KfW 40: Effizienzhaus mit höchsten Anforderungen

Das KfW-Effizienzhaus 40 (kurz KfW 40 Haus) beschreibt einen besonders energiesparenden Baustandard. Die Gebäude verlieren kaum Wärme und decken den geringen Bedarf höchst effizient. Während Bauherren eines KfW-Effizienzhauses 40 ohnehin von minimalen Heiz- und Energiekosten profitieren, bekommen sie zusätzlich eine attraktive Förderung vom Staat. So gibt es einen Tilgungszuschuss von bis zu 30.000 Euro über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Planung und Ausführung eines KfW-40-Hauses sind allerdings mit hohen Anforderungen verbunden. 

KfW 40 und KfW 40 Plus: Die Anforderungen im Überblick

Das KfW-Effizienzhaus ist ein technischer Standard für Gebäude, der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eingeführt wurde. Die staatliche Förderbank legt damit Kriterien an die Energieeffizienz von neuen und sanierten Gebäuden fest. Wer diese erreicht, erhält dafür attraktive Fördermittel. Diese gibt es zum Beispiel in Form von Zuschüssen oder Darlehen mit Tilgungszuschüssen für die energetische Sanierung (KfW Programm 430 und 151). Neubauten fördert die Bank über das KfW Programm 153 mit zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen von bis zu 30.000 Euro.

Kennziffer steht für die Energieeffizienz eines Gebäudes

Der Baustandard „KfW-Effizienzhaus“ ist immer um eine Kennziffer ergänzt, in diesem Fall die „40“. Der Wert gibt an, wie effizient ein Gebäude im Vergleich zu einem Neubau nach Energieeinsparverordnung (aktuell EnEV 2014) ist. Einfach ausgedrückt heißt das: Der Primärenergiebedarf eines KfW-40-Hauses liegt bei 40 Prozent eines Neubaus – es ist also um 60 Prozent besser. Gleichzeitig muss der Transmissionswärmeverlust den EnEV-Neubau-Grenzwert um mindestens 45 Prozent übertreffen. Die folgende Tabelle zeigt die Anforderungen im Überblick.

KennwertGrenzwert
Primärenergiebedarf
(Energiebedarfskennwert, der auch Verluste bei der Förderung, der Aufbereitung und dem Transport der benötigten Energieträger berücksichtigt; vom Wärmebedarf und den eingesetzten Energieträgern abhängig)
40 Prozent vom Grenzwert für einen Neubau nach EnEV
Transmissionswärmeverlust
(Wärmeverlust über die Hüllflächen eines Gebäudes; von den U-Werten und der Konstruktion abhängig)
55 Prozent vom Grenzwert für einen Neubau nach EnEV
Weitere Anforderungen
  • kein Wärmeerzeuger auf Basis von Heizöl (Ölbrennwertheizung); gilt auch für Hybridlösungen mit erneuerbaren Energien oder Fernwärmenetzen
  • hydraulischer Abgleich ist Pflicht
  • Bestimmung der Luftdichtheit der Gebäudehülle (Blower-Door-Test)
  • mit mechanischen Lüftungsanlagen darf die Luftwechselrate (n50) einen Wert von 1,5 1/h nicht überschreiten

Um die hohe KfW-40-Förderung zu erhalten, ist außerdem ein Energieberater Pflicht. Der Experte verfügt über komplexes Fachwissen und kann Fehler bei der Bauausführung verhindern. Die Kosten für eine komplette Baubegleitung übernimmt die KfW zu 50 Prozent (maximal 4.000 Euro) mit dem Programm 431. 

KfW 40 Haus ist umwelt- und klimafreundlich
© Julia Zavalishina / Shutterstock.com

KfW 40 Plus: Das Optimum an Energieeffizienz 

Noch energiesparender als das KfW-Effizienzhaus 40 ist der KFW 40 Plus Standard. Die Gebäude müssen dazu erst einmal die gleichen Anforderungen an Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust erfüllen. Hinzu kommt ein sogenanntes Plus-Paket. Dieses beinhaltet die Installation:

  • einer stromerzeugenden Anlage auf Basis erneuerbarer Energien (Photovoltaik-, KWK- oder Windkraftanlagen mit einem Ertrag von mindestens 500 Kilowattstunden pro Jahr je Wohneinheit zuzüglich zehn Kilowattstunden pro Jahr je Quadratmeter Gebäudenutzfläche)
  • eines stationären Batteriespeichersystems (Stromspeicher mit mindestens 500 Wattstunden je Wohneinheit und zuzüglich zehn Wattstunden je Quadratmeter Gebäudenutzfläche)
  • einer mechanischen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Außerdem muss ein Interface in jeder Wohneinheit über den Stromverbrauch und den Stromertrag des Hauses informieren.

