Heizungsförderung beantragen - so klappt es

Umfragen zeigen, dass viele Heizungen in deutschen Kellern heute nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Auch wenn das neben der Umwelt die Portemonnaies ihrer Besitzer unnötig belastet, zögern viele mit einer Investition in neue Technik. Staatliche Fördermittel senken die Kosten und machen die Entscheidung für einen Heizungstausch leichter. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema Heizungsförderung beantragen.

Welche Fördermittel gibt es für die neue Heizung?

Geht es darum, eine Heizungsförderung zu beantragen, stehen Hausbesitzern unterschiedliche Fördertöpfe zur Verfügung. Neben Zuschüssen oder Krediten für den Austausch alter Heizungen durch neue Öl- oder Gasbrennwertkessel, die von der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW-Förderung) vergeben werden, gibt es auch Zuschüsse für Solaranlagen, Biomasseheizungen, Wärmepumpen oder Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA-Förderung). Einen umfassenden Überblick über aktuelle Fördermöglichkeiten geben wir im Beitrag Förderung.

Wie ist die KfW-Heizungsförderung zu beantragen?

Die KfW fördert den Austausch oder die Optimierung alter Heizungen mit zinsgünstigen Krediten oder einmaligen Zuschüssen. Die Mittel gibt es dabei zum Beispiel für den Einbau einer Brennwertheizung, den Anschluss an Nah- oder Fernwärmenetze oder die Umsetzung von Maßnahmen, die zu einer höheren Energieeffizienz des gesamten Heizsystems führen, wie ein hydraulischer Abgleich. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie sich die Förderung in vier einfachen Schritten beantragen lässt. 

Thermostat mit Geld auf einem Grundriss - Heizungsförderung beantragen
© maho / Fotolia

1) Bestätigung durch einen Sachverständigen

Egal ob sich Hausbesitzer für die Kredit- oder die Zuschussvariante entscheiden: Voraussetzung, um die Förderung beantragen zu können, ist die Bestätigung durch einen Sachverständigen. Dieser – ein Energieberater der Energie-Effizienz-Expertenliste – muss die Maßnahme prüfen und belegen, dass sie sinnvoll umsetzbar ist.

2) Beantragung der Heizungsförderung bei KfW oder Bank

Hat ein Energieberater die Maßnahme geprüft und die Bestätigung erteilt, können Hausbesitzer die Heizungsförderung beantragen. Entscheiden sie sich dabei für die Zuschuss-Variante aus dem KfW-Programm 430, kann der Antrag einfach online über das KfW-Zuschussportal gestellt werden. Wollen Hausbesitzer bei einer Finanzierung auch einen günstigen Kredit aus dem KfW-Programm 152 nutzen, ist die Heizungsförderung bei einer Bank – in der Regel der Hausbank – zu beantragen.

3) Start der Sanierung und Bestätigung der Durchführung

Nachdem die Förderzusage durch die KfW erstellt wurde, kann die Sanierung beginnen. Während beantragte Kredite direkt ausgezahlt werden, gibt es die Zuschüsse erst dann, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind. Wichtig zu wissen ist, dass der Energieberater die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahme in jedem Fall noch einmal bestätigen muss.

4) Auszahlung der Heizungsförderung

Wurde die „Bestätigung nach Durchführung (BnD)“, die von einem Energieberater erstellt werden muss, bei der KfW eingereicht und geprüft, erfolgt die Auszahlung der beantragten Zuschüsse.

Wie ist die BAFA-Förderung zu beantragen?

Neben der KfW, die hauptsächlich neue Brennwert- und Nah- oder Fernwärmeheizungen fördert, gibt es die Mittel des BAFA auch für Solarthermie-, Biomasse- oder Wärmepumpenheizungen. Die Anträge für die Heizungsförderung sind hier direkt an das BAFA zu stellen. Die Bestätigung durch einen Sachverständigen ist dabei nicht notwendig. Seit dem 01.01.2018 gilt das neue Verfahren. Demnach müssen die Anträge dem BAFA noch vor Beginn der Maßnahme vorliegen. 

