Heizkörperverkleidung: Voraussetzungen, Kosten und Tipps 

Die Heizkörperverkleidung (auch Heizkörperverblendung oder Heizkörperabdeckung) ist ein Sichtschutz für Heizkörper. Sie ist in verschiedensten Materialien erhältlich und lässt sich freistehend oder fest vor den Heizflächen montieren. In den folgenden Abschnitten gehen wir darauf ein, welche Gründe dafür und dagegen sprechen, Heizkörper zu verkleiden. Außerdem erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt und wie viel diese kosten. 

Voraussetzungen für die Heizkörperverkleidung 

Die Heizkörperverkleidung kann aus Holz, Edelstahl oder Kunststoff bestehen. Sie verblendet meist alte Rippenheizkörper und soll damit für eine optische Aufwertung sorgen oder die Heizkörper auf den Einrichtungsstil abstimmen. Damit die Systeme die Funktion der Heizkörper nicht behindern, sind jedoch einige Voraussetzungen zu erfüllen.

Auf ausreichende Öffnungen achten

Arbeiten die Heizflächen überwiegend mit Konvektion, erwärmen sie hauptsächlich die Luft. Diese steigt durch die sinkende Dichte auf und verteilt sich im Raum. Währenddessen entsteht ein Unterdruck im Heizkörper, der kühlere Luft ansaugt. Eine Heizkörperabdeckung muss oben und unten mit ausreichend großen Öffnungen versehen sein, um diese Funktion weiterhin zu ermöglichen. Andernfalls würde die Heizleistung sinken. Die Räume kämen nicht mehr auf die gewünschten Temperaturen oder die Heizkosten könnten ansteigen.

Thermostate müssen aus der Heizkörperverkleidung herausragen

Heizkörperthermostate regeln die Leistung der Heizflächen. Dazu messen sie die Temperatur im Raum und lassen je nach Bedarf mehr oder weniger Heizungswasser hindurchströmen. Befinden sich die Thermostate unter der Heizkörperverkleidung, registrieren sie eine zu hohe Temperatur. Sie drosseln den Heizwasserdurchsatz und die Heizflächen geben nicht mehr genügend Wärme ab. Um das zu verhindern, sollten die Thermostatköpfe aus der Verkleidung herausragen. Günstiger sind oft Thermostate mit Fernfühler. Dabei ist der Thermostatkopf über eine feine Kapillarleitung mit dem Heizkörperventil verbunden.  

Verschiedene Bauarten der Verblender im Überblick

Wahl des Materials

Heizkörperverkleidungen aus Metall sind zwar bessere Wärmeleiter, lassen sich aber nicht so leicht selbst bauen wie Ausführungen aus Holz.

Heizkörperverkleidungen aus Holz, Metall oder Kunststoff sind heute in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Neben fertig montierten und freistehenden Systemen bietet der Fachhandel auch Bausätze an. Hausbesitzer mit handwerklichem Geschick können eine Heizkörperverkleidung aus Holz aber auch komplett selbst bauen.

Heizkörperverkleidung selbst bauen

Um die Heizkörper verkleiden zu können, wird etwas Geschick sowie das entsprechende Material benötigt. Am einfachsten ist es, sich dieses im Fachhandel zuschneiden zu lassen. Die Montage erfolgt dann in Eigenregie.

  • Heizkörperverkleidung aus Holz: Im Baumarkt oder beim Tischler können Heimwerker sich die einzelnen Elemente anhand der zuvor ermittelten Maße zuschneiden lassen. Die fertigen Platten werden anschließend mithilfe von Schraubzwingen und Leim zusammengefügt.
  • Verkleidung aus Edelstahl: Im Internet bieten viele Händler Zuschnitte nach Maß an. Um die Verkleidung in die finale Form zu bringen, ist allerdings eine Kantbank beziehungsweise eine Schwenkbiegemaschine notwendig. Die Anschaffungskosten für Material und Werkzeug sind in solchen Fällen aber sehr hoch, sodass es sich kaum lohnt, die Heizkörperverkleidung aus Edelstahl selbst zu bauen.
  • Einfacher Sichtschutz: Einfach und kostengünstig ist ein Sichtschutz aus Rattangeflecht. Dieses wird mitunter als Meterware angeboten und lässt sich einfach auf einem Holzrahmen befestigen.

Grundsätzlich gilt: Finanziell rechnet sich eine selbst gebaute Heizkörperverkleidung nicht immer. Dafür lässt sie sich auf einzigartige Weise je nach Geschmack gestalten. 

