Hygienespeicher für Trink- und Heizungswasser 

Hygienespeicher sind eine platzsparende Art der Wärmespeicherung. Denn sie bevorraten Heizungswasser, um den Betrieb eines Wärmeerzeugers zu optimieren. Zugleich sorgt ein integrierter Wärmeübertrager bedarfsgerecht für hygienisch einwandfreies warmes Trinkwasser. Als Nutzer profitieren Sie dabei von einem hohen Komfort und sparen viel Platz im Heizungskeller.

Die Funktionsweise der hygienischen Kombispeicher 

Geht es um das Thema Wärmespeicher, lassen sich grundsätzlich zwei Systeme unterscheiden: Dabei handelt es sich um Puffer- und Trink-/Brauchwasserspeicher. Erstere speichern erwärmtes Heizungswasser, bis es über Heizkörper oder andere Heizflächen an die Räume in Ihrem Haus übergeht. Sie entkoppeln die Wärmeerzeuger von den Verbrauchern und sorgen dafür, dass die Heizung lange im optimalen Leistungsbereich arbeiten kann. Trink- oder Brauchwasserspeicher bevorraten hingegen heißes Trinkwasser, sodass es bei Bedarf immer schnell zur Verfügung steht.

Hygienespeicher kombinieren Puffer- und Trinkwasserspeicher

Heizen Sie zum Beispiel mit einer Holzheizung, benötigen Sie einen Heizwasser- und einen Trinkwasserspeicher. Sie können sich allerdings auch für einen Hygienespeicher entscheiden. Denn dieser kombiniert beide Funktionen in einem. Dazu besteht er aus einem isolierten Behälter, der mit verschiedenen Anschlüssen ausgestattet und mit Heizungswasser befüllt ist. Im Inneren befindet sich jedoch ein zusätzlicher Wärmetauscher. Dieser leitet kaltes Trinkwasser von unten nach oben durch das Heizungswasser. Das Medium nimmt Wärme auf und strömt oben mit hohen Temperaturen aus dem Wärmespeicher.

Bedarfsgerechte Warmwasserbereitung im Durchlaufprinzip

Während konventionelle Trinkwasserspeicher viel Warmwasser bevorraten, setzen Hygienespeicher auf das Durchlaufprinzip. Trinkwasser erwärmen sie dabei nur dann, wenn Sie einen Wasserhahn im Haus öffnen. Das spart Platz und beugt der Vermehrung von Keimen und Legionellen vor.

Keimfreies Trinkwasser aus dem Hygienespeicher
© Africa Studio / Shutterstock.com

Besonders effizient: Wärmespeicher mit Schichtladetechnik 

Bestehen Speicher nur aus großen Behältern, vermischt sich das Wasser im Inneren sehr schnell, sodass sich die Temperaturen an verschiedenen Höhen ähneln. Effizienter sind sogenannte Schichtladespeicher. Diese sorgen mit speziellen Einbauten dafür, dass die Flüssigkeit im Speicherinneren ruht. Auf diese Weise bilden sich verschiedene Temperaturzonen: Während es unten schnell kalt wird, bleibt die Wassertemperatur im oberen Speicherbereich lange hoch. Die eingespeicherte Wärme lässt sich länger nutzen und die Heizung muss nicht mehr so oft anspringen.

Verschiedene Wärmeerzeuger lassen sich anschließen

Hygienespeicher sind mit verschiedenen Anschlussmöglichkeiten ausgestattet. So lassen sie sich monovalent (mit nur einem Wärmeerzeuger) oder auch multivalent (mit mehreren Wärmeerzeugern) betreiben. Durch einen weiteren Wärmeübertrager im Inneren können sogenannte Solar-Hygienespeicher sogar die thermische Energie einer Solarthermieanlage aufnehmen und für die Heizung sowie die Warmwasserbereitung nutzen.

Hygienespeicher oder Kombispeicher: Wo liegt der Unterschied?

Kombispeicher bevorraten ebenfalls Heizungs- und Trinkwasser. Letzteres befindet sich dabei jedoch in einem integrierten Tank. Dieser sitzt meist im oberen Speicherbereich und hält warmes Trinkwasser auf Vorrat bereit. Während das Brauchwasser hier schneller nutzbar ist, stellt der Innentank oft zusätzliche Risiken dar. So sind die Temperaturen zum Schutz vor Legionellen höher zu halten. Hygienespeicher sorgen allerdings auch nur dann hygienisch für warmes Trinkwasser, wenn Sie dieses regelmäßig verbrauchen. In beiden Systemen kann es außerdem zur Ablagerung von Kalk kommen.

Vorteile und Nachteile der besonderen Kombispeicher 

Hygienespeicher setzen auf das Durchlauferhitzer-Prinzip und sorgen somit für keimfreies warmes Wasser. Das gilt zumindest dann, wenn es regelmäßig zur Entnahme und damit auch zur Durchströmung des Wärmeübertragers kommt. Ein weiterer Vorteil liegt in der bedarfsgerechten Warmwasserbereitung, bei der grundsätzlich geringere Speicherverluste auftreten. Der größte Pluspunkt ist allerdings die Platzersparnis, die ein solches System mit sich bringt.

Nachteilig ist hingegen die geringe Auslastung außerhalb der Heizperiode. Ohne die Warmwasser-Funktion wäre der große Pufferspeicher hier eigentlich nicht erforderlich. Negativ sind außerdem die Gefahr der Kalkbildung und die Schwachstelle an der Durchführung der Edelstahlrohre des Wärmetauschers durch die Speicherwandungen. Letzteres lösen nicht alle Hersteller zur vollsten Zufriedenheit. Möchten Sie einen Hygienespeicher kaufen, sollten Sie die Anbieter daher speziell auf diesen Punkt ansprechen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick.

Vorteile Nachteile
keimfreies warmes Trinkwasser geringe Auslastung außerhalb der Heizperiode
bedarfsgerechte Warmwasserbereitung Kalkbildung im Edelstahl-Wärmeübertrager
Platzersparnis durch Kombifunktion konstruktive Schwachstellen

Einsatzbereich: Wann lohnt sich ein Hygienespeicher?

Hygiene- oder Kombispeicher stellen immer auch einen Kompromiss dar. So sind separate Speicherlösungen oder Kombinationen aus Pufferspeicher und Frischwasserstation oft leistungsfähiger. Entscheidend sind hier allerdings immer die örtlichen Gegebenheiten, die ein erfahrener Heizungsbauer richtig einschätzen kann. Sinnvoll sind Hygienespeicher dabei immer dann, wenn der Platz im Heizungskeller sehr begrenzt ist. In diesem Fall lassen sie sich mit verschiedenen Wärmeerzeugern nutzen. Sei es mit einer Holz- und einer Gasheizung oder mit Solaranlagen und Gasbrennwertgeräten.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Hygienespeicher bevorraten erhitztes Heizungswasser und sorgen im Durchlaufprinzip für warmes Trinkwasser. Sie sind platzsparend und ermöglichen eine hohe Wasserhygiene. Außerhalb der Heizperiode reizen sie ihr volles Potenzial allerdings nicht immer aus. Zum Einsatz kommen die Geräte daher vor allem in kleinen Technikräumen.
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