Heizung: Gesetzliche Vorschriften für Hausbesitzer

Geht es um die Heizung, sorgen gesetzliche Vorschriften für Effizienz und Sicherheit. Während Fachplaner und Heizungsbauer die Bestimmungen bei der Planung und Ausführung beachten müssen, sollten auch Hausbesitzer die wichtigsten kennen. Welche das sind und worum es in den Gesetzen und Verordnungen geht, erklären wir in den folgenden Abschnitten. 

Energieeffizienz und erneuerbare Energien

In den letzten Jahren rückt das Thema Energieeffizienz immer stärker in den Fokus. So möchten viele Hausbesitzer mit einer sparsamen Heizungsanlage nicht nur ihren Verbrauch senken, sondern auch die Umwelt schonen. Der Gesetzgeber verfolgt dieses Ziel bereits seit langer Zeit und hat zahlreiche Vorschriften für Heizungen erlassen. Darunter:

  • die Energieeinsparverordnung und das Gebäudeenergiegesetz
  • das Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes Baden-Württemberg
  • das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich
  • das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Heizung: Gesetzliche Vorschriften in EnEV und GEG 

Die wohl bekannteste deutsche Vorschrift für Heizung und Haus ist die „Energieeinsparverordnung“ (EnEV). Sie enthält Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz sowie technische Mindeststandards bei Neubau und Sanierung. So sind neue Gebäude besonders energiesparend zu bauen und möglichst regenerativ zu beheizen. In bestehenden Häusern ist die Heizung häufig von Nachrüst- und Austauschverpflichtungen der EnEV betroffen. So müssen Hausbesitzer viele Heizkessel nach 30 Jahren tauschen. Geht es um die Heizung, fordert die Verordnung aber auch das Nachrüsten einer Regelung und die Dämmung von Rohren in unbeheizten Bereichen.

Erneuerbare Energien und Heizung: Gesetzliche Bestimmungen 

Wer ein neues Haus baut, kommt heute kaum noch ohne erneuerbare Energien aus. So avanciert die Wärmepumpe neben der Kombination aus Gasheizung und Solarthermie zum Standard in der Neubauheizung. Ein Grund dafür ist das „Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz“ (EEWärmeG). Denn geht es im Neubau um die Heizung, fordern die gesetzlichen Vorschriften bereits seit 2009 einen Mindestanteil erneuerbarer Energien. Alternativ können sich Bauherren unter anderem für eine stärkere Dämmung entscheiden.

Gebäudeenergiegesetz löst EnEV, EnEG und EEWärmeG bald ab

In Zukunft soll das „Gebäudeenergiegesetz“ (GEG) die EnEV ablösen. Es verbindet die Anforderungen der Verordnung mit denen aus dem "Energieeinspargesetz" sowie dem "Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz" und trägt so zu einer Vereinfachung der gesetzlichen Bestimmungen im Heizungsbereich bei. Wichtig für viele Hausbesitzer: Mit dem GEG kommt ab 2026 auch ein Verbot von Ölheizungen.

Heizungserneuerung: Vorschriften für Baden-Württemberg 

Geht es um die Heizungserneuerung, bestehen in Baden-Württemberg besonders hohe Anforderungen. Denn hier fordert das „Erneuerbare-Wärme-Gesetz“ (EWärmeG BW), dass Sanierer ihren Wärmebedarf nach dem Heizungstausch zu mindestens 15 Prozent mit regenerativen Energieträgern abdecken müssen. Alternativ können sie Biobrennstoffe verwenden, Teile des Gebäudes besser dämmen oder einen Sanierungsfahrplan erstellen lassen.

Einspeisung von Strom aus KWK und erneuerbaren Energieanlagen 

Mit der Photovoltaik rückt auch das Thema „elektrische Energie“ immer stärker in den Fokus von Bauherren und Hausbesitzern. Denn die Anlagen erzeugen regenerativen Strom, der sich im eigenen Haus verbrauchen lässt. Während das besonders wirtschaftlich ist, speisen Photovoltaikanlagen überschüssige elektrische Energie in das öffentliche Stromnetz ein. Das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG) sorgt unter anderem dafür, dass das problemlos funktioniert. Denn es regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energieanlagen. Geht es um die stromerzeugende Heizung, gibt es gesetzliche Vorschriften zur Einspeisung im „Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz“ (KWKG)

Auslegung der Heizung: Wichtige Vorschriften

Ganz gleich, ob es um einen Neubau oder die Heizungserneuerung geht: Vorschriften sorgen in Deutschland immer dafür, dass die Technik genau zum Haus passt. Ein Beispiel dafür ist die DIN EN 12831 „Heizungsanlagen in Gebäuden - Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast“. Die Norm enthält Anforderungen an die Heizlastberechnung, die Grundlage der Auslegung von Wärmeerzeugern, Heizflächen und Rohrsystemen ist.

