Heizungsanlage kaufen – Arten, Kosten, Fördermittel

Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist ein Drittel aller Heizgeräte hierzulande über 20 Jahre alt und somit veraltet. Wer eine neue Heizungsanlage kaufen möchte, agiert nur logisch. Im Folgenden liefern wir eine kurze Übersicht über gängige Heizungsarten, ihre Preise und Fördermöglichkeiten.

Was ist eine Heizungsanlage?

Häufig ist von der Heizungsanlage die Rede, obwohl nur der Heizkessel gemeint ist. Dabei umfasst der Begriff noch weitere Komponenten. Neben dem Wärmeerzeuger zählen noch die Regelung, die Heizflächen, das Wärmeverteilungssystem sowie das Abgassystem dazu. Handelt es sich bei der neuen Heizungsanlage um ein intelligentes System, das auch via Smartphone steuerbar ist, kann Letzteres auch als Systemkomponente bezeichnet werden. Wer eine Heizungsanlage kaufen möchte, meint häufig: einen Heizkessel kaufen.

Kosten für eine neue Heizungsanlage

Wie bereits erwähnt, gehört zu einer Heizungsanlage mehr als nur der Heizkessel. Da er jedoch den finanziell größten Posten ausmacht, liegt der Fokus dieses Beitrags auf den Arten von Wärmeerzeugern.

Eine Grafik mit Haus und Thermostat als Symbol für Heizungsanlage kaufen
© Stockphoto Graf / fotolia

Heizkessel kaufen: Arten von Wärmeerzeugern für fossile Energieträger

Der Heizungsmarkt bietet Hausbesitzern und Betrieben eine große Auswahl an Heizsystemen, die jedem noch so speziellen Wunsch entsprechen. Neben der Heiztechnik unterscheiden sich die Wärmeerzeuger vor allem in ihrem Brennstoff. Zu den Heizkesseln, die fossile Energieträger nutzen, zählen die Gas- und Ölheizungen.

Gasheizung als beliebteste Heizungsart in Deutschland

Knapp die Hälfte der hierzulande laufenden Anlagen wird mit Erdgas betrieben. Die Technik gilt als sicher und verhältnismäßig günstig. So gibt es Gasbrennwertkessel bereits ab 5.000 Euro zu kaufen. Dazu kommen noch Kosten für den Gasanschluss bzw. für den Flüssiggastank von 1.500 bis 3.000 Euro. Möchten Hausbesitzer einen Gaskessel für ihre neue Heizungsanlage kaufen, dürfen sie neben den vielen Vorteilen nicht vergessen, dass der Brennstoff nach wie vor größtenteils endlich vorhanden ist. Außerdem gibt es staatliche Fördermittel vom BAFA nur, wenn zusätzlich zum Gaskessel auch eine Solaranlage in Betrieb genommen wird. Ausführliche Informationen zu diesem Heizsystem finden Sie im Beitrag „Gasheizung“.

Öl-Heizkessel kaufen

Ölkessel gehören nach wie vor zu den günstigsten Heizsystemen. Die Technik gilt ebenfalls als sicher und der Betrieb als günstig. Allerdings benötigen Hausbesitzer einen Öltank, um den Brennstoff zu lagern. Dieser nimmt je nach Heizlast einen großen Platz ein und sollte unbedingt berücksichtigt werden. Da Heizöl fast nur endlich vorhanden ist und dessen Verbrennung die Umwelt belastet, gibt es vom BAFA auch hier keine Förderung. Über die KfW-Programme 152/430 können Anlagenbesitzer jedoch Darlehen mit Tilgungszuschuss beantragen. Im Vergleich zu anderen Heizsystemen liegt der Anschaffungspreis für einen Ölkessel bei überschaubaren 3.000 bis 5.000 Euro.

Heizkessel kaufen: Arten von Wärmeerzeugern für erneuerbare Energieträger

Wer eine Heizungsanlage kaufen möchte, sollte gleich einen Wärmeerzeuger nehmen, der erneuerbare Energieträger als Brennstoff nutzt. Das ist langfristig gesehen sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll.

Wärmepumpen nutzen Umweltwärme als Energieträger

Zu den bekanntesten Umweltheizungen gehören Wärmepumpen. Diese sind in der Lage, entweder dem Erdreich, der Umgebungsluft oder dem Grundwasser thermische Energie zu entziehen. Je nach Wärmequelle benötigt die Wärmepumpe nur noch ein wenig Gas oder Antriebsstrom, um die Umweltwärme auf das erforderliche Temperaturniveau anzuheben. Der Strom selbst kann auch aus erneuerbaren Quellen stammen, sodass die Wärmepumpe nahezu CO2-frei arbeitet. Günstig ist das Heizen mit Umweltwärme aber nicht. Je nach Wärmequelle kostet eine Wärmepumpe in der Anschaffung zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Beträchtlich sind auch die staatlichen Fördersummen. Die Basisförderung reicht von 1.300 bis 4.500 Euro. Mehr zu diesem Thema finden Sie im Beitrag „Förderung der Wärmepumpe“.

