Heizkosten berechnen für eine Mietwohnung

Wer die Heizkosten berechnen möchte und in einer Mietwohnung lebt, hat es oft schwer. Denn die wichtigsten Informationen, wie etwa über den individuellen Brennstoffverbrauch, stehen einem Mieter nur selten zur Verfügung. Die jährliche Heizkostenabrechnung wirft bei vielen Verbrauchern meist mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Wir zeigen, mit welchen Tipps sich die Heizkosten auch in einer Mietwohnung berechnen oder zumindest überschlagen lassen. 

Heizkosten berechnen in der Mietwohnung: Gründe  

Viele Verbraucher wissen nicht, wie viel Energie ihre Heizung tagtäglich verbraucht. Wenn die jährliche Heizkostenabrechnung im Briefkasten liegt, sind sie oft schockiert. Denn nicht selten fordern Vermieter damit hohe Nachzahlungen. Sie korrigieren die monatlichen Nebenkosten nach oben und senken so das Haushaltsbudget der Bewohner. Wer die Heizkosten berechnen möchte hat Kenntnisse über den eigenen Verbrauch deutliche Vorteile:

  • Mieter, die ihren Verbrauch kennen, gehen oft sorgsamer mit Energie um.
  • Verbraucher können die Heizkosten schon vor der jährlichen Abrechnung abschätzen.
  • Die Heizkostenabrechnung lässt sich mit den selbst ermittelten Werten vergleichen.

In den folgenden Abschnitten geben wir einfache Tipps, mit denen Verbraucher die Heizkosten in einer Mietwohnung berechnen oder zumindest überschlagen können. Wichtig zu wissen ist dabei jedoch, dass auch das eigene Verhalten einen großen Einfluss auf die Ergebnisse haben kann. So fallen die Ausgaben deutlich geringer aus, wenn Mieter die Heizung bedarfsgerecht steuern und die wichtigsten Energiespartipps befolgen.

Heizkosten berechnen in der Mietwohnung mit Thermosteten
© marcus_hofmann / Fotolia

Die Möglichkeiten zum Berechnen der Heizkosten  

Die Heizkosten zu berechnen für eine Mietwohnung, funktioniert meist nur überschlägig. Denn neben dem persönlichen Verhalten wirken sich auch die Witterung und die schwankenden Rohstoffpreise auf die jährlichen Ausgaben aus. Im Folgenden geben wir daher einen Überblick, mit dem Verbraucher den durchschnittlichen Energiebedarf ihrer Wohnung ermitteln können.

Den Energieausweis für die Berechnung der Heizkosten nutzen  

Wer einen Energieausweis für die eigene Wohnung hat, kann mit diesem recht einfach die überschlägigen Heizkosten ermitteln. Möglich ist das mit dem angegebenen Endenergiebedarf oder -verbrauch. Die Werte geben an wie viel Energie ein Haus benötigt, um alle Räume auf die gewünschten Temperaturen zu bringen. Die Zahlen sind auf einen Quadratmeter bezogen und müssen mit der Wohnfläche und dem Preis des eingesetzten Rohstoffs multipliziert werden. Also:

  • Endenergiebedarf [in Kilowattstunden / (Jahr und Quadratmeter)] x Wohnfläche [in Quadratmeter] x Rohstoffpreis [in Euro pro Kilowattstunde] = Heizkosten [in Euro pro Jahr]

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass zumindest der bedarfsbasierte Energieausweis auf Standardnutzerdaten basiert. Abhängig vom eigenen Verhalten können die Ergebnisse in der Praxis auch anders ausfallen. Ähnlich ist es beim verbrauchsbasierten Energieausweis, der auf den realen Energieverbräuchen dreier, aufeinander folgender Jahre basiert.

Richtwerte zum Berechnen der Heizkosten in der Mietwohnung  

Stehen die Daten aus dem Energieausweis nicht zur Verfügung, können sich Verbraucher beim Berechnen der Heizkosten für eine Mietwohnung auch an Richtwerten orientieren. Eine große Hilfe ist dabei der jährlich veröffentlichte Heizspiegel der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft CO2online. Für diesen werten Experten regelmäßig die Verbrauchsdaten tausender Wohnungen aus, um ein realistisches Bild der Heizkosten geben zu können. Die folgende Tabelle zeigt aktuelle Zahlen aus dem Vergleichsjahr 2017.

Wohnfläche des Gebäudes (in Quadratmeter) Niedriger Verbrauch (in Euro pro Quadratmeter und Jahr) Mittlerer Verbrauch (in Euro pro Quadratmeter und Jahr) Erhöhter Verbrauch (in Euro pro Quadratmeter und Jahr)
251 bis 500 7,70 bis 9,20 11,20 bis 13,50 15,50 bis 20,80
501 bis 1.000 7,40 bis 8,80 10,70 bis 12,80 14,90 bis 19,70
Über 1.000 7,20 bis 8,60 10,40 bis 12,40 14,50 bis 19,00

Die Angaben basieren auf den durchschnittlichen Heizkosten für Erdgas, Erdöl und den Anschluss an Fernwärme. Zum Heizkostenberechnen für eine Mietwohnung müssen Verbraucher die spezifischen Werte einfach mit der Wohnfläche multiplizieren. 

Gasetagenheizung oder Wärmemengenzähler in der Wohnung 

Wer einen Wärmemengenzähler oder eine Gasetagenheizung in der Mietwohnung hat, kann die Heizkosten noch einfacher berechnen. Denn beide Geräte lassen direkte Rückschlüsse auf den aktuellen Verbrauch zu. Während Mieter an einem Wärmezähler die verbrauchte thermische Energie in Kilowattstunden ablesen können, gibt es für die Gasheizung einen eigenen Gaszähler. Dieser zeigt den Gasverbrauch in Kubikmeter. Um die Heizkosten in der Mietwohnung zu berechnen, lassen sich die Angaben zu den Kilowattstunden einfach mit dem aktuellen Rohstoffpreis multiplizieren. Bei dem Gaszähler müssen Verbraucher zunächst die abgelesenen Kubikmeter in Kilowattstunden umrechnen

Heizkostenabrechnung kontrollieren und sparen  

Haben Verbraucher die Heizkosten in der Mietwohnung berechnet, können sie diese mit der kommenden Heizkostenabrechnung vergleichen. Liegen die Werte sehr weit auseinander, ist das ein erstes Indiz für eine fehlerhafte Abrechnung. Wir empfehlen, die jährliche Abrechnung von einem Anwalt oder einem Mieterschutzbund prüfen zu lassen. Denn Berichten zur Folge, sind heute sehr viele Abrechnungen fehlerhaft.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Heizkosten zu berechnen für eine Mietwohnung, kann zu einer echten Herausforderung werden. Denn viele Mieter wissen nicht, wo sie die entsprechenden Angaben herbekommen. Aufschluss geben zum Beispiel der Energieausweis oder statistische Erhebungen wie der jährlich erscheinende Heizspiegel. 

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