Heizkosten im Vergleich

Das Wissen um die Heizkosten der gängigsten Brennstoffe hilft Verbrauchern einzuschätzen, wo sie mit ihren Heizkosten im Vergleich zu anderen Heizungsarten stehen, beziehungsweise was sie bei einem Einsatz anderer Brennstoffe zahlen würden.

Einflussfaktoren der Heizkosten

Die Heizkosten, die man zu zahlen hat, hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Dies sind zum einen die Gebäudesituation, also die Größe, der Standort und die energetischen Eigenschaften der Immobilie. Zum anderen werden die Heizkosten durch die jeweilige Heizsituation beeinflusst. Diese umfasst das eingesetzte Heizsystem, die jeweilige Heizungsanlage und das Heizverhalten der Nutzer. Dabei haben die Art und Kosten des Energieträgers, aus dem die Wärme erzeugt wird, hohen Einfluss auf die Kosten des Heizens. Als Energieträger kommen dabei eine ganze Reihe in Frage.

Wie Deutschland heizt - Anteil der Energieträger im Überblick

Der BDEW, der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. hat in einer aktuellen Studie Zahlen und Fakten darüber zusammengetragen, wie Deutschland heizt. Demnach verteilen sich die Anteile der einzelnen Energieträger, die in den etwa 40,4 Millionen Wohnungen zum Heizen genutzt werden, wie folgt:

  • Erdgas: 19,3 Mio. Wohnungen
  • Öl: 10,8 Mio. Wohnungen
  • Fernwärme: 5,5 Mio. Wohnungen
  • Strom: 1,7 Mio. Wohnungen
  • Holz / Pellets: 1,2 Mio. Wohnungen
  • Sonstiges: 0,8 Mio. Wohnungen
  • Flüssiggas: 0,6 Mio. Wohnungen
  • Kohle: 0,3 Mio. Wohnungen

Diese Zahlen zeigen, dass fast jede zweite Wohnung in Deutschland mit Erdgas beheizt wird (47,8 Prozent). Rechnet man den Energieträger Flüssiggas dazu, kommt man auf einen Wert von 49,3 Prozent für den Anteil der Gasheizung, der auch Bio-Erdgas umfasst.

Gaszähler in Nahaufnahme- Heizkosten im Vergleich

Auch die Technologie der Heizung, welche die Wärme erzeugt, nimmt auf die Heizkosten Einfluss. Fakt ist: Alte Heizungen mit veralteter Technologie verbrauchen mehr Energie als moderne Heizungen – der Verbraucher muss demnach tiefer in die Tasche greifen, um die Wärme zu bezahlen. Hinzu kommt, dass die alte Heiztechnik sehr viel mehr Treibhausgas-Emissionen verursacht, als moderne Heizungssysteme.

So alt sind Deutschlands Heizungen

Im Schnitt sind die Heizungen in deutschen Wohnungen 16,6 Jahre alt. Auch das ergab die eingangs erwähnte Studie. Ein genauerer Blick zeigt hier Unterschiede zwischen Heizungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Mehrfamilienhäusern. Während das Heizungsalter in Ein- und Zweifamilienhäusern bei durchschnittlich 15,9 Jahren liegt, sind die Heizungen in Mehrfamilienhäusern deutlich älter, im Durchschnitt 20,1 Jahre. Insbesondere eine Ölheizung und elektrisch betriebene Nachtspeicherheizungen gehören zu den Oldies unter den deutschen Heizungen. Vor diesem Hintergrund ist ein Kostenvergleich der Energieträger sinnvoll, um herauszustellen, was man mit welchem Energieträger zu bezahlen hat.

