KfW 40: Effizienzhaus mit höchsten Anforderungen

Das Effizienzhaus 40 (früher KfW-Effizienzhaus 40 oder KfW-40-Haus) beschreibt einen besonders energiesparenden Bau- und Sanierungsstandard. Die Gebäude verlieren kaum Wärme und decken den geringen Bedarf höchst effizient. Während Bewohner eines Effizienzhauses 40 ohnehin von minimalen Heiz- und Energiekosten profitieren, bekommen sie zusätzlich eine attraktive Förderung vom Staat. So gibt es einen Tilgungszuschuss von bis zu 33.750 Euro für Neubauten und 75.000 Euro für Sanierungsvorhaben. Planung und Ausführung eines KfW-40-Hauses sind allerdings mit hohen Anforderungen verbunden. 

Effizienzhaus 40 und Effizienzhaus 40 Plus: Die Anforderungen 

Aktueller Hinweis:

Die Programme 430 und 151 der KfW liefen Ende Juni 2021 aus. Seit dem gibt es Fördermittel über die Bundesförderung für effiziente Gebäude für Wohngebäude (BEG WG). Erhältlich sind diese nach wie vor bei der KfW, allerdings nun über die Programm 461 (Zuschuss) und 261 (Darlehen). Im gleichen Zuge wurden die Gebäude von KfW-Effizienzhaus zu Effizienzhaus umbenannt.

Das KfW-Effizienzhaus ist ein technischer Standard für Gebäude, der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eingeführt wurde. Die staatliche Förderbank legt damit Kriterien an die Energieeffizienz von neuen und sanierten Gebäuden fest. Wer diese erreicht, erhält dafür attraktive Fördermittel. Diese gibt es zum Beispiel in Form von Zuschüssen oder Darlehen mit Tilgungszuschüssen für die energetische Sanierung und den effizienten Neubau (KfW Programm 261 und 461). 

Kennziffer steht für die Energieeffizienz eines Gebäudes

Der Baustandard „KfW-Effizienzhaus“ bzw. seit Juli 2021 "Effizienzhaus" ist immer um eine Kennziffer ergänzt, in diesem Fall die „40“. Der Wert gibt an, wie effizient ein Gebäude im Vergleich zu einem Neubau nach Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist. Einfach ausgedrückt heißt das: Der Primärenergiebedarf eines Effizienz-40-Hauses liegt bei 40 Prozent eines Neubaus – es ist also um 60 Prozent besser. Gleichzeitig muss der Transmissionswärmeverlust den GEG-Neubau-Grenzwert um mindestens 55 Prozent übertreffen. Wer sich für ein sogenanntes Effizienzhaus-40-Plus entscheidet (Förderung nur im Neubau) muss zusätzlich Anforderungen an die Gebäudetechnik erfüllen. Die folgende Tabelle zeigt die Anforderungen im Überblick.

KennwertGrenzwert
Primärenergiebedarf
(Energiebedarfskennwert, der auch Verluste bei der Förderung, der Aufbereitung und dem Transport der benötigten Energieträger berücksichtigt; vom Wärmebedarf und den eingesetzten Energieträgern abhängig)
40 Prozent vom Grenzwert für einen Neubau nach GEG
Transmissionswärmeverlust
(Wärmeverlust über die Hüllflächen eines Gebäudes; von den U-Werten und der Konstruktion abhängig)
55 Prozent vom Grenzwert für einen Neubau nach GEG
Weitere Anforderungen
  • kein Wärmeerzeuger auf Basis von Heizöl (Ölbrennwertheizung); gilt auch für Hybridlösungen mit erneuerbaren Energien oder Fernwärmenetzen
  • hydraulischer Abgleich ist Pflicht
  • Bestimmung der Luftdichtheit der Gebäudehülle (Blower-Door-Test)
  • mit mechanischen Lüftungsanlagen darf die Luftwechselrate (n50) einen Wert von 1,5 1/h nicht überschreiten
Weitere Anforderungen für ein Effizienzhaus 40 Plus 
Förderung nur im Neubau
  • Abdecken des Wärme- und Kälteenergiebedarfs zu mindestens 55 Prozent mit erneuerbaren Energien 
  • Photovoltaik- oder Windkraftanlage
  • Stromspeicher 
  • Lüftung mit Wärmerückgewinnung
  • Visualisierung des Strom- und Wärmeverbrauchs