Alternativen zum KfW-Effizienzhaus 40 

Das KfW-40-Haus stellt höchste Ansprüche an neue Gebäude. Ist die Ausführung mit zu hohen Kosten verbunden, gibt es im Neubaubereich auch den KfW-55-Standard. Für diesen muss ein Haus die Anforderungen an den Primärenergiebedarf um 45 Prozent übertreffen.

Bei einer Sanierung sind weiterer Standards möglich. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick und informiert über die wichtigsten Anforderungen.

Effizienzhausstandard Primärenergiebedarf im
Vergleich zum Neubau 
Transmissionswärmeverlust
im Vergleich zum Neubau
Denkmal 160 % 175 %
KfW 115 115 % 130 %
KfW 100 100 % 115 %
KfW 85 85 % 100 %
KfW 70 70 % 85 %
KfW 55 55 % 70 %

Bei einer Sanierung ist der Effizienzhausstandard auch heute noch mit einer Ölheizung zu erreichen. Die Ausgaben für die Technik sind bei den förderfähigen Kosten allerdings nicht anrechenbar.

KfW-40-Förderung: Darlehen mit hohen Tilgungszuschüssen  

Die effizienten Neubauten verbrauchen nur wenig Energie. Sie schonen fossile Ressourcen und tragen zur Senkung der CO2-Emissionen bei. Aus diesem Grund fördert der Staat den Bau eines KfW-40-Hauses über die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Mit dem Programm 153 erhalten Bauherren dabei zinsgünstige Darlehen mit einem Effektivzins von 0,75 Prozent. Dazu gibt es Tilgungszuschüsse in Höhe von:

  • 20 Prozent für ein KfW-Effizienzhaus 40 (maximal 24.000 Euro pro Wohneinheit)
  • 30 Prozent für ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus (maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit)

Die Kreditsumme ist auf einen Betrag von 120.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt und in einer Summe oder in Teilbeträgen abrufbar. Möglich ist das spätestens 36 Monate nach Förderzusage. Ab dem 13. Monat erhebt die Bank allerdings eine Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,15 Prozent pro Monat auf den noch nicht abgerufenen Kreditbetrag. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass Bauherren die Mittel spätestens 12 Monate nach Abruf verwendet haben müssen.

Die Beantragung der KfW 40 Förderung bei der Hausbank

Die Beantragung erfolgt vor Baubeginn bei einem Finanzierungspartner (zum Beispiel der eigenen Hausbank). Zuvor muss ein Energieberater die Maßnahme geprüft und eine Bestätigung zum Antrag erstellt haben. Sind alle KfW-40-Anforderungen erfüllt, kann der Bau beginnen. Nach Abschluss aller Arbeiten erstellt der Energieberater dann eine Bestätigung nach der Durchführung. Die Bank prüft alle Unterlagen und schreibt den Tilgungszuschuss gut.

Wichtig zu wissen: Der Tilgungszuschuss reduziert den zurückzuzahlenden Kreditbetrag. Das Geld lässt sich nicht auf das eigene Konto auszahlen.

Vorteile und Nachteile vom KfW-Effizienzhaus 40 

Wer sich für ein KfW 40 oder ein KfW 40 Plus Haus entscheidet, muss sich in Zukunft kaum um Energiepreissteigerungen sorgen. Denn die Gebäude sind so sparsam, dass sie kaum Energie verbrauchen. Sie schonen aber nicht nur das eigene Portemonnaie, sondern auch Klima und Umwelt. Nachteilig sind bei einem KfW-40-Haus die Kosten. Denn diese übersteigen die Ausgaben für einen konventionellen EnEV-Neubau. Ein großer Kritikpunkt betrifft außerdem die hohen Anforderungen an die Bauausführung. Fehler in der luftdichten und wärmeumschließenden Hüllfläche sind später nur schwer auszugleichen. Bleiben sie unbemerkt, können sogar Feuchteschäden wie Schimmel entstehen. Ohne Lüftungsanlage müssen Besitzer eines Effizienzhauses darüber hinaus regelmäßig Stoßlüften. Die folgende Tabelle zeigt die Vor- und Nachteile der Gebäude im Vergleich.

Vorteile Nachteile
energiesparend hohe Investitionskosten
Energiepreissteigerungen wirken sich kaum aus anspruchsvolle Bauausführung
Schonung fossiler Rohstoffe ohne Lüftungsanlage ist regelmäßiges Stoßlüften besonders wichtig
geringe CO2-Ausstöße
attraktive KfW-Förderung
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Das KfW-40-Haus übertrifft die heutigen Neubauanforderungen an die Energieeffizienz um 60 Prozent und ist besonders energiesparend. Es macht seine Besitzer unabhängiger von Energiepreisveränderungen und schont Umwelt und Klima. Die Ausführung ist allerdings mit hohen Anforderungen verbunden und höchst anspruchsvoll.
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