Heizung verliert Wasser - Gründe und Maßnahmen

Jede Heizung verliert Wasser. Über einen längeren Zeitraum hinweg gesehen ist das völlig normal, weswegen das Heizwasser ein bis zweimal pro Jahr nachgefüllt werden sollte. Verkürzen sich diese Intervalle jedoch erheblich, sollte das Anlass zur Sorge sein und zügiges Handeln ist gefragt.

Heizung verliert Wasser - Liegt ein Schaden vor?

Keine Heizanlage ist zu 100 Prozent dicht. Daher ist ein geringfügiger Verlust völlig normal und kein Grund zur Besorgnis, denn jede Heizung verliert Wasser über längere Zeiträume hinweg. Eine Heizung verliert Wasser jedoch deutlich schneller, wenn ein Defekt an der Anlage vorliegt. So kann es vorkommen, das das Heizungswasser viel öfter als üblich nachgefüllt werden muss. In dem Fall sollte baldmöglichst ein Installateur konsultiert werden.

Heizung verliert Wasser über defektes Ventil
© Janni / fotolia

Ursache sollte so schnell wie möglich gefunden werden

Dieser wird als Erstes danach fragen, wie oft das Heizwasser in letzter Zeit nachgefüllt werden musste. Diese Frage ist wichtig, um unter Berücksichtigung des Alters der Anlage besser einschätzen zu können, ob überhaupt ein Defekt vorliegt. Je kürzer der Zeitraum, in dem sich die Häufigkeit des Nachfüllens geändert hat, desto eher liegt ein Schaden vor. Dessen Ursache sollte nun so schnell wie möglich gefunden werden, um etwaige Folgeschäden zu vermeiden oder zu vermindern.

Feuchte Wände können auch undichte Rohre hinweisen

Eine Heizung verliert Wasser, wenn beispielsweise die Rohre undicht sind. Erste Hinweise können feuchte Wände sein. Mithilfe einer Wärmebildkamera ist es möglich, ein Leck aufzuspüren. Dies macht sich auch in einem sinkenden Heizungsdruck bemerkbar. Damit nicht genug, kann das Wasser auch das Mauerwerk nachhaltig beschädigen. Ein Fachmann verfügt über Messinstrumente, mit denen sich undichte Stellen in Heizungsrohren lokalisieren lassen.

Heizung verliert Wasser durch defektes Ausdehnungsgefäß

Ein Defekt kann aber auch beim Ausdehnungsgefäß vorliegen. Daher sollte auch dieses überprüft und im Falle eines Schadens ausgetauscht werden. Um zu überprüfen, ob es wirklich daran liegt, können Anlagenbesitzer kurzzeitig ein Ersatzgerät anschließen und testen. Das Ausdehnungsgefäß hat die Aufgabe, unterschiedlich hohen Druck zu kompensieren, wodurch das Sicherheitsventil entlastet werden soll. Je nach Temperatur variiert auch das Volumen des in der Anlage enthaltenen Wassers, weswegen sich auch dessen Platzbedarf ändert. Das Ausdehnungsgefäß gleicht diese Änderungen aus. Das darin enthaltene Wasser kühlt ab und fließt dann zurück in den Heizkreislauf. Trotz unterschiedlicher Temperaturen lässt sich der Wasserdruck innerhalb der Anlage so konstant auf einem Niveau halten.

Weitere mögliche Ursachen

Ein weiteres Problem kann dadurch entstehen, dass die Heizung länger nicht entlüftet wurde. Die erforderlichen Maßnahmen sind in einem solchen Fall leicht zu bewerkstelligen, denn ein Entlüften der einzelnen Heizkörper reicht völlig aus.

Defekt am Manometer kann der Grund sein

Auch ein Defekt am Manometer kann der Grund für Probleme mit der Heizanlage sein. Hier reichen bereits die üblichen Verschleißerscheinungen aus, um fehlerhafte Werte anzuzeigen. Das Gefährliche daran: Durch den Defekt ist die Anzeige korrekter Werte nicht möglich, was zu einem Überfüllen der Anlage führen kann. Zu viel Wasser kann wiederum einen zu hohen Druck auslösen und so einen erheblichen Schaden verursachen. Ein Defekt ist auch beim Überdruckventil denkbar. Durch Verschleißerscheinungen kann ein solches Ventil im Laufe der Zeit undicht werden. Die Folge: Es sickert nach und nach immer mehr Wasser durch und der Druck in der Anlage sinkt.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Gelegentlich Wasser nachfüllen zu müssen, ist bei einer Heizanlage völlig normal, denn jede Heizung verliert Wasser. Verändern sich die Intervalle jedoch innerhalb eines kurzen Zeitraums, sollte der Sache nachgegangen werden. Denn die Ursachen können verschiedenster Art sein und schnelles Handeln vonseiten eines Fachmanns erforderlich machen. Das zu späte Ergreifen von Maßnahmen kann hingegen zu teuren Folgeschäden führen.

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