Heizung mieten – sinnvoll und sorglos?

In vielen Heizungskellern laufen auch heute noch völlig veraltete Heizkessel. Dass sich durch den Einbau einer neuen Heizung viel Geld sparen lässt, ist zwar vielen Verbrauchern bekannt. Aber die Kosten für eine Anschaffung bremsen oftmals die Modernisierung. Was aber, wenn Hauseigentümer sich für eine Mietheizung entscheiden? Ganz recht, man kann eine Heizung mieten. Bei dem Wärmecontracting genannten Vorhaben kümmert sich der Vertragspartner um Einbau und Wartung des neuen Wärmeerzeugers. Der Kunde zahlt dafür bis zum Vertragsende monatlich und kann damit die Investitionskosten beim Heizungskauf elegant umgehen.

Eine Heizung mieten und sich zurücklehnen. Genau das macht diese Frau auf dem Bild
© Antonioguillem / Fotolia

Heizungsanlage mieten: Wer tut was?

Das Prinzip, eine Heizung zu leasen oder zu mieten, statt sie zu kaufen, ist im Grunde nicht neu. Der hierfür gängige Begriff ist Contracting vom englischen Contract, also Vertrag. Es kommt zum Vertragsschluss zwischen einem spezialisierten Dienstleister (Contractor) und Kunden (Contracting-Nehmer). Letzterer bekommt neben einer kompletten Heizungsanlage alle wichtigen Service- und Dienstleistungen mitgeliefert. Hierzu zählen Wartung und Reparaturen, und oftmals auch eine verlängerte Garantie. Der Contractor gewährleistet damit eine störungsfreie Wärmeversorgung durch die gemietete Heizung. Der Contracting-Nehmer zahlt dafür monatlich einen festgelegten Betrag.

Ein- und Ausbau werden übernommen

Neben der Finanzierung der neuen Heizung übernimmt der Contractor eine Reihe von Aufgaben. Zu Beginn wird die Mietheizung geplant und anhand der Bedürfnisse des Hauseigentümers und der baulichen Eigenschaften des Gebäudes ausgelegt. Die alte Heizung wird vom Contractor ausgebaut und fachmännisch entsorgt. Anschließend erfolgt die Installation der neuen Heizungsanlage. Der Heizungswechsel schließt den Kessel und gegebenenfalls auch einen komplett neuen Heizkreislauf mit ein. Hinzu kommt, sofern nötig, die Installation neuer Zähler.

Welche Heizungsarten lassen sich mieten?

Prinzipiell sind alle klassischen Heizungsarten als Mietheizung vorstellbar, die für die Heizungsmodernisierung infrage kommen. Dies hängt in erster Linie vom Angebot des Dienstleisters ab. So können Sie mittlerweile eine Gasheizung oder Ölheizung mieten ebenso wie eine Wärmepumpe. Aber auch eine Holzheizung oder zur Ergänzung eine Solarthermie sind möglich. Welche Heizung dabei am besten passt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Das passende Modell bestimmen Sie am besten zusammen mit dem Contractor und/oder dem Heizungsbauer vor Ort. 

Wichtig: Bei der Auswahl sollten Sie bedenken, dass Sie Brennstoffkosten und die Energiekosten in der Regel weiter selbst tragen. 

Wer ist der erste Ansprechpartner?

Danach wählt der Contractor den Energielieferanten, der für den Immobilienbesitzer am günstigen ist. Der Kunde bezieht daraufhin die gelieferte Wärme der Heizung zum Mieten. Nach der Installation kümmert sich der Dienstleister darum, einen energieeffizienten und zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten. Optimierungen, Reparaturen und regelmäßig anfallende Wartungsarbeiten an der Heizungsanlage nimmt ein geschulter Heizungsbauer im Auftrag vor. Falls es einmal zu einer Störung kommen sollte, die der Fachmann nicht lösen kann, ist der Dienstleister in der Regel 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr erreichbar. 

Zahlreiche Anbieter auf dem Markt

Wer eine Heizung mieten möchte, kann heutzutage zwischen vielen verschiedenen Anbietern wählen. Neben Energieversorgern bieten dabei viele Planer und Heizungsfirmen das Contracting-Modell an, häufig in Form einer Heiz-Flatrate. Das heißt, Kunden bezahlen einen festen monatlichen Betrag wie bei m Smartphone oder Streaming-Dienst und bekommen dafür eine Heizung inklusive weiterer Dienstleistungen. 