Heizkosten mit unterschiedlichen Energieträgern

Über durchschnittliche Heizkosten kann man sich zum Beispiel im Internet informieren. So erhebt die gemeinnützige Organisation CO2-Online-GmbH alljährlich einen „Heizspiegel“. Dem aktuellen Heizspiegel 2015 zufolge kostete das Heizen einer Wohnung mit 70 Quadratmetern mit Heizöl im Jahr 2014 durchschnittlich 930 Euro. Wer mit Gas heizte, verbrauchte dafür im Schnitt 825 Euro. Und wer Fernwärme bezog, musste diese mit durchschnittlich 965 Euro pro Jahr bezahlen. In den angegebenen Kosten sind sowohl die für die Bereitstellung von Warmwasser, als auch die für die Raumheizung erfasst.

Auch der BDEW veröffentlicht Heizkostenvergleiche. In der Zusammenfassung des Vergleichs zu den Gesamtkosten verschiedener Systeme zur Heizung und Warmwasserbereitung im Neubau heißt es zu den Heizkosten, die aktuell für ein Einfamilienhaus mit einem für Neubauten typischen baulichen anfallen: "Die Nah-/Fernwärmesysteme … weisen die niedrigsten Jahresgesamtkosten … auf, nur geringfügig darüber liegen die Kosten für das Gas-Brennwert-System bzw. die Anlagen mit Luft-Wasser-Wärmepumpe." In Zahlen ausgedrückt, sieht der Kostenvergleich so aus:

Heizkosten sind nicht gleich Heizkosten

Wer Heizkosten vergleichen möchte, sollte beachten, dass diese nicht nur die reinen Brennstoffkosten beziehungsweise Energieträgerkosten umfassen. Auch gegebenenfalls anfallende Betriebskosten der Heizungsanlage gehören dazu: Zum Beispiel die Stromkosten für den Strom, den eine Wärmepumpe verbraucht oder ein Brenner. Solche Nebenkosten erhöhen die Heizkosten mitunter deutlich. Es macht daher durchaus Sinn, die Heizkosten als Verbrauchskosten zu betrachten, die sich aus Kosten für Brennstoffe, Hilfsstoffe und Hilfsenergie zusammensetzen.

Heizkostenabrechnung: Kann sie helfen, Heizkosten zu sparen?

Die Heizkostenabrechnung, die die meisten Verbraucher einmal im Jahr von ihrem Wärmelieferanten oder Vermieter bekommen, ist oft sehr kompliziert. So mancher steigt durch die komplexe Analyse nicht durch. Dadurch verpassen viele Verbraucher die Chance, aus dem Wärmeverbrauch des vergangenen Jahres und ihrem Heizverhalten Schlüsse zu ziehen, um künftig möglicherweise Wärme und Heizkosten zu sparen. Seit langem ist deshalb eine standardisierte, einfache Heizkostenabrechnung in der politischen Diskussion, die sich auch als Instrument einsetzen ließe, um Wärme effizienter zu verbrauchen.

Diskutiert wird zudem, den Abrechnungszeitraum zu verkürzen, so dass die Verbraucher ihre Heizkostenabrechnung schneller bekämen. Dahinter steckt die Annahme, dass man beispielsweise bei einer monatlichen Abrechnung der Heizkosten bereits im Folgemonat auf die Verbrauchswerte des vorhergehenden Monats schauen. Somit könnten Verbraucher ihr Heizverhalten eventuell noch anpassen, um den Verbrauch an Wärme zu mindern und so Heizkosten zu sparen. Allerdings kämen in diesem Fall neue Kosten auf die Verbraucher zu: Eine monatliche Abrechnung verursacht schließlich einen höheren Abrechnungsaufwand und damit auch höhere Kosten.

Heizung.de Autorin Doreen Brumme

Fazit von Doreen Brumme

Ein Heizkostenvergleich ist sehr sinnvoll: Er gibt zum einen Auskunft darüber, wo man als Verbraucher mit seinem Heizwärmeverbrauch steht. Zum anderen kann er aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt, die eigenen Heizkosten zu senken. Zum Beispiel, indem man die eigene Heizung auf neue Heizungsarten umrüstet oder modernisiert.

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