Um die hohe KfW-40-Förderung oder finanzielle Unterstützung für ein KfW 40 Plus-Energiehaus zu erhalten, ist außerdem ein Energieberater Pflicht. Der Experte verfügt über komplexes Fachwissen und kann Fehler bei der Bauausführung verhindern. Die Kosten für eine komplette Baubegleitung übernimmt die Bundesförderung für effiziente Gebäude zu maximal 50 Prozent.

KfW 40 Haus ist umwelt- und klimafreundlich
© Julia Zavalishina / Shutterstock.com

KfW 40 Plus Energiehaus: Das Optimum an Energieeffizienz 

Noch energiesparender als das Effizienzhaus 40 ist der Effizienzhaus 40 Plus Standard. Die Gebäude müssen dazu erst einmal die gleichen Anforderungen an Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust erfüllen. Hinzu kommt ein sogenanntes Plus-Paket. Dieses beinhaltet die Installation:

  • Erfüllung der Anforderungen an eine EE-Klasse nach BEG (Deckung des Wärme- und Kälteenergiebedarfs zu mindestens 55 Prozent mit regenerativen Energien=
  • einer stromerzeugenden Anlage auf Basis erneuerbarer Energien (Photovoltaik-, KWK- oder Windkraftanlagen mit einem Ertrag von mindestens 500 Kilowattstunden pro Jahr je Wohneinheit zuzüglich zehn Kilowattstunden pro Jahr je Quadratmeter Gebäudenutzfläche)
  • eines stationären Batteriespeichersystems (Stromspeicher mit mindestens 500 Wattstunden je Wohneinheit und zuzüglich zehn Wattstunden je Quadratmeter Gebäudenutzfläche)
  • einer mechanischen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Außerdem muss ein Interface in jeder Wohneinheit über den Stromverbrauch und den Stromertrag des Hauses informieren, wenn Sie den Effizienzhaus 40 Plus Standard im Neubau erreichen wollen. 

Alternativen zu Effizienzhaus 40 und KfW 40 Plus Energiehaus

Das Effizienzhaus-40 und das KfW-40-Plus-Effizienzhaus stellen höchste Ansprüche an neue und zu sanierende Gebäude. Ist die Ausführung mit zu hohen Kosten verbunden, gibt es auch den KfW-55-Standard. Für diesen muss ein Haus die Anforderungen an den Primärenergiebedarf um 45 Prozent übertreffen.

Bei einer Sanierung sind weiterer Standards möglich. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick und informiert über die wichtigsten Anforderungen.

Effizienzhausstandard Primärenergiebedarf im
Vergleich zum Neubau 
Transmissionswärmeverlust
im Vergleich zum Neubau
Denkmal 160 % 175 %
KfW 115 
(Achtung: mit Inkrafttreten des BEG nicht mehr verfügbar) 
115 % 130 %
KfW 100 100 % 115 %
KfW 85 85 % 100 %
KfW 70 70 % 85 %
KfW 55 55 % 70 %

anders als im Neubaubereich ist der Effizienzhausstandard bei einer Sanierung auch heute noch mit einer Ölheizung zu erreichen. Die Ausgaben für die Technik sind bei den förderfähigen Kosten allerdings nicht anrechenbar.