Vorteile, eine Heizung zu mieten

Eine Heizung zu mieten, ist eine besonders bequeme Lösung für Contracting-Nehmer. Der Kunde erhält nämlich ein Rundum-sorglos-Paket, bei dem er sich um nichts mehr kümmern muss. Er bekommt eine moderne Anlage, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht und damit sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Ansprüche erfüllt. Auf diesem Wege wird ihm eine kontinuierliche und zuverlässige Versorgung mit Wärme und Warmwasser gewährleistet, die einen Komplettservice umfasst. Daneben ist über die gesamte vertragliche Laufzeit, die in der Regel zehn bis 15 Jahre umfasst, nur ein Ansprechpartner in Heizungsfragen nötig. Hinzu kommt, dass das gesamte Betriebsrisiko beim Contractor liegt. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit haben Kunden häufig die Möglichkeit, die Anlage zum Sach- beziehungsweise Restwert der Heizung zu kaufen. Alternativ ist auch eine Vertragsverlängerung oder sogar der Abbau der Heizung möglich.     

Schnell auf dem neuesten Stand der Technik

Wer sich eine moderne Heizung mietet, anstatt diese zu kaufen, kann die Effizienz der Technik zu vergleichsweise günstigen Kosten deutlich steigern. Je älter die bestehende Heizung ist, desto höher sind auch die Einsparpotenziale, die sich im Zuge einer Heizungsmodernisierung ergeben. Aber wann genau sollte ein Heizkessel gegen einen neuen ausgetauscht werden? Dazu gibt es mehrere Anhaltspunkte. Ist die Heizung älter als 20 Jahre und im Laufe der Zeit immer unzuverlässiger geworden, kann dies bereits auf den richtigen Zeitpunkt hindeuten. Werden dann noch hohe Wärmeverluste ermittelt und soll künftig neben Wärme auch Strom produziert werden, ist ein Austausch unumgänglich. 

Was spricht gegen das Mieten einer Heizung?

Dieser Komfort hat natürlich seinen Preis. Auf die Dauer gesehen ist es teurer, die Heizung zu mieten, anstatt sie zu kaufen. Außerdem ist diese Form der Wärmelieferung nicht für alle zugänglich. Das sogenannte Wärmecontracting richtet sich nämlich nur an Hausbesitzer, Wohnungseigentümer sowie Mietwohnungsgesellschaften.

Sorglos eine Heizung mieten: Darauf müssen Sie achten

Möchten Hauseigentümer eine Heizung mieten, sind einige grundsätzliche Punkte zu beachten:

  • Vertragsunterlagen genau prüfen: Diese können zum Beispiel Anpassungen der Heizkosten enthalten. Fair ist das jedoch nur, wenn die Wärmepreise mit sinkenden Rohstoffkosten auch fallen. 
  • Demontage der alten Heizung: Auch diese sollte vom Contracting-Geber übernommen und bezahlt werden. Steht im Vertrag etwas anderes, droht eine hohe Rechnung. 
  • Vertragsende und Restwert der Mietheizung: Was ist am Ende der Mietzeit? Können Hausbesitzer die Technik zu den Konditionen des Restwerts übernehmen, oder müssen sie für die Demontage draufzahlen? Auch das sollte im Mietvertrag geregelt sein. 
  • Aufstellraum der neuen Heizung: Können Sie als Verbraucher diesen an die Contractor vermieten? Das senkt die Mietkosten und sollte im Vertrag dokumentiert sein.
  • Eigentumsfrage: Die Heizung ist rechtlich gesehen Bestandteil des Gebäudes, wodurch eine Mietheizung in das Eigentum des Immobilienbesitzers übergeht. Einige Contractoren möchten dadurch eine sogenannte Grunddienstbarkeit im Grundbuch eintragen. Da diese den Verkauf erschweren kann, sollten Verbraucher versuchen, das zu vermeiden. 

Preise vergleichen

Wie bei jeder Anschaffung gilt auch bei der Heizung zum Mieten: Preise vergleichen! Nur so finden Hausbesitzer den besten und günstigsten Anbieter. Wer die oben genannten Punkte beachtet, kann die neue Heizung sorglos mieten, ohne Probleme oder böse Überraschungen zu erwarten. Selbst ein Verkauf des Hauses ist dabei innerhalb der Vertragslaufzeit möglich.  

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Wer in Sachen Heizungsanlage auf dem neuesten Stand der Technik bleiben will, kann die Heizung mieten. Durch den Wegfall der Anschaffungskosten bleiben Hauseigentümer finanziell flexibler. Der größte Vorteil ist, dass man sich als Contracting-Nehmer um nichts mehr kümmern muss: Kontrolle, Wartung, Reparaturarbeiten – all das ist im Heizungsmietvertrag enthalten. Aber: Die Gesamtkosten fallen in der Regel höher aus.
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