Jeder Stromkunde muss EEG-Umlage zahlen

Die „EEG-Umlage“ ist Bestandteil des Strompreises. Jeder Stromkunde findet sie auf der Stromrechnung seines Energieversorgers. Im Folgenden werden die EEG-Umlage und ihre Hintergründe beschrieben, wie hoch sie ist sowie wer sie bezahlen muss.

Die EEG Umlage als Bestandteil des Strompreises

Vor beinahe 18 Jahren trat das Gesetz zum Ausbau der Erneuerbaren Energien – kurz „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ oder „EEG“ – in Kraft. Mit ihm sollte die Grundlage zum Umstieg der Stromversorgung auf erneuerbare Energien geschaffen werden. Das Gesetz regelt die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen ins öffentliche deutsche Stromnetz. Diese erneuerbaren Energiequellen sind Wasserkraft, Sonnen- und Windenergie, Meeresenergie aus Wellen oder Gezeiten, Erdwärme sowie Biomasse.

Das Gesetz regelt u. a. die Vergütung, die Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien vom zuständigen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) dafür erhalten, wenn sie diesen Strom ins Stromnetz einspeisen – die „Einspeisevergütung“. Sie ist differenziert nach Energiequellen, Einsatzbereichen und Anlagengrößen und wird in der Regel für einen Zeitraum von 20 Jahren gewährt. Die ÜNB verkaufen den eingespeisten Strom dann an der Strombörse.

Da die Preise, die an der Börse erzielt werden, unter der gesetzlich festgelegten Einspeisevergütung liegen, wird den ÜNB der Differenzbetrag erstattet. Alternativ können Erzeuger den produzierten Strom direkt vermarkten. Über das Marktprämienmodell wird der Unterschied des an der Börse erzielten Preises und der Einspeisevergütung durch eine Marktprämie ausgeglichen. Um einen Wechsel möglichst vieler EEG-Anlagen in die Direktvermarktung zu fördern, wird zusätzlich eine Managementprämie gezahlt. 

Die Sonnenenergie nutzen in einem speziellen Kraftwerk (Viessmann).
©viessmann

Was ist die EEG-Umlage?

Auszahlungen an die Anlagenbetreiber übersteigen die Einnahmen aus dem Verkauf der Strommengen zum Teil um ein Vielfaches. Diese Differenz wird durch die EEG-Umlage auf alle Stromverbraucher umgelegt. Grundsätzlich müssen alle Stromverbraucher die EEG-Umlage bezahlen. Sie ist Teil des Strompreises und wird durch die ÜNB festgelegt. Für das Jahr 2019 beträgt sie 6,405 Cent je Kilowattstunde (Ct/kWh). Die Berechnung der Vergütung ist im EEG festgelegt. Zugrunde gelegt werden dabei die prognostizierten Einnahmen und Ausgaben für das folgende Kalenderjahr sowie die Differenz zwischen den tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben zum Zeitpunkt der Festlegung der EEG-Umlage. Die Einnahmen bestehen im Wesentlichen aus den Erlösen der Stromvermarktung. Zu den Ausgaben zählen vor allem die Zahlungen für Einspeisevergütungen und Marktprämien sowie Kosten der Vermarktung und eine Liquiditätsreserve. Die Liquiditätsreserve soll unerwartet hohe Vergütungszahlungen wegen nicht vorhersehbarer Effekte (z. B. aufgrund eines besonders sonnenreichen Jahres) und die Saisonalität des EEG-Kontostandverlaufs abbilden.

Wer zahlt die EEG-Umlage?

Alle Stromverbraucher müssen die EEG-Umlage zahlen. Sie ist fester Bestandteil des Strompreises. Die Höhe der EEG-Umlage wird jedes Jahr von den ÜNB neu festgelegt und bis zum 15. Oktober des Jahres im Internet veröffentlicht. Allerdings müssen nicht alle Stromverbraucher die gleiche EEG-Umlage bezahlen. Eigenversorger zahlen für selbst genutzten Strom die Umlage nur unter bestimmten Voraussetzungen. Stromkostenintensive Unternehmen bestimmter Branchen, die jährlich mehr als eine Gigawattstunde Strom verbrauchen, können einen Antrag auf Ermäßigung stellen. Das gilt auch für den Schienenverkehr, wenn der Stromverbrauch zwei Gigawattstunden im Jahr übersteigt. Als Folge müssen private Haushalte und andere nichtprivilegierte Verbraucher einen erhöhten Teil der gesamten EEG-Umlage tragen. Private Haushalte müssen darüber hinaus auf die EEG-Umlage auch Mehrwertsteuer entrichten.

Wie hat sich die EEG-Umlage seit der Einführung entwickelt?

Von 2003 bis 2014 stieg der Anteil der EEG-Umlage am Strompreis laufend. Seither stieg er mit Schwankungen laut Bundesnetzagentur nur noch um durchschnittlich 0,4 %. Experten erwarten auch für die Zukunft eine weiter steigende Umlage. Bis zum Jahr 2007 zahlten die Verbraucher weniger als 1 Ct/kWh. Den höchsten Anstieg gab es im Jahr 2011 mit einer Erhöhungen zum Vorjahr von mehr als 70 Prozent. Ein Grund für die zum Teil starken Erhöhungen ist der immer höhere Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung und dadurch fallenden Strompreise an der Strombörse. Dadurch wird die Differenz zwischen den erzielten Erlösen und den im Gesetz festgelegten Einspeisevergütungen immer größer.

Weitere Informationen über die EEG-Umlage unter www.bundesnetzagentur.de, www.netztransparenz.de und über erneuerbare Energien unter www.sonnewindwaerme.de.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Die EEG-Umlage gleicht den Preisunterschied aus von Strom, der an der Strombörse gehandelt wird, und Strom aus erneuerbaren Energiequellen, der von den Erzeugern eingespeist wird. Die Umlage muss von allen Stromverbrauchern gezahlt werden und wird in ihrer Höhe jährlich von den Übertragungsnetzbetreibern neu festgelegt. Die EEG-Umlage dient letztendlich dem Ziel, den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien am Stromverbrauch trotz dessen höherer Erzeugungskosten zu steigern. Dabei sollen die Mehrkosten von der Allgemeinheit getragen werden.

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