Tilgungszuschuss zieht die Bank dann nach dem Abschluss des Sanierungsvorhabens von der bestehenden Darlehenssumme ab. Voraussetzung ist natürlich, dass das KfW Effizienzhaus 115 alle Anforderungen einhält.

Förderung für das KfW Effizienzhaus 115 beantragen  

Wichtig ist, dass Hausbesitzer die Fördermittel noch vor dem Beginn der Sanierung beantragen. Während das bei der Zuschussvariante ganz einfach online funktioniert, sind Darlehensanträge über die Hausbank zu stellen. Diese prüft alle Unterlagen, leitet diese an die Förderbank weiter und zahlt dann auch das Geld aus. Voraussetzung für die Förderung ist, dass ein Energieberater die Einhaltung der Anforderungen vorab und nach dem Vorhaben bestätigt.

Darüber hinaus sind zur Beantragung folgende Unterlagen nötig:

  • EnEV-Nachweis inklusive U-Wert-Berechnung und Informationen zum vorhandenen/geplanten anlagentechnischen System sowie nötige Planungsunterlagen
  • Grundrisse, Ansichten, Schnitte und ein Lageplan zum KfW Effizienzhaus 115
  • Bau- und Produktkenndaten, die die Werte in der Berechnung bestätigen
  • Fachunternehmer-Bestätigung für den hydraulischen Abgleich
  • Protokoll zur Luftdichtheitsmessung, sofern diese erforderlich ist
  • Energieausweis auf Basis des Energiebedarfs 
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Das KfW Effizienzhaus 115 ist ein Gebäudestandard, der für energetisch modernisierte Häuser steht. Er symbolisiert sparsame und effiziente Gebäude, von denen nur eine sehr geringe Umweltbelastung ausgeht. Grundsätzlich dürfen die Häuser dabei 15 Prozent schlechter als nach EnEV errichtete Neubauten sein. Wer Fördermittel in Form von Zuschüssen oder Darlehen nutzen möchte, muss diese unbedingt im Voraus beantragen. 

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 19. November 2018

Aluminiumheizkörper sind eine interessante Alternative zu Standard-Plattenheizkörpern und doch selten im Einsatz. Wir informieren über Eigenschaften, Vorteile, Nachteile und Kosten der Aluheizkörper. weiterlesen

Vom 18. November 2018

Die Fußbodenheizung im Trockensystem eignet sich nahezu perfekt für die Altbausanierung. Wir erklären, warum das so ist und geben einen Überblick über den Aufbau und die Kosten der Flächenheizung. weiterlesen

Vom 17. November 2018

Aus welchen Bestandteilen setzt sich der Heizkreislauf einer Heizung zusammen und wie arbeiten die Heizkreise sparsam und komfortabel? Wir geben Antworten und erklären, wie eine Heizung funktioniert. weiterlesen

Vom 16. November 2018

Wie lassen sich die Heizkosten berechnen, wenn es sich um eine Mietwohnung handelt? Wir geben einfache Tipps und zeigen, wie Verbraucher überhöhte Heizkostenabrechnungen sicher erkennen. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung