Heizkosten: erfassen, vergleichen und sparen

Die Heizkosten nehmen einen immer größeren Teil der monatlichen Ausgaben ein. Denn neben dem Verbrauch im eigenen Haus hängen sie direkt von den ständig steigenden Energiepreisen ab. Wer hier sparen möchte, sollte seine Heizkosten zunächst korrekt erfassen. Ein Vergleich mit Durchschnittswerten hilft, Einsparpotenziale zu entdecken und die richtigen Sparmaßnahmen zu finden. 

Die Heizkosten pro Monat richtig erfassen 

Wer seine Heizkosten nicht kennt, kann kaum einschätzen, ob der eigene Verbrauch optimal oder doch eher viel zu hoch ist. Ganz unkompliziert funktioniert die Heizkostenerfassung dabei vor allem in Häusern oder Wohnungen mit Etagenheizung.

Heizkosten mit eigener Heizungsanlage richtig erfassen

Wer über eine eigene Heizungsanlage verfügt, hat es gut: Denn dann funktioniert die Heizkostenerfassung sehr einfach. Dazu müssen Verbraucher lediglich ihren Brennstoffverbrauch messen. Möglich ist das, indem sie bei einer Gasheizung die Zählerstände ablesen und dokumentieren. Die Differenz zweier Werte entspricht dabei dem Brennstoffverbrauch im dazwischenliegenden Zeitraum. Auf die gleiche Weise gehen Hausbesitzer vor, die den Stromverbrauch einer Wärmepumpe erfassen möchten. Bei Ölheizung oder Pelletkessel müssen Hausbesitzer hingegen die Liefermenge dokumentieren. Diese entspricht dabei dem Brennstoffverbrauch seit der letzten Brennstofflieferung.

Steht der Brennstoffverbrauch fest, lassen sich die Heizkosten ganz einfach berechnen. Dazu ist der Verbrauch an Brennstoffen mit dem aktuellen Energiepreis zu multiplizieren.

  • Heizkosten berechnen (Formel für eigene Heizung): Brennstoffverbrauch x Brennstoffpreis = Heizkosten

Die Energiepreise für Erdgas, Heizöl, Flüssiggas oder Holzpellets unterliegen regelmäßigen Schwankungen. Die folgende Tabelle zeigt aktuelle Preise im Überblick:

Energieträger Brennstoffpreis Energiepreis
Erdgas ca. 64 Cent pro Kubikmeter 6,1 Cent pro Kilowattstunde
Heizöl ca. 75 Cent pro Liter 7,5 Cent pro Kilowattstunde
Flüssiggas ca. 47 Cent pro Liter 7,6 Cent pro Kilowattstunde
Holzpellets ca. 25 Cent pro Kilogramm 5,2 Cent pro Kilowattstunde
Heizstrom --- 19 Cent pro Kilowattstunde

Verordnung regelt Heizkostenerfassung im Mehrfamilienhaus 

Haben Verbraucher keinen Zugriff auf die Heizung, sind sie zur Erfassung der Heizkosten meist auf die Heizkostenabrechnung angewiesen. Diese verteilt die Kosten der Heizung in einem Haus fair auf alle Parteien. Nach aktuell gültiger Heizkostenverordnung setzten sich die Kosten eines Einzelnen dabei aus einem flächen- und einem verbrauchsabhängigen Anteil zusammen. Auf diese Weise lassen sich auch die allgemeinen Verluste auf alle Haushalte aufteilen. Zur Heizkostenerfassung kommen dabei Heizkostenverteiler und Wärmezähler zum Einsatz. Die folgende Tabelle zeigt, was beide voneinander unterscheidet.

Heizkostenverteiler Wärmemengenzähler
Die kleinen Geräte befinden sich direkt am Heizkörper und messen die Differenzen zwischen der Heizmittel- und der Raumtemperatur. Sie addieren alle Werte einer Abrechnungsperiode auf und lassen einen Rückschluss auf die entsprechenden Heizkosten zu. Wärmemengenzähler bestehen aus Durchfluss- und Temperaturfühlern, die an einen Mikrocomputer angeschlossen sind. Während der Durchflussmesser den Heizwasserdurchfluss erfasst, messen Temperaturfühler die Temperaturen im Vor- und im Rücklauf. Der Mikrocomputer wertet alle Daten aus und errechnet den Wärmeverbrauch.