Holzheizungen als vielfältiges Heizsystem

Als optimaler Wärmeerzeuger für eine neue Heizungsanlage kommt auch eine Holzheizung infrage, wobei das Wort lediglich als ein Obergriff zu verstehen ist. Denn zu Holzheizungen gehören Scheitholzkessel, Pelletkessel, Hackschnitzel- und Kombikessel. Wird ein Pelletkessel wasserführend betrieben, dann fällt auch er unter den Oberbegriff Holzheizungen. Unabhängig davon, für welchen Holzkessel sich Hausbesitzer entscheiden: Die Technologie gilt als bewährt und sauber. Aus diesem Grund fördert der Staat den Kauf einer Holzheizung mit attraktiven Mitteln. So gibt es etwa vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mindestens 2.000 Euro für den Kauf eines Holzkessels. Die Anschaffungskosten variieren zwischen 9.000 und 25.000 Euro. Ausführliche Informationen dazu liefert der Beitrag „Heizkessel für feste Brennstoffe“.

Weitere umweltfreundliche Wärmeerzeuger für eine neue Heizungsanlage

Neben der Wärmepumpe und der Holzheizung gibt es noch weitere umweltfreundliche Heizlösungen. Diese lassen sich sowohl als alleinigen Wärmeerzeuger als auch in Kombination mit dem vorhandenen Heizsystem effizient einsetzen. Zu den gängigsten Heizsystemen zählen die Solarheizung, die Brennstoffzellen-Heizung und das Blockheizkraftwerk. Eine Besonderheit bildet die Hybridheizung. Sie vereint meist zwei Heiztechnologien und arbeitet auf diese Weise sehr effizient. Möchten Hausbesitzer eine Heizungsanlage kaufen, die langfristig sauber und sicher arbeitet, sollten sie alle dieser Wärmeerzeuger unter die Lupe nehmen.

Auf die passende Kesselleistung achten

Die Kesselleistung hat einen entscheidenden Einfluss darauf, wie lange es dauert, bis die Wohnung warm wird. Wer einen Heizkessel kaufen möchte, sollte daher unbedingt auf die passende Leistung achten. Denn diese muss optimal zum Haus passen, damit die Anlage später effizient und komfortabel arbeitet. 

Neben einer detaillierten Berechnung durch einen Installateur geben Richtwerte dabei einen ersten Überblick. Für Häuser mit Baujahr:

  • vor 1970 ergibt sich dabei ein Wert von 150 bis über 200 Watt pro Quadratmeter
  • von 1970 bis 1980 ergibt sich dabei ein Wert von 100 bis 150 Watt pro Quadratmeter
  • zwischen 1980 und 1990 ergibt sich dabei ein Wert von 75 bis 100 Watt pro Quadratmeter
  • von 1990 bis 2000 ergibt sich dabei ein Wert von 50 bis 75 Watt pro Quadratmeter
  • nach 2000 ergibt sich dabei ein Wert von 15 bis über 50 Watt pro Quadratmeter

Wichtig zu wissen ist, dass die Richtwerte in der Praxis auch höher ausfallen können. Haben Verbraucher zwischenzeitlich Sanierungsmaßnahmen durchführen lassen, fallen die Ergebnisse in der Regel geringer aus. Sicherheit gibt hier nur eine Heizlastberechnung. Auch die Art der Warmwasserbereitung kann sich dann noch auf die Kesselleistung auswirken. Diese ist dabei generell höher, wenn die Heizung das Trinkwasser im Durchlaufprinzip, also zeitgleich mit dem Bedarf, erhitzt.

Fördermittel für eine neue Heizungsanlage beantragen

Wie bereits angedeutet, wird der Kauf von umweltfreundlichen Wärmeerzeugern am höchsten gefördert. Zu den staatlichen Förderinstitutionen gehören das BAFA sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Um die Förderung vom BAFA zu erhalten, müssen Hausbesitzer ihre Anträge rechtzeitig stellen - ab dem 01.01.2018 bevor sie die neue Heizungsanlage kaufen. Andersfalls sind die Anträge nicht gültig. Die KfW fördert mit zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen. Für Darlehen wenden sich Hausbesitzer an ihre Hausbank. Zuschüsse müssen hingegen auf dem dafür vorgesehenen Portal der KfW beantragt werden. Ausführliche Informationen hierzu liefert der Beitrag „Förderprogramme für die Heizung“.

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Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Möchten Hausbesitzer eine neue Heizungsanlage kaufen, sollten sie zunächst mit dem Wärmeerzeuger beginnen. Der Heizungsmarkt bietet hierzu eine große Auswahl an Techniken, wobei umweltfreundliche Heizsysteme langfristig gesehen die deutlich bessere Wahl sind. Wichtig beim Heizkessel-Kauf: Die Kesselleistung sollte unbedingt zum Haus passen. Denn nur so ist die Wirtschaftlichkeit garantiert.  

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