Heizwert als wichtige Bezugsgröße bei Brennstoffen

Beschäftigen sich Hausbesitzer mit dem Thema Heizung, stoßen sie früher oder später auf die beiden Begriffe Heizwert und Brennwert. Beide geben den Energiegehalt eines Brennstoffes bei der Verbrennung an, meinen aber nicht dasselbe. Vereinfacht gesagt, ist Letzteres die Zusammensetzung aus Heizwert und der Kondensationswärme des bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampfes.

Der Brennwert setzt sich aus dem Heizwert und der Kondensationswärme zusammen.

Der Heizwert hingegen bezeichnet die Energiemenge, die bei der vollständigen Verbrennung eines Stoffes freigesetzt wird – wenn der Wasserdampf im Abgas nicht kondensiert. Der Wasserdampf sollte aus dem Grund gasförmig bleiben, damit der Heizkessel nicht korrodiert bzw. der Schornstein zu verrußen anfängt. Man kennt ihn auch unter seiner alten Bezeichnung „Unterer Heizwert Hu“.

Heizwert einfach erklärt

Um den Heizwert besser verstehen zu können, ist es hilfreich, ihn in den direkten Vergleich mit dem Brennwert zu stellen. Anders als der Heizwert berücksichtigt dieser nicht nur die freigesetzte Energie bei der Verbrennung, sondern auch jene, die bei der Kondensation des Abgases entsteht. Wenn entstandener Wasserdampf kondensiert, setzt er die zuvor zugeführte Energie wieder frei. Diese zurückzugewinnen und sie an das Heizsystem weiterzuleiten, bildet das Funktionsprinzip der Brennwerttechnik. Die frei gewordene Energie nennt man auch Kondensationswärme. Deren Nutzung wurde früher als „Oberer Heizwert Ho“ bezeichnet.

Betrag des Heizwertes immer kleiner

Die beiden Werte bezeichnen also die spezifischen Eigenschaften eines Brennstoffes, wobei der Betrag des Heizwertes immer kleiner ist. Die angegebene Kennzahl bezieht sich je nach Brennstoff auf eine Masse oder ein Volumen. So wird beispielsweise bei Pellets in Kilojoule je Kilogramm (kj/kg) gemessen, während der Heizwert bei Erdgas in Kilowattstunden pro Normkubikmeter (kWh/ Nm3) bzw. pro Kubikmeter (kWh/m3) angegeben wird. Die beiden Kennzahlen sagt aber nicht aus, wie schnell der Energieträger in der Heizung verbrennt.

Heizwert umrechnen

Der Heizwert kommt vor allem bei älteren Heizungen wie Niedertemperaturkesseln oder Konstanttemperaturkesseln zum Einsatz, die die Brennwerttechnik noch nicht einsetzen. Einige Unternehmen werben sogar mit Geräten, bei denen der Wirkungsgrad über 100 Prozent liegt. Das kommt zustande, wenn man den Heizwert als Maß für den Aufwand und den Brennwert als Maß für den Nutzen einsetzt. Das ist physikalisch natürlich Unsinn. Denn aus einer Heizung kann nicht mehr Energie gewonnen werden, als hineingegeben wurde. Aus diesem Grund ist es wichtig, immer mit der gleichen Größe zu rechnen.

Wird nur eine Kennzahl angegeben, können Heizungsbesitzer die andere anhand des Umrechnungsfaktors berechnen. Wollen sie beispielsweise die Heizwertkennzahl in Brennwert umrechnen, multiplizieren sie sie einfach mit dem passenden Faktor.

Der Umrechnungsfaktor für

Heizöl beträgt 1,06
Erdgas beträgt 1,11
Flüssiggas beträgt 1,09
Holz beträgt 1,08

Beispielrechnung anhand des Heizöls (Leicht)

Heizwert (Hu) Umrechnungsfaktor Brennwert (Ho)
9,8kWh x 1,06 = 10,388kWh
Brennwert (Ho) Umrechnungsfaktor Heizwert (Hu)
10,388kWh / 1,06 = 9,8kWh

Soll es darum gehen, vom Letzteren auf den Heizwert zu schließen, muss die Kennzahl durch den Faktor geteilt werden. In den meisten Fällen liefern Anbieter von Energieträgern ihre Produkte mit Angaben beider Werte. Diese wurden anhand von Richtwerten ermittelt und können jederzeit schwanken.

Der Heizwert ist vor allem für Besitzer älterer Heizungen hilfreich, die den Wirkungsgrad ihres Heizgeräts herausfinden möchten. Wer hingegen eine Brennwertheizung sein Eigen nennt, für den ist der andere Wert die wichtigere Kennzahl bei der Beurteilung der Heizeffizienz.

Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Der Heizwert ist eine Kennzahl für den Energiegehalt eines Brennstoffes, der bei der Verbrennung freigesetzt wird. Anders als der Brennwert wird die Kondensationswärme nicht mit einberechnet, weshalb die Heizwertkennzahl für einen Brennstoff immer kleiner ausfällt. Will man den Wirkungsgrad einer älteren Heizung messen, ist der Heizwert eine gute Bezugsgröße.

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