Wichtig zu wissen ist, dass bei der BAFA-Förderung zwischen einer Basis-, einer Zusatz- sowie einer Innovationsförderung unterschieden wird. Während es die Basisförderung nur im Bestand gibt, ist die Innovationsförderung auch im Neubau erhältlich. Sie ist im Bestand mit besseren Konditionen verbunden, in jedem Fall aber auch an höhere technische Anforderungen geknüpft. Die Zusatzförderung gibt es für weiterführende Maßnahmen bei einer Modernisierung. So zum Beispiel für den Einbau einer Solaranlage, eine energetische Sanierung zum KfW Effizienzhaus 55 oder die Optimierung der bestehenden Heizungstechnik (Verteilung, Pumpen, Abgleich).

1) Beantragung der Basis- und Zusatzförderung des BAFA

Planen Hausbesitzer die Förderung einer Solaranlage, einer Biomasseheizung oder einer Wärmepumpe, sind die Mittel unbedingt vor dem Beginn der Maßnahme direkt bei dem BAFA zu beantragen. Wichtig zu wissen ist, dass dabei nicht alle Fabrikate gefördert werden. Einen Überblick, sowie die aktuellen Antragsunterlagen stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle auf der Internetseite www.bafa.de zur Verfügung.

2) Beantragung der höheren Innovationsförderung des BAFA

Auch die Innovationsförderung ist vor dem Beginn der Maßnahme über die Webseite des BAFA zu beantragen. Ausgezahlt werden die Mittel in jedem Fall erst nach der Durchführung aller Arbeiten. Voraussetzung dafür ist ein Verwendungsnachweis, der nach Inbetriebnahme zu erstellen und an das BAFA zu senden ist.

Wie ist die Heizungsförderung für Brennstoffzellen zu beantragen?

Über das Programm 433 „Energieeffizient Bauen und Sanieren - Zuschuss Brennstoffzelle“ gibt es von der KfW auch eine Förderung für eine Brennstoffzellenheizung. Um diese zu beantragen, sind aber mehrere Schritte notwendig. Wie bei der Beantragung der KfW-Heizungsförderung sind das:

  • die Bestätigung durch einen Sachverständigen für Energie-Effizienz
  • die Beantragung der Heizungsförderung über das KfW-Zuschussportal
  • die Durchführung der Sanierung
  • die Bestätigung der Durchführung durch einen Energieberater
  • die Auszahlung der Heizungsförderung

Wie ist die Heizungsförderung für KWK-Geräte zu beantragen?

Planen Hausbesitzer die Installation eines Mini-BHKW mit Verbrennungs- oder Stirlingmotor in einem bestehenden Gebäude, kann auch diese Maßnahme über das BAFA gefördert werden. Die Beantragung der Zuschüsse funktioniert dabei in zwei Schritten.

1) Vor der Maßnahme: Heizungsförderung beantragen

Noch bevor Hausbesitzer mit der Maßnahme beginnen, ist die Heizungsförderung direkt bei dem BAFA zu beantragen. Einen Überblick über die geförderten Fabrikate und die entsprechenden Antragsunterlagen stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle auf seiner Webseite zur Verfügung. Nach der erfolgreichen Prüfung der Unterlagen erteilt das BAFA einen Zuwendungsbescheid und die Arbeit kann beginnen.

2) Nach der Maßnahme: Verwendungsnachweis und Auszahlung der Mittel

Spätestens zwei Monate, nach dem alle Arbeiten abgeschlossen sind, muss ein Verwendungsnachweis an das BAFA gesendet werden. Dieser enthält unter anderem eine Erklärung über die durchgeführte Maßnahme und ein Abnahmeprotokoll des Heizungsbauers. Auch die Rechnung für alle wesentlichen Bauteile sowie eine Bestätigung für die Durchführung des hydraulischen Abgleichs gehören dazu. Sofern bei der Prüfung keine Probleme festgestellt werden, erfolgt daraufhin die Auszahlung der beantragten Heizungsförderung.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Mit zinsgünstigen Krediten und einmaligen Zuschüssen unterstützt der Staat Hausbesitzer beim Austausch alter Heizungen, um die Kosten zu senken und das Klima zu entlasten. Geht es darum, die Heizungsförderung zu beantragen, sind jedoch viele unsicher. Dieser Beitrag zeigt, wie das funktioniert.
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