Heizungsförderung beantragen – so klappt es

Umfragen zeigen, dass viele Heizungen in deutschen Kellern heute nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Auch wenn das neben der Umwelt die Portemonnaies ihrer Besitzer unnötig belastet, zögern viele mit einer Investition in neue Technik. Staatliche Fördermittel senken die Kosten und machen die Entscheidung für einen Heizungstausch leichter. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema Heizungsförderung beantragen.

Welche Fördermittel gibt es für die neue Heizung?

Geht es darum, eine Heizungsförderung zu beantragen, stehen Hausbesitzern unterschiedliche Fördertöpfe zur Verfügung. Neben Zuschüssen oder Krediten für Maßnahmen zum Erreichen des Effizienzhaus-Standards oder für Brennstoffzellenheizungen (KfW-Förderung) gibt es auch Zuschüsse für Solaranlagen, Biomasseheizungen, Wärmepumpen oder Hybridheizungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Eine Infografik zum Aufbau der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
© heizung.de

Wie ist die BEG-Förderung zu beantragen?

Seit Anfang 2021 ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Anlaufstelle für die Förderung einer neuen Heizung im Bestand. Neben Gas-Brennwertheizungen, die mit einem regenerativen Wärmeerzeuger kombiniert werden müssen, fördert das BAFA über die Bundesförderung für effiziente Gebäude auch Solarthermie- und Biomasse-Anlagen sowie Wärmepumpen. Die Anträge für die Heizungsförderung sind direkt online über die Webseite des BAFA zu stellen. Wichtig ist, dass das noch vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen erfolgt. 

Die Höhe der Förderung für die Heizung hängt dabei grundsätzlich von der eingebauten Technik ab, wie die folgende Übersicht zeigt: 

  • Heizungsoptimierung: bis zu 20 Prozent Förderung
  • EE-Hybridheizungen (verschiedene Technologien mit erneuerbaren Energien): bis zu 35 Prozent
  • Gas-Hybridheizungen: bis zu 30 Prozent
  • "Renewable Ready"-Gas-Brennwertheizung: bis zu 20 Prozent
  • Solarkollektoren: bis zu 30 Prozent
  • Biomasseheizungen: bis zu 40 Prozent
  • Wärmepumpen: bis zu 35 Prozent

Darüber hinaus bekommen Sie zehn Prozent extra, wenn Sie eine alte Ölheizung austauschen. Davon ausgeschlossen sind die Heizungsoptimierung und die "Renewable Ready"-Gasheizung. Ein Förderplus von fünf Prozent gibt es außerdem auch dann, wenn die Maßnahme in einem höchstens 15 Jahre alten individuellen Sanierungsfahrplan enthalten ist. 

Förderantrag rechtzeitig einreichen beim BAFA

Planen Sie die Förderung einer Solaranlage, einer Biomasseheizung, einer Wärmepumpe oder einer Hybridheizung, sind die Mittel unbedingt vor dem Beginn der Maßnahme direkt über die BAFA-Webseite zu beantragen. Als Vorhabensbeginn gilt der Zeitpunkt, an dem Sie einen Lieferungs- und Leistungsvertrag abschließen. Wichtig zu wissen ist, dass dabei nicht alle Fabrikate gefördert werden. Einen Überblick stellt das BAFA online zur Verfügung. Darüber hinaus sollten Sie beachten, dass Planungsarbeiten bereits vor der Antragstellung erbracht werden dürfen.

Zuwendungsbescheid nach Antragstellung erhalten

Haben Sie den Antrag rechtzeitig eingereicht, wird das BAFA die Fördervoraussetzungen eingehend prüfen. Wurden alle als erfüllt bewertet, bekommen Sie einen Zuwendungsbescheid. Danach haben Sie 24 Monate Zeit, die Maßnahmen entsprechend durchführen zu lassen. Auf eigene Gefahr können Sie auch schon vor der Zusage mit der Maßnahme beginnen (Achtung: nicht vor der Beantragung!)

Spätestens sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraums müssen Sie den Verwendungsnachweis über den Einsatz der Fördermittel beim BAFA einreichen. 

Wie ist die KfW-Heizungsförderung zu beantragen?

Thermostat mit Geld auf einem Grundriss - Heizungsförderung beantragen
© maho / Fotolia

Die KfW fördert die Optimierung alter Heizungen bis einschließlich Juni 2021 mit zinsgünstigen Krediten und Tilgungszuschüssen über das Programm 152. Förderbar sind dabei unter anderem: 

  • Ersatz der Heizungspumpe durch eine hocheffiziente Variante
  • Einbau voreinstellbarer Thermostate
  • Ersatz und Einbau von Pufferspeichern
  • Austausch von Heizkörpern gegen Niedertemperaturheizkörper
  • nachträgliche Dämmung von Heizungsrohren

Daneben können Sie über die KfW auch einen Ergänzungskredit (Programm 167) zur BEG-Förderung beantragen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Summe der gewährten Fördermittel die Gesamtinvestition der neuen Heizungsanlage nicht übersteigt. Einen Energieberater müssen Sie für einen Ergänzungskredit nicht hinzuziehen. 

Geht es um Neubauvorhaben, fördert die KfW Heizungen über das Programm 153, wenn Sie einen Effizienzhaus-Standard erreichen. Bis zum 30. Juli 2021 sind hier Darlehen mit Tilgungszuschüssen für die Gesamtkosten der Baumaßnahme erhältlich. Ab dem 01. Juli 2021 bekommen Sie Zuschüsse oder Darlehen mit Tilgungszuschüssen dann über den Programmteil WG (Wohngebäude) der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Die genannten KfW-Programme sind dann nicht mehr verfügbar.

Wie läuft die KfW-Antragstellung ab?

Voraussetzung, um die KfW-Förderung beantragen zu können, ist die Freigabe durch einen Energieberater der Energie-Effizienz-Expertenliste. Dieser muss die Maßnahme prüfen und mit einer Bestätigung zum Antrag (BzA samt BzA-ID) belegen, dass sie sinnvoll umsetzbar ist. Ist das erledigt, können Hausbesitzer die Heizungsförderung beantragen. Möglich ist das über einen Finanzierungspartner Ihrer Wahl vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten. 

Nachdem die Förderzusage durch die KfW erteilt wurde, können Sie die Kredite komplett oder in Teilbeträgen abrufen und mit der Sanierung beginnen. Nach Abschluss aller Arbeiten muss der Energieberater die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahme bestätigen. Dazu erstellt er eine „Bestätigung nach Durchführung (BnD)“, die Sie bei Ihrer Bank einreichen.

Wie ist die Heizungsförderung für Brennstoffzellen zu beantragen?

Über das Programm 433 „Energieeffizient Bauen und Sanieren - Zuschuss Brennstoffzelle“ gibt es von der KfW auch eine Förderung für eine Brennstoffzellenheizung. Um diese zu beantragen, sind aber mehrere Schritte notwendig. Wie bei der Beantragung der KfW-Heizungsförderung sind das:

  • die Bestätigung durch einen Sachverständigen für Energie-Effizienz
  • die Beantragung der Heizungsförderung über das KfW-Zuschussportal
  • die Durchführung der Sanierung
  • die Bestätigung der Durchführung durch einen Energieberater
  • die Auszahlung der Heizungsförderung
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Mit zinsgünstigen Krediten und einmaligen Zuschüssen unterstützt der Staat Hausbesitzer beim Austausch alter Heizungen, um die Kosten zu senken und das Klima zu entlasten. Geht es darum, die Heizungsförderung zu beantragen, muss unbedingt auf die Förderabläufe geachtet werden. 
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