Heizungswasser nachfüllen – Hinweise und Tipps

Ist der Heizungsdruck zu niedrig, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Neben einer Leckage kann dies auch vorkommen, wenn sehr häufig die Heizung entlüftet werden musste. Eine Lösung ist dann, das Wasser der Heizung aufzufüllen. Erfahren Sie hier mehr zu den Ursachen, wie das genau funktioniert und ob man dies als Laie überhaupt in Angriff nehmen sollte.

Warum müssen Sie bei der Heizung Wasser nachfüllen?

Wenn die Heizung Druck verliert, führt das zur Verminderung der Heizleistung. Das sorgt für kalte Heizflächen und verursacht wiederum unnötige Heizkosten. Neuere Heizungen schalten bei zu niedrigem Wasserdruck sogar automatisch ab. Passiert dies im Winter, kann es für Hausbewohner unangenehm werden. Aus dem Grund ist es wichtig, den Wasserdruck stets im Blick zu behalten und bei Bedarf das Heizung-Wasser nachfüllen zu lassen – oder selbst Hand anzulegen.

Heizungswasser nachfüllen lassen oder selbst aktiv werden?

Beim Auffüllen des Heizungswassers gibt es einige Dinge, auf die geachtet werden muss. Dazu gehört der Wasserdruck, der in dem vorgesehenen optimalen Bereich liegen muss. Das ist von Anlage zu Anlage unterschiedlich. Die exakten Angaben ermittelt ein Installateur. Darüber hinaus können Sie sich an Richtwerten orientieren. So soll der Wasserdruck in einem Einfamilienhaus zwischen 1,0 und 2,0 Bar betragen. Keineswegs darf er unter 1,0 liegen. Falls ja, sollten Sie schnell das Heizung-Wasser nachfüllen.

Auch das Wasser, das letztlich in die Heizungsanlage kommt, muss davor aufbereitet werden. Denn je nach Wasserhärte kann das falsche Heizungswasser Nachfüllen zu Schäden an der gesamten Heizungsanlage führen. Deshalb sind sowohl die sogenannte VDI 2035 als auch die Trinkwasserverordnung zu beachten. 

Es empfiehlt sich daher, einen Installateur mit dieser Arbeit zu beauftragen – zumindest für den Anfang. Die Kosten hierfür bewegen sich zwischen 50 und 100 Euro. Das sind aber nur Richtwerte. Die genauen Preise variieren stark und können direkt und telefonisch bei einem Kostenvoranschlag durch einen Fachbetrieb erfragt werden.

Ein Handwerker steht vor einer Anlage und prüft, ob er Heizung-Wasser nachfüllen muss.
© Kzenon / Fotolia

Kurze Anleitung in vier einfachen Schritten

Wer bereits einem Installateur beim Heizung nachfüllen genau beobachtet beziehungsweise die einzelnen Schritte von ihm ausführlich erklärt bekommen hat, kann auch selbst Hand anlegen. Sollten Sie sich dennoch unsicher sein, wenden Sie sich am besten an einen Installateur Ihres Vertrauens. Die Ursachen für einen zu niedrigen Heizungsdruck können vielfältig sein. Unter Umständen wird eine verdeckte Leckage im Heizkreislauf nicht erkannt. Sind Sie sich bei der Ursache nicht hundertprozentig sicher, kontaktieren Sie einen Experten in Ihrer Nähe.

Schritt 1 – Vorarbeiten

Bevor Sie das Heizungswasser nachfüllen, müssen Sie die Umwälzpumpe des Wärmeerzeugers ausschalten und alle Thermostatventile vollständig öffnen. Bei dieser Gelegenheit können Sie gleich die Heizung entlüften. Nach diesem Vorgang müssen Sie im Normalfall auch das Heizung-Wasser nachfüllen. Daher ist es ratsam, diese beiden Arbeiten miteinander zu kombinieren.

Schritt 2 – Wasserdruck prüfen und Wasser auffüllen via Schlauch

Kontrollieren Sie zunächst den Wasserdruck. Werfen Sie hierbei einen Blick auf das Manometer. Die Einstellbereiche sind darauf deutlich gekennzeichnet. Um Heizung-Wasser nachfüllen zu können, ist neben einem Wasseranschluss und einem Eimer auch ein Wasserschlauch unverzichtbar. Bevor Sie Letzteren an den KFE-Hahn der Heizungsanlage anschließen, füllen Sie ihn mit Wasser auf, bis er überläuft. Dadurch verhindern Sie, dass Luft in das Heizsystem gelangt. Nutzen Sie hierfür den Eimer, um überlaufendes Wasser aufzufangen.

Schritt 3 – Bis zum gewünschten Wert nachfüllen

Ist die Heizungsanlage nun über einen Schlauch mit dem Wasseranschluss verbunden, können Sie die beiden Ventile öffnen. Die Anlage ist dann ausreichend gefüllt, wenn das Manometer den gewünschten Wert anzeigt. Dieser liegt bei einem typischen Einfamilienhaus bei etwa 1,5 Bar. Um eventuell in das System eingeschleuste Luft zu entfernen, können Sie die Heizung sicherheitshalber noch einmal entlüften.

Schritt 4 – Die Kontrolle

Nachdem Sie das Nachfüllen des Heizungswassers hinter sich gebracht haben, kontrollieren Sie noch einmal den Wasserdruck. Bleibt er stabil, so war die Arbeit erfolgreich. Hält er nicht, dann könnte es an einem technischen Fehler in der Anlage liegen. Um Schäden zu vermeiden, kontaktieren Sie an dieser Stelle am besten einen Installateur.

Eine jährliche Wartung empfehlenswert

Damit eine Heizungsanlage auch auf Dauer effizient arbeitet, ist eine jährliche Wartung empfehlenswert. Hier lohnt sich ein Wartungsvertrag, der einen regelmäßigen Gesamtcheck durch einen Installateur vorsieht. Entdeckt er bei seiner Routineuntersuchung etwa, dass der Systemdruck zu niedrig ist, so kann er gleich das Heizung-Wasser nachfüllen.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Wenn die Heizkörper nicht richtig warm werden oder gluckern, kann es durchaus am niedrigen Wasserdruck liegen. Hausbesitzer müssen dann das Heizung-Wasser nachfüllen oder nachfüllen lassen. Um jegliches Risiko zu vermeiden, lohnt es sich, hierfür einen Installateur zu beauftragen.
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