Heizung mieten - Wie funktioniert das?

In vielen deutschen Heizungskeller laufen auch heute noch völlig veraltete Heizkessel. Dass sich durch den Einbau einer neuen Heizung viel Geld sparen lässt, ist zwar vielen Verbrauchern bewusst. Die teils hohen Investitionskosten scheuen diese jedoch. Allzu tief müssen Hausbesitzer dabei gar nicht in die Tasche greifen. Denn sie können eine Heizung mieten. Der Vorgang nennt sich auch Contracting. Der Vertragspartner kümmert sich um Einbau und Wartung der neuen Anlage, der Kunde zahlt dafür lediglich einen monatlichen Betrag und kann damit die hohen Investitionskosten elegant umgehen.

Heizung mieten statt kaufen: Auf dem Weg zum Stand der Technik

Wer sich eine moderne Heizung mietet, anstatt diese zu kaufen, kann die Effizienz der Technik zu vergleichsweise günstigen Kosten deutlich steigern. Je älter die bestehende Heizung ist, desto höher sind auch die Einsparpotenziale, die sich im Zuge einer Heizungsmodernisierung ergeben. Aber wann genau sollte ein Heizkessel gegen einen neuen ausgetauscht werden? Dazu gibt es mehrere Anhaltspunkte. Ist die Heizung älter als 20 Jahre und im Laufe der Zeit immer unzuverlässiger geworden, kann dies bereits auf den richtigen Zeitpunkt hindeuten. Werden dann noch hohe Wärmeverluste ermittelt und soll künftig neben Wärme auch Strom produziert werden, ist ein Austausch unumgänglich. 

Eine Heizung mieten und sich zurücklehnen. Genau das macht diese Frau auf dem Bild
© Antonioguillem / Fotolia

Heizung mieten mittels Contracting

Das Prinzip, eine Heizung zu leasen oder zu mieten, statt sie zu kaufen, ist im Grunde nicht neu. Der hierfür gängige Begriff Contracting leitet sich aus dem englischen Wort Contract (Vertrag) ab. Es kommt also zum einem Vertragsschluss zwischen einem spezialisierten Dienstleister (Contractor) und dem Kunden (Contracting-Nehmer). Der Vorgang ist dem des Fahrzeugleasings sehr ähnlich. Statt Mobilität wird jedoch in diesem Fall Wärme in Form einer Vollservice-Dienstleistung geliefert. Das bedeutet: Kunden bekommen neben einer kompletten Heizanlage auch alle wichtigen Dienstleistungen mitgeliefert. Dazu zählen beispielsweise Kontrollen sowie Wartungs- und Reparaturarbeiten. Der Contractor gewährleistet damit einen störungsfreien Betrieb der Heizung. Der Contracting-Nehmer zahlt dafür monatlich einen festgelegten Betrag.

Den Ein- und Ausbau der Anlage übernimmt der Contractor

Neben der Finanzierung der neuen Heizung übernimmt der Contractor eine Reihe von Aufgaben. Zu Beginn wird die Heizung geplant und anhand der Bedürfnisse des Kunden und der baulichen Eigenschaften des Hauses ausgelegt. Die alte Heizung wird vom Contractor ausgebaut und fachmännisch entsorgt. Anschließend erfolgt die Installation der neuen Heizung samt Kessel und gegebenenfalls eines neuen Heizkreislaufs. Hinzu kommt die Installation neuer Zähler, sofern nötig.

Welche Heizung können Sie mieten?

Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Im Prinzip sind alle klassischen Heizungsvarianten einer Modernisierung möglich. Dies hängt in erster Linie vom Angebot des Contractors ab. So können Sie mittlerweile eine Gasheizung oder Ölheizung mieten ebenso wie eine Wärmepumpe. Aber auch eine Holzheizung oder zur Ergänzung eine Solarthermie sind möglich. Welche Heizung dabei am besten passt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Das passende Modell finden Sie am besten zusammen mit dem Contractor und/oder einem Fachmann vor Ort. 

Grundsätzlich stehen auch mobile Heizung zum Mieten zur Verfügung. Dies funktioniert jedoch anders als das Contracting-Prinzip. So können Sie verschiedene elektrische Modell wie einen Heizpilz für den Außenbereich für ein paar Stunden oder ein paar Tage mieten. 

Wichtig: Bei der Auswahl sollten Sie bedenken, dass Sie in der Regel die Brennstoffkosten weiterhin selbst tragen. 

Contractor ist auch der erste Ansprechpartner

Danach erfolgt die Auswahl des jeweils günstigsten Energielieferanten - ebenfalls durch den Contractor. Der Kunde bezieht daraufhin die gelieferte Wärme der Heizung zum Mieten. Nach der Installation kümmert sich der Dienstleister darum, einen energieeffizienten und zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten. Er nimmt Optimierungen, Reparaturen und regelmäßig anfallende Wartungsarbeiten an der Anlage vor. Darüber hinaus ist er auch der erste Ansprechpartner, falls es einmal zu einer Störung kommen sollte. Hierzu sind die meisten Dienstleister 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr erreichbar.