Während im Ergebnis der Berechnung die Leistung (in Kilowatt) der Heizung steht, gibt es auch gesetzliche Vorschriften zur Bestimmung des Wärmebedarfs. So zum Beispiel die DIN 4108 Teil 6 oder die DIN V 18599. Beide enthalten Anforderungen an die Berechnung des Jahresheizwärme- und des Jahresheizenergiebedarfs (Kilowattstunden), der unter anderem in der EnEV und im Energieausweis eine Rolle spielt.

Diese Gesetze zur Heizung sollten Hausbesitzer kennen
Welche Richtlinien, Vorschriften und Gesetze zur Heizung sollten Hausbesitzer kennen? Wir geben einen Überblick! // © panthermedia.net / BrianAJackson

Heizung: Gesetzliche Vorschriften für Sicherheit und Hygiene 

Viele Heizungs-Vorschriften sollen heute für einen sicheren und zuverlässigen Betrieb der Anlagen sorgen. Während Heizungsbauer diese bei Planungs-, Installations- und Wartungsarbeiten beachten müssen, sollten Hausbesitzer vor allem von der VDI 2035 gehört haben. Die Richtlinie zur „Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen“ enthält Vorschriften zu den Themen "Steinbildung", "wasserseitige Korrosion" und "abgasseitige Korrosion". Sie ist unter anderem dann zu beachten, wenn es um das Ein- oder Nachfüllen von Heizungswasser geht. Denn ungeeignete Medien können schwere Schäden in modernen Heizungsanlagen hervorrufen.

Vorschriften gibt es aber nicht nur für die Heizung selbst, sondern auch für das Trinkwasser. Das lässt sich mit einer Zentralheizung erwärmen und muss als Lebensmittel besonders hohe Anforderungen erfüllen. Welche das sind, ist in der Trinkwasserverordnung nachzulesen.

Betrieb der Heizung: Gesetzliche Vorschriften

Verordnungen und Gesetze für die Heizung regeln aber nicht nur Planung und Installation, auch für den Betrieb einer Heizung gibt es gesetzliche Bestimmungen. Kennen sollten Hausbesitzer dabei vor allem die Feuerungsverordnung und die 1. BImSchV. 

FeuVO und Heizung: Vorschriften für einen sicheren Betrieb

Die „Verordnung über Feuerungsanlagen und Brennstofflagerung“ enthält Vorschriften und Anforderungen für das Aufstellen und Betreiben von Feuerungsanlagen. Sie soll einen sicheren Betrieb gewährleisten und gilt unter anderem für Feuerstätten, Wärmepumpen sowie Blockheizkraftwerke. Wichtig zu wissen ist, dass die Länder eigene Fassungen der Feuerungsverordnung erlassen. Diese orientieren sich zwar an der Muster-Feuerungsverordnung, können im Detail aber von dieser abweichen.

1. BImSchV enthält Vorschriften für den Betrieb einer Heizung 

Die sogenannte Kleinfeuerungsanlagenverordnung (auch „Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“ oder 1. BImSchV) regelt den Betrieb von Heizungsanlagen. Dazu enthält sie unter anderem bestimmte Schadstoffgrenzwerte, die die Luftbelastung reduzieren und die Umwelt schonen sollen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Hunderte von Vorschriften und Gesetzen regeln die fachgerechte Planung, Installation sowie Betriebsweise einer Heizung. Die gesetzlichen Bestimmungen sollen für Sicherheit und Energieeffizienz sorgen. Während Fachplaner und Heizungsbauer alle berücksichtigen müssen, sollten Hausbesitzer zumindest einige kennen. Das ist wichtig, um die Effizienz der Heizung einschätzen zu können und auf teure Nachrüst- und Austauschpflichten vorbereitet zu sein. 
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