Effizienzhaus-40-Förderung: Darlehen mit hohen Tilgungszuschüssen  

Die effizienten Gebäude verbrauchen nur wenig Energie. Sie schonen fossile Ressourcen und tragen zur Senkung der CO2-Emissionen bei. Aus diesem Grund fördert der Staat den Bau und die Sanierung zum Effizienzhaus 40 sowie die Errichtung neuer KfW-40-Plus-Energiehäuser über die Bundesförderung für effiziente Gebäude für Wohngebäude (BEG WG). Erhältlich sind Zuschüsse sowie Darlehen mit Teilschuldenerlass über die KfW-Programm 461 und 261. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Gebäudestandard

Effizienzhaus 40

Effizienzhaus 40 - EE
(55 % regenerativ)
Effizienzhaus 40 Plus

Sanierung45 Prozent Förderung bei 120.000 Euro förderbaren Kosten (entspricht maximaler Darlehenshöhe) pro Wohneinheit50 Prozent Förderung bei 120.000 Euro förderbaren Kosten (entspricht maximaler Darlehenshöhe) pro Wohneinheitkeine Förderung
Neubau20 Prozent Förderung bei 120.000 Euro förderbaren Kosten (entspricht maximaler Darlehenshöhe) pro Wohneinheit22,5 Prozent Förderung bei 150.000 Euro förderbaren Kosten (entspricht maximaler Darlehenshöhe) pro Wohneinheit25 Prozent Förderung bei 150.000 Euro förderbaren Kosten (entspricht maximaler Darlehenshöhe) pro Wohneinheit

Die Beantragung der KfW Effizienzhaus-40-Förderung bei der Hausbank

Die Beantragung erfolgt vor Baubeginn bei einem Finanzierungspartner (zum Beispiel der eigenen Hausbank). Zuvor muss ein Energieberater die Maßnahme geprüft und eine Bestätigung zum Antrag erstellt haben. Sind alle KfW-40-Anforderungen erfüllt, kann der Bau beginnen. Nach Abschluss aller Arbeiten erstellt der Energieberater dann eine Bestätigung nach der Durchführung. Die Bank prüft alle Unterlagen und schreibt den Tilgungszuschuss gut.

Wichtig zu wissen: Der Tilgungszuschuss reduziert den zurückzuzahlenden Kreditbetrag. Das Geld lässt sich nicht auf das eigene Konto auszahlen.

Vorteile und Nachteile vom KfW-Effizienzhaus 40 und KfW 40 Plus-Energiehaus

Wer sich für ein Effizienzhaus 40 oder ein Effizienzhaus 40 Plus Haus entscheidet, muss sich in Zukunft kaum um Energiepreissteigerungen sorgen. Denn die Gebäude sind so sparsam, dass sie kaum Energie verbrauchen. Sie schonen aber nicht nur das eigene Portemonnaie, sondern auch Klima und Umwelt. Nachteilig sind bei einem KfW-40- und KfW-40-Plus-Energiehaus die Kosten. Denn diese übersteigen die Ausgaben für einen konventionellen GEG-Neubau. Ein großer Kritikpunkt betrifft außerdem die hohen Anforderungen an die Bauausführung. Fehler in der luftdichten und wärmeumschließenden Hüllfläche sind später nur schwer auszugleichen. Bleiben sie unbemerkt, können sogar Feuchteschäden wie Schimmel entstehen. Ohne Lüftungsanlage müssen Besitzer eines Effizienzhauses darüber hinaus regelmäßig Stoßlüften. Die folgende Tabelle zeigt die Vor- und Nachteile der Gebäude im Vergleich.

Vorteile Nachteile
energiesparend hohe Investitionskosten
Energiepreissteigerungen wirken sich kaum aus anspruchsvolle Bauausführung
Schonung fossiler Rohstoffe ohne Lüftungsanlage ist regelmäßiges Stoßlüften besonders wichtig
geringe CO2-Ausstöße
attraktive KfW-Förderung
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Das Effizienzhaus-40-Haus übertrifft die heutigen Neubauanforderungen an die Energieeffizienz um 60 Prozent und ist besonders energiesparend. Es macht seine Besitzer unabhängiger von Energiepreisveränderungen und schont Umwelt und Klima. Die Ausführung ist allerdings mit hohen Anforderungen verbunden und höchst anspruchsvoll.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
news-icon
Artikelbewertung