Verschiedene Partner vermieten eine Heizung

Wer eine Heizung mieten möchte, kann sich heute an ganz unterschiedliche Partner wenden. Neben Energieversorgern bieten dabei auch viele Planer und Heizungsfirmen das Contracting-Modell an, häufig in Form einer Heizen-Flatrate. Das heißt, Kunden bezahlen einen festen monatlichen Betrag wie bei Ihrem Smartphone oder bei einem Streaming-Dienst und bekommen dafür eine Heizung inklusive weiterer Dienstleistungen. 

Heizung mieten: Darauf ist zu achten

Möchten Hausbesitzer eine neue Heizung mieten, sind grundsätzlich einige Punkte zu beachten:

  • Wichtig ist es dabei vor allem, die Vertragsunterlagen genau zu prüfen. Diese können zum Beispiel Anpassungen der Heizkosten enthalten. Fair ist das jedoch nur, wenn die Wärmepreise mit sinkenden Rohstoffkosten auch fallen. 
  • Ein weiterer Punkt betrifft die Demontage der alten Heizung. Auch diese sollte vom Contracting-Geber übernommen und bezahlt werden. Steht im Vertrag etwas anderes, droht eine hohe Rechnung. 
  • Und was ist eigentlich am Ende der Mietzeit? Können Hausbesitzer die Technik zu günstigen Konditionen übernehmen oder müssen sie vielleicht sogar für die Demontage aufkommen? Auch das sollte eindeutig im Mietvertrag der neuen Heizung geregelt sein. 
  • Geht es um den Aufstellraum der neuen Heizung, können Verbraucher diesen an die Contractor vermieten. Das senkt die Mietkosten und sollte ebenfalls im Vertrag dokumentiert sein.
  • Wichtig zu wissen: Die Heizung ist rechtlich gesehen ein wesentlicher Teil des Gebäudes, wodurch auch eine Miet-Heizung in das Eigentum der Mieter übergeht. Einige Contractoren möchten dadurch eine sogenannte Grunddienstbarkeit im Grundbuch eintragen. Da diese den Verkauf erschweren kann, sollten Verbraucher versuchen, das zu vermeiden. 

Und: Genau wie bei jeder anderen Dienstleistung gilt es auch bei der Heizung zum Mieten die Preise zu vergleichen. Nur so finden Hausbesitzer den besten und günstigsten Anbieter.  Wer all diese Punkte beachtet, kann die neue Heizung mieten, ohne Probleme oder böse Überraschungen erwarten zu müssen. Selbst ein Verkauf des Hauses ist dabei innerhalb der Vertragslaufzeit möglich.  

Vorteile eine Heizung zu mieten

Eine Heizung zu mieten, ist eine besonders bequeme Lösung für Contracting-Nehmer. Der Kunde erhält nämlich ein Rundum-sorglos-Paket, bei dem er sich um nichts mehr kümmern muss. Er bekommt eine moderne Anlage, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht und damit sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Ansprüche erfüllt. Auf diesem Wege wird ihm eine kontinuierliche und zuverlässige Versorgung mit Wärme und Warmwasser gewährleistet, die einen Komplettservice umfasst. Daneben ist über die gesamte vertragliche Laufzeit, die in der Regel zehn bis 15 Jahre umfasst, nur ein Ansprechpartner in Heizungsfragen nötig. Hinzu kommt, dass das gesamte Betriebsrisiko beim Contractor liegt. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit haben Kunden häufig die Möglichkeit, die Anlage zum Sachwert zu kaufen. Alternativ ist auch eine Vertragsverlängerung oder sogar der Abbau der Heizung möglich.     

Was spricht gegen das Mieten einer Heizung?

Dieser Komfort hat natürlich seinen Preis. Auf die Dauer gesehen ist es teurer, die Heizung zu mieten, anstatt sie zu kaufen. Außerdem ist diese Form der Wärmelieferung nicht für alle zugänglich. Das sogenannte Wärmecontracting richtet sich nämlich nur an Hausbesitzer, Wohnungseigentümer sowie Mietwohnungsgesellschaften.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Wer in Sachen Heizanlagen auf dem Stand der Technik bleiben möchte, muss keine hohen Investitionskosten fürchten. Denn anstatt sie zu kaufen kann er eine Heizung auch mieten. Durch den Wegfall der Anschaffungskosten bleiben Hausbesitzer finanziell flexibel. Die Gesamtkosten fallen in der Regel höher aus.  
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