Heizkörperverkleidung kaufen: Diese Kosten fallen an 

Wer eine Heizkörperverkleidung kaufen möchte, hat heute eine große Auswahl. Einfache, fertig installierte und freistehende Verblendsysteme sind relativ kostengünstig. Preislich liegen diese zwischen 50 und 150 Euro. Sind Mieter, Haus- und Wohnungsbesitzer auf der Suche nach ausgefallenen Designs, müssen sie mehr investieren. So schlagen aufwendig verzierte oder besonders langlebige und stabile Elemente mit Kosten von 150 bis 300 Euro pro Heizkörper zu Buche. Auch in öffentlichen oder gesundheitlich-medizinischen Einrichtungen liegen die Kosten höher aufgrund besonderer Sicherheitsanforderungen.

Heizkörperverkleidung Holz
© IKvyatkovskaya – stock.adobe.com

Gründe und Vorteile, Heizkörper zu verkleiden

Der häufigste Grund für eine Verkleidung vor dem Heizkörper ist die Optik. So kann die Heizkörperverkleidung Rippenheizkörper verstecken und ein besseres Raumbild schaffen. Die Elemente sorgen aber auch für mehr Sicherheit. So schirmen sie die gefährlichen Kanten oder die heißen Oberflächen der Heizflächen ab. Zudem ist es möglich, durch die Verkleidung die Abstellfläche des Fensterbretts zu vergrößern oder gemütliche Sitzflächen zu schaffen. Die wichtigsten Vorteile der Heizkörperverkleidung sind also:

  • schönere Räume durch versteckte Heizkörper
  • Schutz vor Verletzungen an harten Kanten
  • Schutz vor heißen Oberflächen

  • zusätzliche Abstell- oder Sitzfläche

Nachteile der Heizkörperverkleidung im Überblick

Neben den Vorteilen haben die Verkleidungen aber auch erhebliche Nachteile. So reduzieren sie die Wärmeabgabe der Heizkörper je nach Material und Bauweise um bis zu sieben Prozent. Dieser Wärmeverlust kann dazu führen, dass die Räume nicht mehr richtig warm werden und die Behaglichkeit sinkt. Wer daraufhin das Thermostat einfach höher dreht, steigert unnötig die Heizkosten. Die wichtigsten Nachteile der Heizkörperverkleidung sind also:

  • gestörte Wärmeverteilung im Raum
  • sinkende Behaglichkeit (vor allem bei Heizkörpern mit hohem Strahlungsanteil)
  • steigende Heizkosten durch die Verkleidung vor den Heizflächen

Alternative: Heizkörper streichen statt verkleiden 

Geht es Verbrauchern hauptsächlich um das Aussehen, können sie Heizkörper auch mit neuer Farbe beschichten. Auf diese Weise passen sie die Oberfläche den Wohnräumen an und sorgen ohne Einbußen in der Funktion für ein besseres Raumbild. Wie das funktioniert, erklären wir Schritt-für-Schritt im Beitrag Heizkörper streichen.

Weitere Elemente der Heizung verkleiden

Zu den grundlegenden Komponenten eines Heizsystems gehören neben den Heizkörpern auch die Heizungsrohre und der Heizkessel. Bei diesen kann ebenfalls eine Verkleidung beziehungsweise Isolierung sinnvoll sein. Letzteres ist bei Heizungsrohren empfehlenswert. Denn diese transportieren das Heizwasser vom Kessel zu den Heizflächen und wieder zurück. Sind sie nicht isoliert, geben sie einen Teil der Wärme an dazwischenliegende Räume ab. Der Energieverbrauch steigt, ohne dass die zu beheizenden Räume wärmer werden. Wie Sie dem vorbeugen können, erklärt der Beitrag Heizungsrohre isolieren.

Neben den Rohren können Hausbesitzer auch das Herzstück der Heizung verkleiden – den Heizkessel selbst. Bei den meisten Wärmeerzeugern ist dies aber nicht notwendig, da sie ab Werk bereits schall- und wärmegedämmt sind. Verliert der Heizkessel dennoch Wärme, etwa über die Kesseltür, ist es ratsam, einen Installateur zu kontaktieren. Er erkennt den Fehler meist schnell und kann ihn beheben.

Tipp: Haben Sie eine Gasheizung und stören sich an der Optik des Tanks? In unserem Beitrag erfahren Sie, wie Sie den Gastank verkleiden.  

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Heizkörperverkleidung versteckt alte und unansehnliche Heizflächen im Raum. Sie kann zum Beispiel aus Holz, Metall oder Kunststoff bestehen und lässt sich meist einfach vor dem Heizkörper installieren. Damit die Elemente die Wärmeabgabe der Heizung nicht stören, sollte jedoch gewährleistet sein, dass erwärmte Luft trotz Abdeckung ungehindert in den Raum einströmen kann. 
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