Heizungsaustausch: Energieeffiziente Heizungen

Über 80 Prozent des Energieverbrauchs eines Haushalts gehen zu Lasten der Heizwärme und der Warmwasserbereitung. Doch nur selten denken Anlagenbesitzer an einen Heizungsaustausch oder gar an kleinere Optimierungsmaßnahmen. Weit mehr als die Hälfte der Heizungen arbeiten ineffizient und entsprechen damit nicht dem aktuellen technischen Stand der Dinge. Doch warum ist das so? Und was sollten Sie bei einem Heizungsaustausch beachten?

Beweggründe für einen Heizungsaustausch

Die Gründe für einen Heizungsaustausch sind vielfältig und so individuell wie die Haushalte selbst, in denen die Anlagen stehen. In der Regel kommt ein Austausch immer dann in Betracht, wenn die Heizung nicht mehr ausreichend energieeffizient ist. Das heißt, die erzeugte Energie wird nicht optimal zur Gewinnung von Heizwärme und zur Warmwasserbereitung genutzt. In diesem Zusammenhang spielen demnach auch die Heizkosten eine tragende Rolle. Denn vor allem hinsichtlich steigender Rohstoffpreise, ist es wichtig, dass die Heizungsanlage so wenig wie möglich Energie verbraucht.

Auch zu hohe Abgaswerte können einen Heizungsaustausch begründen. Diese sind entweder auf bestimmte Schäden an der Anlage zurückzuführen oder einfach auf ein veraltetes System. Eine mögliche Ursache dafür: die Heizung ist nicht richtig eingestellt und deshalb werden erhöhte Werte durch den Schornsteinfeger gemessen. Da kann unter anderem eine Heizungsoptimierung weiterhelfen, inklusive hydraulischem Abgleich. Dieser ist auch dann sinnvoll, wenn die Heizung unzuverlässig arbeitet.

Der Heizungsaustausch als Teil der Modernisierung

Um die Heizung effizienter zu machen, haben Anlagenbesitzer unterschiedliche Möglichkeiten. Neben der bereits angesprochenen Optimierung, wobei die alte Heizung behalten und lediglich richtig eingestellt wird, gibt es den Heizungsaustausch. Dabei stellt sich die Frage, ob Sie beim aktuellen Brennstoff bleiben oder das Heizsystem wechseln möchten. Für Gas- oder Ölheizungen ist die Brennwerttechnik zu bevorzugen. Hierbei wird zusätzlich die Abgaswärme genutzt und damit haben einen Brennwertkessel einen Wirkungsgrad bis zu 98 Prozent. Alte sogenannte Konstanttemperaturkessel nutzen die Energie im Vergleich nur bis 68 Prozent aus.

Systeme kombinieren

Eine andere Option ist die Kombination einer bestehenden Heizung mit einer Solarthermieanlage. Diese unterstützt sowohl die Raumheizung als auch die Warmwasserbereitung. Bei der letzteren ist sogar eine Einsparung von bis zu 60 Prozent möglich. Bei einem Wechsel des Heizsystems empfehlen sich die Pelletheizung sowie die Wärmepumpe. Letztere ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Gebäude energieeffizient saniert wurde oder eine niedrige Vorlauftemperatur für die Anlage (beispielsweise bei einer Fußbodenheizung) gegeben ist. Ein Heizungsaustausch in dieser Richtung ist immer eine vergleichsweise hohe Investition. Jedoch rechnen sich beide Lösungen vor allem im Betrieb.

Die Grafik zeigt, wie wenig energieeffiziente Heizung eingebaut und damit der Heizungsaustausch nur schleppend voran geht.

Aktuell: Selten erfolgt ein Heizungsaustausch

Nach einer aktuellen Studie des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie waren 2016 nur 37 Prozent der Heizungen in Deutschland auf aktuellem technischen Stand. Davon arbeiten wiederum lediglich 18 Prozent energieeffizient und gleichzeitig mit erneuerbaren Energien. Das heißt im Umkehrschluss, dass 63 Prozent immer noch ineffizient und veraltet waren. Da jedoch ein Großteil der Energie in einem Haushalt für Heizwärme und die Warmwasserbereitung aufgewendet wird, sind die Ziele der Energiewende kaum zu erreichen.

Viele Anlagenbesitzer scheuen vor einem Heizungsaustausch und den damit verbundenen Kosten zurück. So gab es 2016 bei rund 20,7 Millionen Wärmeerzeugern in Deutschland gerade einmal 0,7 Millionen Öl-Brennwertkessel. Einen guten Fortschritt machen Gas-Brennwertkessel. Sie liegen bei circa 5,3 Millionen Stück. Für einen kompletten Heizsystemwechsel haben sich bislang nur etwa 1,8 Millionen Anlagenbesitzer entschieden (je 0,9 Millionen Stück Biomassekessel und Wärmepumpen).

Gründe für Zurückhaltung beim Heizungsaustausch

Für den schleppenden Heizungsaustausch sind verschiedene Gründe zu vermuten. Zum einen kennen viele Anlagenbesitzer den technischen Zustand ihrer eigenen Heizungsanlage nur unzureichend. Zum anderen herrscht häufig eine Unkenntnis zu den möglichen Einsparpotenzialen, die eine Erneuerung der Heizung mit sich bringen kann. In diesem Zusammenhang hilft ein Heizungs-Check durch den Profi. Dieser macht eine Bestandsaufnahme der Heizung und berät umfassend, was bei der Anlage getan werden muss. Kern dessen ist, die Heizungsanlage individuell anzupassen. Das bedeutet, das persönliche Nutzerverhalten sowie das Wärmebedürfnis der Bewohner mit zu berücksichtigen.

Des Weiteren scheuen viele einen Heizungsaustausch aufgrund der erforderlichen finanziellen Investition. Doch sowohl das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bieten für unterschiedliche Bedürfnisse Förderungen für einen Heizungsaustausch an. Das BAFA bezuschusst vor allem den Wechsel zu erneuerbaren Energien. Bei der KfW bekommen Sie für bestimmte Einzelmaßnahmen für energieeffizientes Sanieren entweder einen Zuschuss oder ein zinsgünstiges Darlehen. Mehr dazu erfahren Sie unter dem Punkt „Förderung Heizung: Zuschuss für die neue Heizung“.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Mit einem Heizungsaustausch können Sie nicht nur den Einsatz von Brennstoffen reduzieren, sondern langfristig auch bares Geld sparen. Bestenfalls verschaffen sich Anlagenbesitzer einen Überblick darüber, was zu tun ist und welche Möglichkeiten passen könnten, indem ein Heizungs-Check durchgeführt wird. Hierbei sei zu empfehlen, eine Sanierung oder einen Austausch am besten noch vor der Heizsaison in Angriff zu nehmen.

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