Heizung reparieren: Tipps bei einem Defekt

Kommt der Kessel ins Stottern und die Wärme nicht mehr im Haus an, müssen Verbraucher die Heizung reparieren. Während sich kleinere Probleme einfach selbst beseitigen lassen, ist bei ernsthaften Störungen ein Heizungsfachmann unumgänglich. Wir geben einen Überblick über die häufigsten Fehlerquellen und einfache Tipps zum Reparieren. 

Die Heizung reparieren: So funktioniert es

Gluckernde Heizkörper, rauschende Ventile und kalte Räume: Viele Symptome sprechen für einen Defekt an der Heizungsanlage. Aber nicht bei allen müssen Hausbesitzer gleich einen Fachmann rufen. Die folgende Übersicht zeigt die Top 4 der Fehler, die Verbraucher mit etwas handwerklichem Geschick selbst beseitigen können:

  1. Es befindet sich Luft im Heizsystem.
  2. Der Systemdruck ist sehr niedrig.
  3. Thermostate am Heizkörper klemmen.
  4. Die Heizungsregelung ist falsch eingestellt.

Liegt eines der genannten Probleme vor? In den folgenden Abschnitten geben wir Tipps, mit denen Hausbesitzer einfach selbst die Heizung reparieren können.

Werkzeuge zum Heizung reparieren
© maho | Fotolia

Tipp 1: Kalte Heizkörper entlüften

Bleiben einzelne Heizkörper kalt, kann das an zu viel Luft im System liegen. Diese sammelt sich an höher gelegenen Stellen und stört die Zirkulation des Heizungswassers. Damit dieses die Wärme wieder problemfrei in alle Räume transportieren kann, müssen Hausbesitzer die Heizung reparieren und entlüften. Dazu stellen sie zunächst den Kessel samt Heizungspumpe ab und drehen alle Thermostate voll auf. Anschließend gehen Heimwerker jeden Heizkörper durch, öffnen das Entlüftungsventil mit einem speziellen Schlüssel und prüfen, ob noch Luft herausströmt. Kommt keine, können sie die Ventile verschließen und die Heizungsanlage wieder in Betrieb nehmen.

Tipp 2: Heizung reparieren und auffüllen

Bleiben mehrere Heizkörper kalt, kann das auch an einem zu geringen Wasserstand liegen. Erkennen lässt sich dieser mit einem Blick auf das Manometer: Zeigt es im Einfamilienhaus einen Druck von 1,2 bis 1,8 bar, sollte alles in Ordnung sein. Zeigt das Instrument einen tieferen Wert, müssen Hausbesitzer Heizwasser nachfüllen. Dazu schalten sie Kessel sowie Pumpe ab und öffnen alle Thermostate an den Heizkörpern. Entspricht das Leitungswasser im Haus den Vorgaben der Hersteller, können sie die Heizungsanlage anschließend über einen Schlauch mit dem Wasserhahn verbinden. Sie öffnen dann die Ventile und warten, bis der Druck am Manometer auf den gewünschten Wert steigt. Ist dieser erreicht, können Heimwerker die Ventile schließen, den Schlauch entfernen und die Heizung wieder hochfahren. Fällt der Druck nach den Arbeiten schnell wieder ab, könnte das an einem defekten Ausdehnungsgefäß liegen. In diesem Fall ist ein Installateur zu beauftragen.

Achtung: Ist die Wasserqualität ungeeignet, drohen Schäden am Kessel. Wer hier unsicher ist, sollte lieber einen Experten beauftragen.

Tipp 3: Klemmende Thermostate gangbar machen

Vor allem zu Beginn der Heizperiode kann es passieren, dass einige Heizkörper überhaupt nicht warm werden. Ist das der Fall, können Hausbesitzer die Thermostate prüfen. Sind diese fest, müssen sie die Heizung reparieren. Dazu schrauben Heimwerker den drehbaren Kopf der Bauteile ab, sodass sie den Stift im Ventil sehen. Dieser sollte im Normalfall leicht beweglich sein und nach etwas Druck von allein wieder herausrutschen. Klappt das nicht, können Hausbesitzer den Stift mit einer Zange vorsichtig herein und herausschieben, bis er wieder frei beweglich im Ventil sitzt. Etwas Fett oder Öl hilft, diesen Zustand lange aufrechtzuerhalten. Ist alles erledigt, können Heimwerker den Thermostatkopf wieder montieren und wie gewohnt heizen.

Tipp 4: Die Regelung der Heizung reparieren

Arbeitet der Kessel, die Heizkörper sind warm und dennoch kommt das Haus nicht auf die gewünschten Temperaturen? Dann könnte die Ursache in der Regelung liegen. Hier kann unter Umständen eine verstellte Heizkurve die Ursache der Probleme sein. Denn über die Funktion der Regelung ermittelt der Kessel, wie viel er bei bestimmten Außentemperaturen leisten muss, um die Wärmeverluste vom Gebäude optimal ausgleichen zu können. Wie das Schritt für Schritt funktioniert, erklären wir im Beitrag Heizkurve einstellen.

In diesen Fällen ist ein Fachexperte nötig  

Wenn der Kessel überhaupt nicht anspringt und die Anlage auf Störung steht, sollten Hausbesitzer einen Installateur rufen. Denn dann liegt der Ausfall oft an einem defekten Bauteil und nur ein Fachexperte kann die Heizung reparieren. In dringenden Fällen bieten viele Firmen dabei einen Notdienst, der rund um die Uhr erreichbar ist.

Übrigens: Wer sich für eine digitale Heizung entscheidet, kann den Experten oft sogar einen Fernzugriff auf die eigene Technik geben. Auf diese Weise lassen sich fehlerhafte Einstellungen schnell und ohne Vor-Ort-Termin beseitigen. Ist das nicht möglich, lässt sich der Fehlerspeicher aus der Ferne auslesen und der Service-Termin erfolgt deutlich schneller als auf konventionelle Art. 

Regelmäßige Wartung schafft Sicherheit  

Soll die Heizungsanlage besonders zuverlässig arbeiten, lohnt sich die regelmäßige Heizungswartung. Dabei nehmen Experten die Technik einmal im Jahr genau unter die Lupe. Sie prüfen alle Einstellungen und können defekte Teile der Heizung reparieren. Die Anlage fällt weniger oft aus und spart darüber hinaus sogar noch Heizkosten. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Gerät der Kessel ins Stottern, müssen Hausbesitzer die Heizung reparieren. Während sie viele Arbeiten, wie das Entlüften der Heizkörper, das Auffüllen vom Heizungswasser oder das Freisetzen fester Thermostate einfach selbst erledigen können, ist in einigen Fällen ein Handwerker nötig. Wer Heizungsausfälle soweit wie möglich vermeiden möchte, sollte die Anlage jährlich warten lassen. Das sorgt zusätzlich für einen energiesparenden Betrieb.

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