Heizungsventil – Raumtemperatur mit einem Dreh regulieren

Mit dem Heizungsventil lässt sich die Raumtemperatur regeln. Doch wo befindet es sich in der Heizungsanlage und wie ist es aufgebaut? Lesen Sie im nachstehenden Beitrag, welche Funktion ein solches Heizungsventil konkret erfüllt, wie es aufgebaut ist und erfahren Sie Tipps, wie Sie mit dem richtigen Einstellen Heizkosten sparen können. 

Was ist ein Heizungsventil und wo befindet es sich in der Heizungsanlage?

Das Heizungsventil gehört zur Regelungstechnik einer jeden Heizungsanlage. Eine andere übliche Bezeichnung sind unter anderem Thermostatventil, Heizkörperventil oder Thermostat. Die Begriffe meinen jedoch in der Regel das Gleiche und fallen im klassischen Sinne in die Kategorie der mechanischen Temperaturregler

Aufgabe des Heizungsventils 

Grundsätzlich besteht die Aufgabe eines Heizungsventils darin, die Aufheizphase eines Heizkörpers zu regulieren. Das heißt, dass Sie damit nicht nur die Temperatur einstellen, die in einem Raum herrschen soll. Betätigen Sie dieses, regeln Sie gleichzeitig auch den Verbrauch der Heizwärme. Denn indem das Ventil aufgedreht wird, fließt heißes Heizwasser in den Heizkörper. Sie bestimmen dabei die Menge. 

Abbildung Funktionsweise Thermostate
© heizung.de

Aufbau und Funktionsweise kurz erklärt

Dabei besteht das klassische Heizungsventil aus zwei Teilen – dem Ventilkörper und dem Ventilkopf. Herzstück des Ventils ist der Temperaturfühler. Dieser befindet sich unter dem Kopf. Der Temperaturfühler ermittelt dabei den Ist-Zustand einer Raumtemperatur. Den Soll-Wert stellen Sie entsprechend der Zahlen auf dem Thermostatkopf ein. Als Regler fugiert eine mit einem dehnungsfähigen Stoff gefüllte (Wachs, Gummi, Gas oder Flüssigkeit) Patrone. Dieses Element wird auch als Aktor oder Dehnstoffelement bezeichnet. Bei einer Erwärmung dehnt sich das Material aus und drückt auf den sogenannten Ventilstößel. Damit mindert sich der Durchsatz an Heizwasser. Weniger Wasser strömt in den Heizkörper. Dieser kühlt ab. Dies hat wiederum zur Folge, dass sich das Dehnstoffelement ebenfalls abkühlt, zusammenzieht und sich der Stößel wieder zurückzieht. Mehr Heizwasser kann nun in den Heizkörper fließen.

Wichtig: Wenn Sie an dem Heizungsventil drehen, machen Sie eine Voreinstellung und verändern damit die Grundstellung des Ventilstößels. Sie bestimmen, wie viel Heizwasser maximal durch das Ventil strömt. 

Was die Zahlen bedeuten

Am häufigsten findet sich die fünfstufige Ausführung für ein Heizungsventil, bei dem zusätzlich das Schneeflockensymbol noch vor der ersten Stufe platziert ist. Dieses ist eine Frostschutzeinstellung. Für die Zahlen gilt:

Was die Zahlen auf dem Thermostat bedeuten anhand einer Infografik.
Was die Zahlen auf dem Heizungsventil bedeuten

Dies sind nur Richtwerte. Je nach Auswirkungen können die Temperaturen davon abweichen. In der Regel liegen zwischen den Stufen immer drei bis vier Grad Differenz und die Mitte bildet zumeist die Grenze von 20 Grad Celsius. 

Unterschiedliche Arten von Heizkörperventilen

Mittlerweile gibt es die entsprechenden Heizkörperentile in verschiedenen Bauweisen. Insbesondere Eck- und Durchgangsventilen lassen sich dabei unterscheiden. Wurde ein Durchgangsventil verbaut, ist die Fließrichtung vom Heizwasser sowohl am Eintritt als auch am Austritt identisch. Bei einem Eckventil liegen sie hingegen im rechten Winkel zueinander. Experten empfehlen das Ventil zu wählen, welches den geringsten Montageaufwand bereitet. Hauptpunkt sollte hier sein, dass es zum Heizsystem passt. 

Darüber hinaus lassen sich Heizkörperventile auch nach ihrer Funktion unterscheiden. Neben den klassischen, manuellen Modellen gibt es sie mittlerweile auch in elektronischer Ausführung. Sie bieten einen hohen Komfort durch die Möglichkeit zur Automatisierung. Sie können diese also programmieren, sodass die Heizkörper bereits warm sind, wenn Sie von der Arbeit kommen. Des Weiteren arbeiten einige Modelle mit Funk. Das heißt, Sie können die Heizkörperventile auch von unterwegs einstellen.

Mögliche Probleme mit dem Heizungsventil

Das Bild zeigt ein Heizungsventil, was auch als Heizungsthermostat bezeichnet werden kann.
© Gina Sanders / Fotolia

Vor allem während der Heizperiode ist das Heizungsventil im täglichen Gebrauch. Ständiges Auf- und Zudrehen führen über kurz oder lang zu gewissen Verschleißerscheinungen. So lässt sich unter Umständen der Thermostatkopf nur schwerlich bewegen. Daneben kann es auch vorkommen, dass der Heizkörper trotz voreingestellter Regulierung heiß bleibt, sich nie abkühlt. Das heißt, der Temperaturfühler reagiert nur unzulänglich oder gar nicht mehr auf merkliche Temperaturschwankungen im Raum.

Das mindert nicht nur den Komfort, sondern führt auch dazu, dass die Heizung ineffizient läuft und viel Wärme verloren geht. Vor allem über einen längeren Zeitraum kann sich dies zudem auf die Heizkosten auswirken. Nach Jahren lohnt sich hier der Austausch.

Tipp: Wenn Sie das Heizungsventil schon austauschen müssen, haben Sie die Möglichkeit, ein programmierbares oder intelligentes Ventil einzubauen. Damit lassen sich zusätzlich laufende Kosten sparen. 

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Veraltete und schwer gängige Heizungsventile sollten ausgetauscht werden. Damit können Sie nicht nur viel genauer die gewünschte Raumtemperatur steuern, sondern erhöhen damit auch die Effizienz. Das wiederum spart Heizkosten. Experten empfehlen einen Ventiltausch nach etwa zwölf bis 15 Jahren. Um das Einsparpotenzial noch zu erhöhen, lohnt sich zudem die Investition in programmierbare oder intelligente Thermostate. 
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