Wer einen Wärmemengenzähler in der Wohnung hat, kann diesen regelmäßig ablesen. Die Differenz zweier Werte entspricht dabei dem Verbrauch im dazwischenliegenden Zeitraum. Um die Heizkosten zu berechnen, müssen Verbraucher die Ergebnisse anschließend mit dem aktuellen Energiepreis des jeweiligen Rohstoffs multiplizieren.

  • Heizkosten berechnen (Formel mit Wärmezähler): Wärmeverbrauch x Energiepreis = Heizkosten

Wer über Heizkostenverteiler verfügt, kann die realen Ausgaben hingegen nur nach der jährlichen Abrechnung erfassen. Erste Anhaltswerte gibt allerdings auch eine überschlägige Berechnung. Dazu multiplizieren Verbraucher die Wohnfläche mit dem Endenergiebedarf oder -verbrauch aus dem Energieausweis und dem Energiepreis des eingesetzten Rohstoffs.

  • Heizkosten berechnen (Formel für Energieausweis): spezifischer Endenergiebedarf oder –verbrauch x Wohnfläche x Energiepreis = Heizkosten 
Heizkosten sparen und Sparschwein füttern
© designer491 – stock.adobe.com

Heizkosten vergleichen: Einsparpotenziale erkennen 

Liegen die eigenen Heizkosten pro Monat im grünen Bereich oder sind sie deutlich höher als der Durchschnitt? Ein Heizkostenvergleich sorgt hier für Klarheit. Wichtig: Fundierte Aussagen lassen sich dabei nur geben, wenn Verbraucher ihre Kosten an denen ähnlicher Gebäude oder Wohnungen messen. Denn neben dem eigenen Verhalten wirken sich auch Faktoren wie Größe, energetischer Zustand oder Lage auf die Kosten einer Heizperiode aus.

Zahlreiche Vergleichsdaten liefert dazu der Heizspiegel der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online, der jährlich erscheint. Er basiert auf Abrechnungsdaten von über 60.000 Haushalten und hilft, die eigenen Heizkosten pro Monat oder Jahr richtig einzuschätzen. Die folgende Tabelle zeigt die Heizkosten pro Quadratmeter und Jahr für Einfamilienhäuser und Wohnungen in größeren Mehrfamilienhäusern.

Gebäude niedrig mittel 
erhöht zu hoch
Einfamilienhaus
(Gasheizung) 
bis 8,10 €/m²a bis 12,50 €/m²a bis 17,90 €/m²a über 17,90 €/m²a
Einfamilienhaus
(Ölheizung) 
bis 8,40 €/m²a bis 11,70 €/m²a bis 16,20 €/m²a über 16,20 €/m²a
Mehrfamilienhaus
(Gasheizung) 
bis 7,20 €/m²a bis 10,90 €/m²a bis 15,30 €/m²a über 15,30 €/m²a
Mehrfamilienhaus
(Ölheizung) 
bis 7,20 €/m²a bis 12,40 €/m²a bis 19,00 €/m²a über 19,00 €/m²a

Einen Überblick über die Heizkosten verschiedener Heizungsanlagen geben wir im Beitrag Heizkostenvergleich.

Heizkosten sparen: 5 Tipps im Überblick

Liegen die Heizkosten im Vergleich weit über dem Durchschnitt, lohnt es sich, Einsparmaßnahmen zu ergreifen. Aber welche helfen dabei am besten? Die folgende Übersicht zeigt die 5 effektivsten Sparmaßnahmen:

  • Heizung abgleichen und regelmäßig entlüften
  • Rohrleitungen im Keller nachträglich dämmen
  • Regelung der Heizungsanlage optimal einstellen
  • Wärmeerzeuger regelmäßig warten lassen
  • Alte und ineffiziente Kessel durch neue tauschen

Im Beitrag Heizkosten sparen geben wir viele weitere Tipps, die zu spürbar sinkenden Ausgaben führen und erklären, wie sich diese umsetzen lassen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Viele Verbraucher wissen nicht, wie hoch die Einsparpotentiale im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung sind. Der Grund: Sie kennen ihre Heizkosten nicht oder können diese nicht richtig einschätzen. Wer die monatlichen Verbrauchswerte dokumentiert und mit Durchschnittswerten vergleicht, findet schnell heraus, ob sich die Kosten senken lassen. Ist das der Fall, verhelfen oft schon einfache Maßnahmen zu spürbar besseren Ergebnissen. 
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